E-Commerce

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Der Begriff E-Commerce (englisch e-commerce von electronic commerce, deutsch  elektronischer Geschäftsverkehr oder 'elektronischer Handel/Handelsverkehr‘) wird sowohl als spezieller als auch als ein deutlich umfassenderer Begriff verwendet.

Er steht

  • im Rahmen der Automatisierung von Geschäftsprozessen für einen Teilbereich des E-Business
  • im Rahmen der Internetwirtschaft etwas weiter gefasst für Elektronischen Handel

Im Rahmen des Internetrechts steht der Begriff für die jeweiligen, meist noch weiter gefassten Regelungsgegenstände, siehe

Der Begriff wurde in der Literatur in den frühen 1990er Jahren durch US-amerikanische Autoren geprägt und wurde dabei meist wie folgt definiert:

„E-Commerce ist die vollständig elektronische Abwicklung der Unternehmensaktivitäten in einem Netzwerk.“

Durch die zu einseitige deutsche Übersetzung des Wortes englisch commerce zu deutsch Kommerz wird der Begriff im deutschen Sprachgebrauch oft nur auf die Absatzseite (deutsch kommerziell) des Unternehmens bezogen.

Formen[Bearbeiten]

Moderne E-Commerce-Systeme beinhalten alles von der Bestellung digitalen Inhalts für den sofortigen Konsum, bis hin zur Bestellung von konventionellen Waren und Dienstleistungen und andere Arten, die den elektronischen Geschäftsverkehr erleichtern. In der Regel wird für den E-Commerce ein Onlineshop eingesetzt. Immer verbreiteter wird jedoch auch der Einsatz von Online-Marktplätzen wie eBay, amazon.com, Yatego und Rakuten. Dabei werden oft verschiedene Shopsysteme und Marktplätze genutzt (Stichwort Multichannel-Marketing). In den Shops und Marktplätzen können die Kunden selbständig Waren aussuchen und bestellen. Der Bereich E-Commerce ermöglicht so das Einkaufen rund um die Uhr. Online-Shops und Marktplätze sind in der Regel an ein Warenwirtschaftssystem angeschlossen, das Einkauf, Lagerhaltung, Kundenmanagement, Finanzbuchhaltung und vieles mehr beinhalten kann und - teilweise auch automatisiert - die Backoffice-Prozesse vom Shopabgleich bis hin zum Versand und zum Finanzmanagement übernimmt.

Auf der institutionellen Ebene nutzen Konzerne und Finanzinstitute das Internet, um finanzielle Daten auszutauschen. Dies erleichtert ihnen sowohl das nationale als auch das internationale Geschäft. Ein immer wieder auftretendes Problem stellt dabei die Datenintegrität und Datensicherheit im elektronischen Geschäftsverkehr dar.

Globale Trends[Bearbeiten]

Durch das plötzliche Aufkommen von E-Commerce haben sich Geschäftsmodelle drastisch verändert. Diese Entwicklung bezieht sich nicht nur auf die USA. Auch andere Staaten sind am Wachstum des E-Commerce wesentlich beteiligt. Das Vereinigte Königreich hat - pro Kopf gemessen - den größten E-Commerce-Markt. Außerdem wurde prognostiziert, dass die Internetwirtschaft in Großbritannien im Zeitraum von 2010 bis 2015 um weitere 10 % wachsen wird. Dies hat zu einer ändernden Dynamik für die werbetreibende Industrie geführt. [1]

Mit 384 Millionen Internetnutzern stieg Chinas Online-Shoppingumsatz auf $ 36,6 Mrd. im Jahr 2009 an. Ein Grund hinter diesem riesigen Wachstum sind chinesische Einzelhändler, die es geschafft haben, dass die Kunden ein hohes Vertrauen gegenüber den Händlern haben und sich somit beim Online-shopping sehr wohl fühlen.[2] Durch den rasanten Internetausbau sind dort heute Einzelhandel, Reisen und Spielegeschäfte Top E-Commerce Segmente, trotz des Fehlens von regionalweiten rechtlichen Rahmenbestimmungen und logistischen Problemen bei grenzüberschreitenden Transporten. E-Commerce hat sich zu einem wichtigen Werkzeug für Unternehmen weltweit entwickelt. Dabei geht es ihnen nicht nur um den Verkauf ihrer Produkte, sondern auch darum, sich mit ihnen zu engagieren.[3]

Immer stärker im Trend liegt die Verwendung von Open Source-Software in Verbindung mit E-Commerce, also solchen Programmen, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist, kopiert, verbreitet und genutzt werden kann und stetig weiterentwickelt wird. Die bekanntesten Open-Source-Shopsysteme sind Magento, Shopware, OpenCart, OsCommerce, PrestaShop und xt:Commerce.[4] Für das Einkaufen mit mobilen Endgeräten werden zunehmend auch Shopping-Apps angeboten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des E-Commerce geht Hand in Hand mit der Entwicklung des Internets. Bereits von den 1960er bis in die 1990er Jahre wurden die ersten Grundsteine für den Online-Handel in seiner heutigen Form gelegt. Die wichtigsten Meilensteine dabei waren:

  • 1969: Arpanet wird ins Leben gerufen
  • 1979: Compuserve, ein kommerzieller Internetdienstanbieter wird gegründet
  • 1980: Bildschirmtext wird in Deutschland gegründet
  • 1995: Das World Wide Web wird kommerziell geöffnet

Bildschirmtextsystem, welches 1980 von der Deutschen Bundespost ins Leben gerufen wurde, war ein Kommunikations- und Informationssystem, durch welches User über eine Telefonleitung und einen TV-Bildschirm Einkäufe tätigen und Banken online miteinander kommunizieren konnten. Hier waren im Grunde genommen bereits alle wesentlichen Eigenschaften des heutigen E-Commerce vorhanden, nur der Funktionsumfang war nicht ganz so groß. Die Ausgaben eines Users wurden dabei über die Telefonrechnung ausgeglichen.

Als das World Wide Web 1995 von den USA kommerziell geöffnet wurde, wurden viele Online-Unternehmen (Amazon, E-Bay, usw.) und Suchmaschinen gegründet, was eine große Erfolgswelle und einen Börsenhype für den E-Commerce auslöste. Dadurch kamen die Unternehmen leicht zu liquiden Mitteln und zu großem Wachstum. Als schließlich im Jahr 2000 die Dotcom-Blase platzte, gingen die ersten Online-Unternehmen pleite, was den Markt zu einer Neupositionierung zwang.

Nach einer Untersuchung von Price Waterhouse Coopers haben 90% der jungen Unternehmen dieses Krisenjahr überlebt, wofür sie jedoch ihr Geschäftsmodell verändern mussten. Eine andere Studie ergab, dass für nur 11% der Unternehmer E-Commerce nach dem Krisenjahr an Bedeutung verlor, während es für 20% gar wichtiger wurde. Im letzten Jahrzehnt sind Umsätze und Gewinne von Internetunternehmen stetig gewachsen, was vor allem mit dem erheblich verbesserten Image der Branche zu tun hat. Auch für die folgenden Jahre ist ein weiteres Wachstum prognostiziert worden.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • P. Alpar: Kommerzielle Nutzung des Internet: Unterstützung von Marketing, Produktion, Logistik und Querschnittsfunktionen durch das Internet und kommerzielle Online Dienste. Springer, Berlin/Heidelberg 1996, ISBN 978-3540644491.
  • J. December, N. Randall: The World Wide Web Unleashed. Sams Publishing, Indianapolis 1994, ISBN 978-0672306174.
  • J.H. Ellsworth, M.V. Ellsworth: Marketing on the Internet. Multimedia Strategies for the World Wide Web. John Wiley & Sons., New York/Toronto 1995.
  • B. Schmid (Hrsg.): Electronic Mall: Banking und Shopping in globalen Netzen. Teubner, Stuttgart 1995.

Verweise[Bearbeiten]

  1. James Robinson: news, Guardian.co.uk. 28. Oktober 2010. Abgerufen am 26. Mai 2012. 
  2. Robert Olsen: China's migration to eCommerce. In: Forbes.com, 18. Januar 2010. Abgerufen am 26. Mai 2012. 
  3. Andreas B. Eisingerich, Tobias Kretschmer: In E-Commerce, More is More. In: Harvard Business Review. 86 (March), 2008, S. 20–21.
  4. Neun freie Shopsysteme im Vergleich: E-Commerce mit Open Source. In: t3n. 3. September 2008, abgerufen am 21. Juni 2012.
  5.  Wolfgang Fritz: Internet-Marketing und Electronic Commerce: Grundlagen. Gabler Verlag, 2004, ISBN 978-3-322-99595-7, S. 317.