Gitzenweiler Hof

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Der Gitzenweiler Hof ist eine geschichtsträchtige / historische Gemarkung auf dem Gebiet der Gemarkung Gitzenweiler, zum Lindauer Ortsteil Oberreitnau gehörig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehr als 625-jährige Geschichte des Gitzenweiler Hofs, der erstmals 1384 erwähnt wurde, führt mit seinen zahlreichen teils berühmten und adligen Besitzern, darunter auch verschiedene Bürgermeister von Lindau, durch alle Höhen und Tiefen der vergangenen Jahrhunderte. Historisch gewachsen und von zeitgeschichtlicher Bedeutung steht auch heute noch das mehr als 300 Jahre alte Herrenhaus.

Gitzenweiler Herrenhaus

Im 14. Jahrhundert lebte auf den Höfen der Ritter Ulrich zu Ebersberg. Er verkaufte 1384 laut der Niederschriften im Stadtarchiv Lindau seinen Hof mit mehreren anderen Gütern an den Lindauer Bürger Heinrich Sürg. Ende des 15. Jahrhunderts gehörte das Gut dem Bürgermeister Hans Dehler von Lindau. Im 16. Jahrhundert forderten Bauern den Bürger Dietrich Hurlewangen auf, sich bei der großen Bauernrevolte zum Hauptmann und Führer des Seehaufens wählen zu lassen.

Valentin Heider (1605–1664) war Patrizier der damaligen Reichsstadt Lindau und Gesandter zum Westfälischen Frieden. Sein ältester Sohn war Johann Andreas Heider (6. Januar 1639, † 28. Juni 1719), der das Gut Gitzenweiler Hof um 1700 erwarb, wonach er und seine Familie sich folgend „von Heider zu Gitzenweiler“ nannte.[1] Er war Ratssyndikus der Reichsstadt Lindau und herzoglich württembergischer Geheimer Rat. 1708 erhielt er einen kaiserlichen Bestätigungsbrief des rittermäßigen Adelsstandes seiner Familie, nebst einer Wappenbesserung.

Der ihn überlebende Sohn war Gottlieb von Heider zu Gitzenweiler (1679–1753), der sich auch zuweilen, in der lateinischen Übersetzung seines Rufnamens, „Theophil“ nannte. Dieser war ebenfalls Jurist, herzoglich württembergischer Rat, älterer Bürgermeister sowie Präses des Kirchen- und Schulrats seiner Vaterstadt Lindau. Er überlebte zwar seine beiden ledig gebliebenen, bereits 1700 bzw. 1706 verstorbenen Brüder Daniel und Johann David, aber da jede seiner drei Ehen kinderlos geblieben war, starb er 1753 als der letzte Heider zu Gitzenweiler.[2] Das Wappen derer von Heider zu Gitzenweiler ist heute noch im Original am Gitzenweiler Herrenhaus und in Lindau/Bodensee am Alten Rathaus (oben rechts am Zifferblatt) zu betrachten.

Heute befindet sich auf dem Gelände ein Campingplatz mit über 500 Stellplätzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Johann Georgius Bittelmair: Die Selige Todten, Lindau 1709, S. 38 (Online).
  2. Karl Kiefer: Der Lindauer Zweig der Familie Haider, von Heider und von Haider zu Gitzenweiler. Eine genealogische Skizze, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 36. Jg. 1907, S. 154–164

Koordinaten: 47° 35′ 5,3″ N, 9° 42′ 20,8″ O