Valentin Heider

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Valentin Heider in Anselm van Hulle: Les hommes illustres qui ont vécu dans le XVII. siecle: les principaux potentats.., 1717.
Valentin Heider

Valentin Heider (* 25. März 1605 in Lindau; † 28. November 1664 ebenda) war ein deutscher Jurist und Lindauer Ratsherr. Er vertrat die Interessen der Freien Reichsstädte Schwabens beim Westfälischen Friedensschluss.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Valentin Heider entstammte dem Lindauer Zweig des Patriziergeschlechts der Heider und wurde als zweites von elf Kindern des Lindauer Ratssyndikus Daniel Heider geboren. Als Sohn dieses angesehenen Ratsherrn wurde ihm eine umfassende Bildung zuteil: Zunächst besuchte er die Lateinschule in Kempten. Nach einem fünfjährigen Studium der Rechtswissenschaften in Straßburg und Tübingen wurde er 1627 in Altdorf promoviert. Darauf folgten Studienreisen nach Frankreich und Wien.

Von 1634 an trat er als Syndikus für die Interessen seiner reichsstädtischen Heimatstadt ein; in dieser Aufgabe wurde er nach Wien, Regensburg, sowie nach Nürnberg und auf die Schwäbischen Kreistage gesandt. Beim Westfälischen Friedensschluss vertrat er die Interessen der protestantischen schwäbischen Städte, darunter Kempten und Memmingen, und als württembergischer Gesandter ebenfalls die des Herzogs von Württemberg. Er bewahrte so unter anderem die Unabhängigkeit Lindaus als Freie Reichsstadt. Heider betätigte sich anders als sein Vater nicht als Verfasser von juristischer Fachliteratur, sondern widmete sich weiterhin der Politik.

Er war verheiratet mit Margaretha Elisabeth Gloxin (1629–1671), Tochter des Lübecker Bürgermeisters David Gloxin, den er als Lübecker Syndicus und Gesandten beim Westfälischen Frieden kennengelernt hatte.[1]

Heider gilt außerdem als Stifter des Lindauer Kinderfests, das er in seiner Funktion als Schulratspräsident 1655 begründete.

In Anerkennung seines Verdiensts um den gesamten deutschen Protestantismus, besonders um seine Vaterstadt, schenkte ihm die Stadt Lindau das Gut Lärche, das ihm als Alterssitz diente. Als geachteter Patrizier verstarb Valentin Heider im Alter von 59 Jahren in seiner Heimatstadt.

1991 wurde das Valentin-Heider-Gymnasium in Lindau nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antjekathrin Graßmann: Gloxin-Familie, in: Alken Bruns (Hrsg.): Lübecker Lebensläufe. Neumünster: Wachholtz 1993 ISBN 3529027294, S. 159