Gletscherfalter

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Gletscherfalter
Oeneis glacialis.jpg

Gletscherfalter (Oeneis glacialis)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Gattung: Oeneis
Art: Gletscherfalter
Wissenschaftlicher Name
Oeneis glacialis
(Moll, 1783)
Gletscherfalter

Der Gletscherfalter (Oeneis glacialis) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittelgroßen Falter haben eine Flügelspannweite von 48 bis 58 Millimetern. Sie haben bräunliche Vorder- und Hinterflügel mit einer undeutlichen gelblichen Außenbinde, in der sich dunkle Augen befinden. Die individuelle Variationsbreite ist beträchtlich, namentlich in Bezug auf Färbung und Augenzahl. Hellere, ockerbräunliche Falter haben oft mehr und auch größere Augen. Die f.unicolor Rbl. ist fast einfarbig schwarzgrau mit verblasster ockergelber Binde und kleinen Augen.[1] Die braune Form hat eine gewisse Ähnlichkeit zum Ockerbindigen Samtfalter (Hipparchia semele), kann aber wegen des Vorkommens in unterschiedlichen Höhenlagen nicht verwechselt werden. Das Ei ist länglich mit dichtstehenden Längsrippen und von weißlicher Farbe.

Ähnliche Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gletscherfalter kommt im Hochgebirge, ausschließlich im Alpenraum oberhalb der Baumgrenze vor, hauptsächlich in Höhen zwischen 1200 und 3000 Metern.[2] Gebietsweise ist die Art an eng begrenzten Stellen häufig, wegen der zweijährigen Entwicklungszeit jedoch oft nur jedes zweite Jahr. Bevorzugtes Fluggebiet sind Geröllhalden und steinige Almwiesen, über die der Falter in niedrigem Flug gleitet. Er verweilt gerne auf Felsen in der Sonne und saugt gelegentlich an Stängellosem Leimkraut (Silene acaulis).[3]

Flug- und Raupenzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Falter fliegen von Juni bis August. Die Raupenzeit ist von September bis Juni des übernächsten Jahres. Die Jungraupen überwintern erstmals vor der ersten Häutung und nochmals voll ausgewachsen.

Futterpflanzen der Raupen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Schwingel-Arten (Festucae).

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oeneis aello

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Osthelder: Die Schmetterlinge Südbayerns. Beilage zum 15. Jg. der Münchener Entomologischen Gesellschaft.
  2. Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten: Oeneis glacialis (MOLL, 1783) - Gletscherfalter
  3. Walter Forster, Theodor A. Wohlfahrt: Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Band 2: Tagfalter. (Rhopalocera und Hesperiidae). Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1955, DNB 456642188.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oeneis glacialis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Gletscherfalter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen