Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Naturschutzgebiet Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Gohrischheide im Naturschutzgebiet Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain

Lage Zeithain, Wülknitz, Sachsen, Deutschland
Fläche 28,47 km²
Kennung D 95
WDPA-ID 318447
Geographische Lage 51° 24′ N, 13° 20′ OKoordinaten: 51° 23′ 42″ N, 13° 19′ 54″ O
Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain (Sachsen)
Einrichtungsdatum 11. Januar 2011

Die Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain bilden ein Naturschutzgebiet (NSG) im Landkreis Meißen in Sachsen. Das 2.846,99 ha große Gebiet mit der NSG-Nr. D 95 befindet sich etwa 5 Kilometer nördlich der sächsischen Gemeinde Zeithain. Flächenmäßig gehört das Naturschutzgebiet zur Gemeinde Zeithain, der Gemeinde Wülknitz und zu Nauwalde, einem Ortsteil der Stadt Gröditz.

Das Naturschutzgebiet wurde durch eine Verordnung des Landratsamtes Meißen vom 11. Januar 2011 (SächsGVBl. S. 45) festgesetzt. Das Forstrevier gehört zum Staatsbetrieb Sachsenforst, NSG-Verwaltung Königsbrücker Heide/Gohrischheide.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Purpur-Königskerze (Verbascum phoeniceum)

Im Naturschutzgebiet ist eine 454,4 ha große Sonderschutzzone ausgewiesen, die für Sukzession und Entwicklung vorgesehen ist. Das Gebiet ist Bestandteil des FFH-Gebietes Nr. 4545-304 „Gohrischheide und Elbniederterrasse Zeithain“ und des Europäischen Vogelschutzgebietes Nr. 4545-451 „Gohrischheide“. Im Gebiet sind die Lebensräume von gemeinschaftlicher Bedeutung gemäß Anhang I der FFH-Richtlinie „Binnendünen mit offenen Grasflächen“ und „Trockene Heiden“ anzutreffen. Des Weiteren gibt es Restvorkommen der Purpur-Königskerze (Verbascum phoeniceum), die als Bestandteil des trockenwarmen Halboffenlandes in ihrem Fortbestand zu sichern ist.

Im Jahr 2014 wurden in einigen ausgewählten Randbereichen des Naturschutzgebiets markierte Besucherpfade angelegt, ein 6 m hoher hölzerner Aussichtsturm () errichtet und dadurch eine eingeschränkte touristische Erschließung geschaffen.[2]

Waldbrand 2022[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gohrischheide sowie umliegenden Gemeinden kam es Ende Juni 2022 zu einem großen Flächenbrand, der sich auf mindestens 900 ha Heide-, Wald- und Ackerflächen ausbreitete. Ausgelöst wurde das Feuer mutmaßlich durch Brandstiftung an mindestens drei Stellen.[3] Betroffen waren neben Flächen in Sachsen auch ca. 350 ha im angrenzenden Brandenburg, wohin sich der Brand infolge der Windbedingungen ausbreitete. Aufgrund des Brandes wurde Kosilenzien zeitweise evakuiert. Nach zwei Tagen konnte der Brand unter starkem Einsatz von Feuerwehrkräften sowie Löschhubschraubern und unter Mithilfe von leichten Niederschlägen eingedämmt werden. Zu dem Zeitpunkt existierten aber weiter eine Vielzahl von Glutnestern und in einem unzugänglichen Teil der Heide auch offenes Feuer, sodass eine erneute Ausbreitung zu dem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte. Erschwert wurde die Brandbekämpfung durch die teils mit Munition belasteten Böden. Eine Sprecherin der Feuerwehr erklärte, ein vergleichbar großer Brand sei in der Gegend zuvor nicht aufgetreten.[4][5][6]

Mit Stand 1. Juli 2022 war das Feuer noch nicht vollständig gelöscht. Für die Brandbekämpfung kamen unter anderem Bergepanzer der Bundeswehr sowie eine gepanzerte Waldrückemaschine zum Einsatz. Der monetäre Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 13,5 Millionen Euro.[3] Laut Sachsenforst ist es der größte Waldbrand in Sachsen seit 30 Jahren.[7] Damals brannten bei Weißwasser 1600 ha Wald.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturschutzgebietsverwaltung Königsbrücker Heide/ Gohrischheide. (PDF; 0,5 MB) Staatsbetrieb Sachsenforst, 2020, abgerufen am 26. Juli 2022.
  2. Sachsenforst plant Besucherpfade im Naturschutzgebiet Gohrischheide in forstpraxis.de vom 12. Februar 2014, abgerufen am 26. Januar 2018
  3. a b Feuer wurden vorsätzlich gelegt – sogar noch bei den Löscharbeiten. In: Der Tagesspiegel, 1. Juli 2022. Abgerufen am 1. Juli 2022.
  4. Waldbrand unter Kontrolle – Offene Fragen zur Evakuierung von Kröbeln . In: RBB24, 25. Juni 2022. Abgerufen am 26. Juni 2022.
  5. Waldbrand unter Kontrolle – Experten besorgt wegen hoher Temperaturen am Sonntag. In: Der Tagesspiegel, 25. Juni 2022. Abgerufen am 26. Juni 2022.
  6. Waldbrand in der Gohrischheide wird noch tagelang brennen. In: Sächsische Zeitung, 26. Juni 2022. Abgerufen am 26. Juni 2022.
  7. Sachsenforst zieht erste Bilanz in der Gohrischheide. Staatsbetrieb Sachsenforst, 1. Juli 2022, abgerufen am 26. Juli 2022.