Gombe-Stream-Nationalpark

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Gombe-Stream-Nationalpark

IUCN-Kategorie II – National Park

Schimpansenmutter mit Kind.

Lage Westen Tansanias
Fläche 52 km²
WDPA-ID 926
Geographische Lage 4° 41′ S, 29° 37′ OKoordinaten: 4° 41′ 27″ S, 29° 37′ 30″ O
Gombe-Stream-Nationalpark (Tansania)
Einrichtungsdatum 1968
Verwaltung TANAPA
Ausgewachsener männlicher Schimpanse.

Der Gombe-Stream-Nationalpark ist ein Nationalpark im Westen von Tansania (Ostafrika), direkt am Ostufer des Tanganjikasees. Er umfasst eine Fläche von etwa 52 Quadratkilometer und ist damit einer der kleinsten Nationalparks in Tansania. Er liegt 16 km nördlich der Stadt Kigoma in der Region Kigoma, unweit der Grenze zu Burundi.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fütterungsstation aus Jane Goodalls Zeiten.

Die Größe des Parks wird in verschiedenen Quellen mit 34, 52 oder 71 Quadratkilometern angegeben.[1][2][3] Das Land steigt vom Ufer des Tanganjikasees, der rund 770 Meter über dem Meer liegt, bis auf 1600 Meter steil an. Es ist ein schmaler Streifen alten Bergwaldes, der von tiefen Tälern durchzogen wird.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet wurde im Jahr 1943 als wichtiger Lebensraum für Schimpansen und andere Tiere erkannt und als Reservat ausgewiesen. Berühmt wurde der Park durch die Arbeiten der Verhaltensforscherin Jane Goodall, die 1960 hier ihre Arbeiten mit Schimpansen begann. Im Jahr 1968 wurde Gombe zum Nationalpark erklärt.[6]

Eine der wichtigsten Erkenntnisse Goodalls Verhaltensforschung war die Beobachtung Ende der 1980er Jahre, dass Primaten sich gegenseitig absichtsvoll töten. Dieses aggressive Verhalten wurde seitdem bei verschiedenen Schimpansenkolonien in 15 Fällen dokumentiert.[7]

Der Nationalpark liegt rund zwanzig Kilometer nördlich von Ujiji, wo im Jahr 1871 der britische Forscher H.M. Stanley auf den verschollenen Entdecker und Missionar David Livingstone traf.[5]

Biodiversität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Schimpansen leben im Park Rote Stummelaffen, Anubispaviane, Rotschwanzmeerkatzen, Weißkehlmeerkatzen, Buschböcke, Buschschweine und Leoparden.[8] Insgesamt wurden im Park 87 Säugetier-, 367 Vogel-, 40 Reptilien- und 23 Amphibienarten sowie 1.174 Pflanzenarten dokumentiert.[9]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nationalpark wird am einfachsten mit dem Boot von Kigoma aus erreicht. Unter der Führung von Park-Rangers können Schimpansen bei ihren täglichen Aktivitäten beobachtet werden.[6] Nur rund zweitausend Besucher kommen jährlich in den Park, sodass die Touren nicht überfüllt sind.[10] Die beste Besuchszeit ist die Trockenzeit von Juli bis Oktober.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gombe Stream National Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gombe National Park. Abgerufen am 26. September 2020.
  2. National Environment Statistics Report 2017. (PDF) The United Republic of Tanzania, 2017, S. 38, abgerufen am 26. September 2020.
  3. History |TANZANIA NATIONAL PARKS. Abgerufen am 26. September 2020.
  4. Maps for the World, Map 500k--xb35-2. Russian Army Maps, abgerufen am 26. September 2020 (russisch).
  5. a b Jane Goodall's Wild Chimpanzees | Gombe Stream National Park | Nature | PBS. 3. März 1996, abgerufen am 26. September 2020 (amerikanisches Englisch).
  6. a b Tanzania National Parks. Januar 2020, S. 6–7, abgerufen am 26. September 2020.
  7. Christian Weber: Konflikte unter Affen: Schimpansen sind geborene Killer. Abgerufen am 27. September 2020.
  8. a b Top 10 Best National Parks in Tanzania – Overview | Bookmundi. Abgerufen am 27. September 2020 (englisch).
  9. Information auf der Website der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft (PDF; 1,5 MB)
  10. The Economic Survey 2017. (PDF) Ministry of Finance and Planning, Juli 2018, S. 146, abgerufen am 27. September 2020.