Gone to Earth (Barclay-James-Harvest-Album)

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Gone to Earth
Studioalbum von Barclay James Harvest
Veröffentlichung September 1977[1]
(Original-Album),
2. Juni 2003[1]
(überarbeitete CD-Neuveröffentlichung)
Label Polydor
Format LP, MC, CD
Genre Rock
Anzahl der Titel 9 (1977) / 14 (2003)
Laufzeit 39 Min. 50 Sek. (Original Album)

Besetzung

siehe unten

Produktion David Rohl, Barclay James Harvest
Studio Strawberry Studios, Stockport
Chronologie
Octoberon
(1976)
Gone to Earth Live Tapes (Live)
(1978)

Gone to Earth ist das neunte Studioalbum der englischen Rockgruppe Barclay James Harvest, das im September 1977[1] beim Label Polydor veröffentlicht wurde. Der Titel ist der Jägersprache entlehnt und bedeutet, dass der Fuchs den Bau erreicht hat.[1]

Die Aufnahmearbeiten fanden von März bis Juni 1977[1] in den Strawberry Studios in Stockport statt. Acht der neun Lieder stammen aus der Feder von John Lees und Les Holroyd. Keyboarder Woolly Wolstenholme steuerte den Song Sea of Tranquility bei.[1]

Bekannteste Songs[Bearbeiten]

Der bekannteste Song des Albums, Hymn (engl. für Kirchenlied), wurde von Lees bereits in der Frühphase der Band geschrieben, im Sommer 1971[1] für das Album Barclay James Harvest and Other Short Stories vorgeschlagen und abgelehnt und oft als Weihnachtslied missinterpretiert. Tatsächlich ist das Lied aber gegen die Gefahren des Drogenkonsums gerichtet und den an Drogen gestorbenen Musikern Jimi Hendrix, Paul Kossoff und Janis Joplin gewidmet.[1] Besonders Ende der 1970er-Jahre und in den 1980er Jahren war es ein häufig gespielter Titel in den deutschen Radiostationen. Das auch von Lees geschriebene Lied Poor Man's Moody Blues ist eine ironische Reaktion auf viele Kritikerstimmen, die Barclay James Harvest als „Moody Blues für Arme“ bezeichnet hatten. Die Melodie ist eine Referenz an den Moody-Blues-Titel Nights in White Satin. Sowohl Hymn als auch Poor Man's Moody Blues gehören zu den beliebtesten und meist gespielten Titeln in Konzerten von Barclay James Harvest sowie deren Nachfolgebands John Lees' Barclay James Harvest und Barclay James Harvest Featuring Les Holroyd und sind auch auf dem Live-Album "Live-Tapes" von 1978 vertreten. Hymn ist zudem auf dem erfolgreichen Live-Album Berlin – A Concert for the People von 1982 zu hören.[2] 2001 wurde der Song Hymn von der Gruppe Gregorian gecovert.

Singles und Neuveröffentlichungen[Bearbeiten]

Die Songs Hymn und Friend of Mine wurden als Singles ausgekoppelt. Sie konnten sich allerdings nicht in den Single-Charts platzieren. Beide Single-Versionen sind auf der CD-Version von Gone To Earth zu finden, die von Polydor/Universal am 2. Juni 2003[1] wiederveröffentlicht wurde. Des Weiteren wurden der bis dahin unveröffentlichte Titel Lied (oder Please Give Me One More Chance), Our Kids Kid (dies ist die B-Seite der Single Hymn) und eine Live-Version des Songs Medicine Man von 1971 als Bonusmaterial aufgenommen.

Album-Cover[Bearbeiten]

Das von Maldwyn Reece Tootill entworfene Original-Albumcover (Langspielplatte) ist in der Mitte ausgeschnitten. Auf der Außenhülle sind die Umrisse eines Baumes und das Logo von Barclay James Harvest zu sehen. Die Innenhülle zeigt auf der Vorderseite eine Eule vor der untergehenden Sonne sowie die Songtexte. Auf der Rückseite sind die Bandmitglieder, die Titelliste und eine Eule vor dem Mond abgebildet.[1]

Charts[Bearbeiten]

In England, wo Barclay James Harvest nie hohe Hitparadenplätze erreichen konnte, kam Gone To Earth bis auf Position 30 der Charts. In Deutschland dagegen stieg das Album bis auf Platz 10 und verblieb 197 Wochen in der Album-Verkaufshitparade.[2] Damit steht es hinter My Fair Lady von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe (242 Wochen), Greatest Hits von Simon and Garfunkel (242 Wochen), The Beatles 1962-1966 von The Beatles (297 Wochen), Wish You Were Here von Pink Floyd (312 Wochen) sowie Best Of von Andrea Berg (337 Wochen) auf Platz 6 der am längsten in den deutschen Album-Charts platzierten Alben.

Kritiken[Bearbeiten]

Dave Connolly schrieb bei Allmusic: Selten hat die Band im Studio angenehmer geklungen und das Resultat auf dem Album ist genauso reizvoll, wie es während der Aufnahmearbeiten war. Der Rezensent der Zeitschrift Sounds nannte den Titel Poor Man's Moody Blues eine „treffende Selbsteinschätzung“ für diese „überflüssige Saccharin-LP“.[3]

Songliste[Bearbeiten]

Original-Album, 1977[Bearbeiten]

  • Hymn (Lees) – 5:06
  • Love Is Like a Violin (Lees) – 4:03
  • Friend of Mine (Holroyd) – 3:30
  • Poor Man's Moody Blues (Lees) – 6:55
  • Hard Hearted Woman (Holroyd) – 4:27
  • Sea of Tranquility (Wolstenholme) – 4:03
  • Spirit on the Water (Holroyd) – 4:49
  • Leper's Song (Lees) – 3:34
  • Taking Me Higher (Holroyd) – 3:07

Album-Neuveröffentlichung, 2003[Bearbeiten]

Neben den Liedern des Original-Albums enthält die Album-Neuveröffentlichung von 2003 fünf Bonus-Songs:

  • Lied (Lees), zuvor unveröffentlicht – 5:05
  • Our Kid's Kid (Lees), B-Seite der Single Hymn – 4:00
  • Hymn (Lees), Single-Edit, zuvor unveröffentlicht – 4:26
  • Friend of Mine (Holroyd), Single-Version – 3:01
  • Medicine Man (Lees), Live-EP-Version – 11:53

Besetzung[Bearbeiten]

Auf Gone to Earth sind nur die Mitglieder von Barclay James Harvest ohne Gastmusiker zu hören:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Barclay James Harvest Album Portfolio: Gone to Earth, auf bjharvest.co.uk
  2. a b Frank Ehrlacher: Gone To Earth – Album-Info und CD-Kritik, 2007
  3. Sounds. Platten 66–77, Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1979, S. 1526

Quellen[Bearbeiten]