Grüne Nieswurz

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Grüne Nieswurz
Grüne Nieswurz (Helleborus viridis), Blüte

Grüne Nieswurz (Helleborus viridis), Blüte

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Helleboreae
Gattung: Nieswurz (Helleborus)
Art: Grüne Nieswurz
Wissenschaftlicher Name
Helleborus viridis
L.

Die Grüne Nieswurz (Helleborus viridis) ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Diese giftige Pflanze wurde früher als Heilpflanze eingesetzt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitus

Die Grüne Nieswurz ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 40, aber selten bis zu 60 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist bis zum Blütenstand kahl.

Die Laubblätter sind in langen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die handförmig geteilten Blattspreiten sind sieben- bis neunteilig mit gesägten Abschnitten. Die Laubblätter gehen fließend über die Hochblätter in die Blütenhüllblätter, bei welchen es sich eigentlich um die Kelchblätter handelt, über. Im Gegensatz zur Schneerose (Helleborus niger) hat die Grüne Nieswurz meist zwei grundständige Blätter, die nicht überwintern.

Die Blütezeit reicht von März bis Mai. Die halb hängenden Blüten haben eine hell- bis gelbgrüne Farbe, sind flach ausgebreitet und 4 bis 6 Zentimeter groß. Die Grüne Nieswurz bringt je Blüte zwei bis fünf vielsamige Balgfrüchte hervor.

Die Chromosomenzahl beträgt für beide Unterarten 2n = 32.[1][2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet von Helleborus viridis liegt hauptsächlich im südlichen Europa, sie kommt aber auch in Mitteleuropa vor. Die ursprüngliche Verbreitung der Grünen Nieswurz ist unklar, da sie als Heilpflanze kultiviert wurde und immer wieder verwildert ist. Ihr mitteleuropäisches Areal erstreckt nordwärts bis England, Belgien, Norddeutschland, die Tschechoslowakei und Polen und südwärts bis Spanien und Norditalien.

Sie besiedelt im nördlichen Teil der Mittelgebirge (etwa bis zur Lahn), im Odenwald, am Ober- und Hochrhein, im Alpenvorland, im östlichen und nördlichen Österreich lichte Buchenwälder. Insgesamt ist sie in Mitteleuropa sehr selten, sie tritt jedoch gelegentlich in individuenreichen Beständen auf. In Deutschland wächst sie vereinzelt vom Tiefland bis in die Gebirgsregionen. In den Alpen kommt sie bis in Höhenlagen von 1000 Metern vor. Sie gedeiht in Mitteleuropa am besten in tiefgründigen, humusreichen, kalkhaltigen und mullreichen Lehmböden in Wäldern und Gebüschen. Sie kommt besonders in Gesellschaften der Ordnung Fagetalia vor.

Die Grüne Nieswurz hat seit Ende des Zweiten Weltkriegs viele Standorte eingebüßt.

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Am Naturstandort ist sie aber meist geschützt.

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden zwei Unterarten unterschieden:

  • Helleborus viridis subsp. occidentalis (Reuter) Schiffner: Die Blätter sind unterseits kahl. Sie kommt in Westeuropa vor.[1]
  • Helleborus viridis subsp. viridis: Die Blätter sind unterseits behaart. Sie kommt in Mitteleuropa und in den Westalpen vor.[1]

Giftigkeit und Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Pflanzenteile sind sehr stark giftig.

Hauptwirkstoffe sind: etwa 0,1 % Hellebrin, daneben die Alkaloide Celliamin, Sprintillamin und Sprintillin. In den Wurzeln ist außerdem Desglucohellebrin und das Bufadienolid 14-Hydroxy-3-oxo-1,4,20,22-bufatetraenolid vorhanden.[3]

Die Alkaloide stehen in ihrer Wirkung dem Cevadin (Veratrin), dem Aconitin und Delphinin sehr nahe. Sie enthält etwa 0,1 % Helleborein, daneben sind Hellebrin, Celliamin, Sprintillamin und weitere Inhaltsstoffe vorhanden. Die Hauptwirkung ist eine Erregung motorischer Hirnzentren (zuerst der Atmung, dann Unruhe und Krämpfe, endlich Lähmung, insbesondere Atemlähmung); am Herzen erzeugen die Viridis-Alkaloide Bradycardie und negative Inotropie. Celliamin und Sprintillamin töten wahrscheinlich durch eine unmittelbare Schädigung des Atemzentrums.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die giftige Grüne Nieswurz wurde früher als Heilpflanze kultiviert. Unter anderem wurde aus dem getrockneten „Wurzelstock“ ein Niespulver gewonnen, was auch der Grund für den deutschen Trivialnamen Grüne Nieswurz ist.[4]

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Sie wird aufgrund ihrer ungewöhnlichen Blütenfarbe als Zierpflanze verwendet.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Steinbachs großer Pflanzenführer. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4903-6.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. 2., ergänzte Auflage. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta): Lycopodiaceae bis Plumbaginaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1993, ISBN 3-8001-3322-9.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 2: Eibengewächse bis Schmetterlingsblütengewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 8. Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Akateeminen Kirjakauppa, The Committee for Mapping the Flora of Europe & Societas Biologica Fennica Vanamo, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 25.
  2. Helleborus viridis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. a b Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie, allergische und phototoxische Reaktionen. Mit Sonderteil über Gifttiere. 6., überarbeitete Auflage, Sonderausgabe. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.
  4. Die Grüne Nieswurz als Giftpflanze bei www.gifte.de.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grüne Nieswurz (Helleborus viridis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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