Grand Corps Malade

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Grand Corps Malade (2018)

Grand Corps Malade (* 31. Juli 1977 in Le Blanc-Mesnil, Département Seine-Saint-Denis, Frankreich), eigentlich Fabien Marsaud, ist ein französischer Poetry-Slam-Künstler und Regisseur. Den Künstlernamen, übersetzt „Großer kranker Körper“, trägt er seit 2003, nachdem ein Unfall 1997 seinen Unterleib teilweise lähmte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marsaud wuchs bei Paris auf. 1997 verschoben sich bei einem verpatzten Sprung in ein Schwimmbecken seine Wirbel, seitdem sind seine Beine gelähmt. Er schaffte es 1999, sich mit Hilfe einer Krücke wieder alleine zu bewegen, die inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist.

Nach seinem Einstieg 2003 in die französische Slamszene übernahm er das Pseudonym „Grand Corps Malade“ und stieg zum ersten Mal im Oktober in einer Pariser Bar auf die Bühne. Er fasste langsam Fuß und gewann, auch durch diverse Siege bei Slam-Wettbewerben, mehr und mehr an Bekanntheit.

2004 gründete er dann mit sechs anderen Kollegen Le Cercle des Poètes sans Instru (deutsch „Der Kreis der Poeten ohne Bildung“). Die Gruppe bestand unter anderem aus den Mitgliedern des Kollektiv 129H, die die Vorreiter des Genres in Frankreich waren. Zusammen traten sie auf vielen Musikfestivals auf. 2005 gründete Grand Corps Malade den Verein Flow d’encre (deutsch „Tintenstrom“) und animiert seitdem aktiv verschiedene Schreib- und Slamgruppen in sozialen Einrichtungen, Schulen und Altenheimen.

2005 schlug ihm ein Freund vor, eine Musikbegleitung für seine Texte zu schreiben, worauf Grand Corps Malade sein erstes Album mit dem Titel Midi 20 (dt. „20 nach 12“) aufnahm. Als das Album am 27. März 2006 veröffentlicht wurde, stieg es schnell an die Spitze der Charts.[1]

Nach seinem ersten Album startete Grand Corps Malade eine große Frankreich-Tournee, bei der er vor größerem Publikum bis Ende 2007 120 Mal auftrat. Am 10. März 2007 wurde er anlässlich der Veranstaltung Victoires de la Musique mit den Preisen für den Newcomer des Jahres und das Erstlingsalbum des Jahres (artiste révélation de l’année und album révélation de l’année) ausgezeichnet.[2] Am 31. März 2008 erschien sein zweites Album Enfant de la ville (deutsch „Stadtkind“).

Im Jahr 2016 gab er mit dem Film Lieber leben sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor. Ko-Regisseur war Mehdi Idir. Der Film basiert dabei auf Malades eigenem Leben.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
FrankreichFrankreich FR SchweizSchweiz CH
2006 Midi 20
3
GoldGold

(92 Wo.)
28
GoldGold

(31 Wo.)
2008 Enfant de la Ville
2
(89 Wo.)
15
GoldGold

(22 Wo.)
2010 3ème Temps
3
(39 Wo.)
20
(9 Wo.)
2013 Funambule
5
(35 Wo.)
34
(6 Wo.)
2015 Il nous restera ça
5
(17 Wo.)
11
(6 Wo.)
2018 Plan B
2
PlatinPlatin

(62 Wo.)
4
(10 Wo.)

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
FrankreichFrankreich FR SchweizSchweiz CH
2006 2cd originaux: Midi 20 / Enfant de la ville
189
(5 Wo.)
300!

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
FrankreichFrankreich FR SchweizSchweiz CH
2011 Inch’Allah
59
(21 Wo.)
300!
2013 Te manquer
Funambule
47
(4 Wo.)
300!
Funambule
Funambule
189
(1 Wo.)
300!
2014 15h du matin
50
(3 Wo.)
300!
2016 Pocahontas
189
(1 Wo.)
300!
2018 Dimanche soir
98
(4 Wo.)
95
(1 Wo.)

Weitere Singles

  • 2006: 6e sens (Midi 20)
  • 2006: Midi 20 (Midi 20)
  • 2008: Les voyages en Train (Midi 20)
  • 2009: Enfant de la Ville (Enfant de la Ville; Promo-Single mit Auszügen aus dem Album)
  • 2009: Je viens de là (Enfant de la Ville)
  • 2010: Éducation nationale (3e Temps)
  • 2010: Roméo kiffe Juliette (3e Temps)
  • 2010: Définitivement (3e Temps)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Album verkauft sich innerhalb von nur drei Wochen 100.000 Mal und ist unter den Top 10 der Albenverkäufe für 2006. Bertrand Dicale. In: „La grande gloire saine de Grand Corps Malade“ (Memento des Originals vom 25. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lefigaro.fr. Le Figaro, 15. Oktober 2007.
  2. Victoires de la musique, Sektion „Palmarès 2007“ (Memento des Originals vom 28. März 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/victoiresvarietes.france2.fr.
  3. a b c Chartquellen: FR CH
  4. Auszeichnungen für Musikverkäufe: CH FR FR2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grand Corps Malade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien