Künstlerhaus Graz

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Künstlerhaus Graz, Haupteingang, während des Steirischen Herbsts 2005
Künstlerhaus Graz, Seiteneingang (Grafikraum) während des Steirischen Herbsts 2005

Das Künstlerhaus ist ein Ausstellungshaus für bildende Kunst in Graz. Es ist der zeitgenössischen Kunst gewidmet. Seit Januar 2013 verantwortet der Kunstverein Medienturm mit seinem Team die programmatische Ausrichtung und den Betrieb des Hauses.

Als erster Kulturbau Österreichs ist das Künstlerhaus 1951 durch Leo Scheu richtiggehend aus dem Schutt des Krieges erbaut worden. Ähnlich der Documenta (Kassel) ist das Künstlerhaus der Anbindung an die Moderne verpflichtet, in diesem Zusammenhang waren hier immer wieder wesentliche Ausstellungen zu sehen, etwa „ambiente/environment“ im Rahmen der Dreiländerbiennale „Trigon“, 1967.

Das 2013 nach einer umfangreichen Generalsanierung wieder eröffnete und neu positionierte Künstlerhaus zeigt zeitgenössische Kunst aktueller internationaler Strömungen unter Einbindung herausragender steirischer Künstler.

Mit spezifischer Kompetenz und unter unabhängiger Leitung des vergleichsweise jungen, von 2000 bis 2012[1] in einem ehemaligen Grazer Wasserturm ansässig gewesenen Kunstvereins Medienturm agiert die von Sandro Droschl geleitete Institution mit medialer Umsicht, ist sich den Anforderungen und Ansprüchen eines regionalen wie internationalen Kunstpublikums gewahr und sucht dabei konsequent die Verbindung von junger und darauf bezogener etablierter Kunst. Mit einer zeitgemäßen Ausrichtung und als ehrwürdige Institution im neuen Glanz entspricht das 1951 erbaute Künstlerhaus seinem traditionellen Ruf eines der architektonisch schönsten Ausstellungshäuser Österreichs und ist zugleich um ideale Rahmenbedingungen für die Präsentation und Auseinandersetzung mit aktueller Kunst bestrebt. Im Foyer liegen zahlreiche internationale Kunstzeitschriften, Publikationen der Institution und Informationsmaterial zu den jeweiligen Ausstellungen zur Lektüre und Ansicht auf.


Das Künstlerhaus eröffnete am 6. März 2013 mit der Ausstellung Chat Jet (Part 1) – Malerei ‹jenseits› ihres Mediums.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1909 stimmte der Gemeinderat von Graz für das später vor dem Burgtor genützte Grundstück, 1910 jedoch schritten 1327 angesehene Bürger, inoffiziell angeregt von einem Ausschussmitglied des Stadtverschönerungsvereins, im Wege einer Bittschrift gegen diese Entscheidung ein, und es entwickelte sich umgehend eine tiefgreifende Diskussion um alternative Standorte.[2]

Das Künstlerhaus wurde allerdings erst 1951 an der Adresse Burgring 2 errichtet und am 20. Juni 1952 (mit dem großen Saal, der angeschlossenen Apsis und dem abgesetzten Grafikraum) mit einer Ausstellung steirischer Künstler eröffnet.[3] Erbaut wurde das Künstlerhaus Graz nach dem Entwurf des Architekten Robert Haueisen[4] vom Grazer Stadtbauamt unter Beratung von Leo Scheu. Die Dreiländerbiennale trigon 1967 fand unter dem Titel ambiente/environment statt.[5] Die Ausstellungsgestaltung hatten Günther Domenig und Eilfried Huth über. Bis 1992 fanden hier die von der Neuen Galerie Graz ausgerichteten Dreiländerbiennalen trigon, darunter Audiovisuelle Botschaften (1973)[6] und weitere thematische Ausstellungen statt.

Von 2003 bis 2012 war das Künstlerhaus eine Abteilung des Universalmuseums Joanneum unter künstlerischer Leitung von Werner Fenz, die sich mit den dem Haus zugehörigen Künstlervereinigungen – Berufsvereinigung bildender Künstler Steiermark, Sezession Graz, Steiermärkischer Kunstverein – Werkbund, Vereinigung bildender Künstler Steiermark und Künstlerbund – die Ausstellungstermine teilt.

Das Künstlerhaus ist somit in sämtlichen Belangen, sowohl organisatorisch als auch wirtschaftlich, unabhängig, und keinem Aufsichtsrat unterstellt. Der Leiter des Vereines, Sandro Droschl, erhielt den Zuschlag für den Betrieb des Hauses ursprünglich über fünf Jahre, dieser wurde jedoch bereits bis 2020 – mit Option bis 2022 – verlängert.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verein der Bildenden Künstler Steiermarks (Hrasg.): Der Bau des Künstlerhauses in Graz. Denkschrift. Verlag des Vereins, Graz 1908, OBV.
  • (Ausschuss zur Gründung des Vereines „Künstlerhaus“): Ein Künstlerhaus in Graz. Selbstverlag des Ausschusses zur Gründung des Vereines „Künstlerhaus“, Graz 1908, OBV.
  • Wilfried Skreiner (Bearb.), Alexander Wied (Red.): Bildende Kunst in der Steiermark, 1945–1960, 23.4.–16.5.1983, Graz, Neue Galerie und Künstlerhaus. Verlag Neue Galerie, Graz 1983, OBV.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Künstlerhaus Graz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sandro Droschl (Red.): Ab 2013 sorgt das Team des Kunstvereins Medienturm (…). In: medienturm.at, abgerufen am 14. August 2015.
  2. A(dalbert) v(on) Drasenovich: Künstlerhausbauplatz. In: Grazer Tagblatt, Morgen-Ausgabe, Nr. 94/1910 (XX. Jahrgang), 6. April 1910, S. 1–4. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/gtb.
  3. Katalog zur Eröffnung des Künstlerhauses in Graz und zur Ausstellung steirischer Künstler. Malerei, Graphik, Plastik. 20. Juni bis 3. August 1952. Graz 1952, OBV.
  4. Stadtpark, Burggarten und Opernring. In: Gertrude Celedin, Wiltraud Resch: Kulturführer Graz. Kunst, Architektur, Wissenschaft, Literatur. Böhlau, Wien (u. a.) 2003, ISBN 3-205-77081-1, S. 149.
  5. trigon 1967
  6. Kulturkalender Graz
  7. https://www.km-k.at/de/institution/building/

Koordinaten: 47° 4′ 18,2″ N, 15° 26′ 40,5″ O