Gregor-Mendel-Gesellschaft-Wien

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Die Gregor-Mendel-Gesellschaft-Wien (GMGW) ist ein wissenschaftlicher Verein mit Sitz in Wien. Zweck und Ziel der Gesellschaft ist es, das Wissen über Gregor Mendel sowie über Angewandte Genetik und deren große Relevanz (insbesondere für Pflanzenzüchtung, Tierzucht, und Humangenetik) in der breiten Öffentlichkeit zu vermehren und dessen Verbreitung zu fördern[1]. Der Verein wurde 1972 von dem Pflanzenzüchter Alfred Buchinger gegründet, der ein Schüler von Erich Tschermak-Seysenegg war, einem der Wiederentdecker der Mendelschen Regeln der Vererbung im Jahr 1900. Der Verein unterliegt dem österreichischen Vereinsrecht und ist Mitglied im Verband wissenschaftlicher Gesellschaften Österreichs[2].

Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gregor-Mendel-Gesellschaft-Wien veranstaltet wissenschaftliche Symposien[3], einzelne Vorträge und Exkursionen, um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Genetik zu untermauern. Seit 2016 nimmt die Gesellschaft am International Mendel Day teil, der am 8. März jeden Jahres begangen wird und an den Vortrag von Gregor Mendel am 8. März 1865 erinnern soll, bei dem Mendel vor der Mährischen Ackerbaugesellschaft in Brünn die Ergebnisse seiner Hybridisierungs-Experimente bei Erbsen vorstellte, welche er 1866 unter dem Titel Versuche über Pflanzen-Hybriden publizierte[4]. Der International Mendel Day wird vom Mendelianum organisiert, einem zum Mährischen Landesmuseum Brünn gehörenden wissenschaftlichen Institut, das sich mit der Sammlung biographischer Details zu Gregor Mendel sowie der Wissenschaftsgeschichte der Genetik beschäftigt. Im Gedenkjahr 2022 wird der 200. Geburtstag von Gregor Mendel in einer Reihe von Vermittlungs-Veranstaltungen mit dem Ziel einer verbesserten Wissenschaftskommunikation gefeiert.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des Vereins waren u. a. Peter Ruckenbauer (1939–2019, Professor an der Universität Hohenheim und der Universität für Bodenkultur Wien) sowie Hermann Hänsel (1918–2005). Der Pflanzenzüchter Hermann Hänsel und dessen Vater Ludwig Hänsel waren mit dem österreichisch-britischen Philosophen Ludwig Wittgenstein befreundet, mit dem sie zeitlebens korrespondierten[5]. Derzeitige Vorstandsmitglieder sind u. a. der Züchtungsforscher Hermann Bürstmayr (Präsident), die Genetikerin Eva Maria Sehr (Präsident-Stellvertreterin), der Veterinärmediziner Gottfried Brem, der Forstgenetiker Berthold Heinze, die Pflanzenzüchterin Franziska Löschenberger und der Populationsgenetiker Gábor Mészáros[6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Vollmann, Gábor Mészáros: Gregor Mendel Society of Vienna: Looking back, looking ahead. In: Folia Mendeliana. Band 54, Nr. 1-2, 2018, S. 23–26 (englisch).
  2. Verband der Wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs. Abgerufen am 21. März 2021.
  3. Vom Erbsenzählen zum Gen-Editieren, Symposium 150 Jahre Mendelsche Regeln. In: Gottfried Brem (Hrsg.): Nova Acta Leopoldina NF. Band 413. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-8047-3703-7.
  4. Gregor Mendel: Versuche über Pflanzen-Hybriden. In: Verhandlungen des naturforschenden Vereines, Brünn. Band 4, 1866, S. 3–47 (gregormendelgesellschaft.at [PDF]).
  5. Ludwig Hänsel - Ludwig Wittgenstein, Eine Freundschaft. In: Ilse Somavilla, Anton Unterkirchner, Christian Paul Berger (Hrsg.): Brenner-Studien. Band XIV. Haymon, Innsbruck 1994, ISBN 3-85218-170-4.
  6. Vorstand. Abgerufen am 21. März 2021.