Griesheimer Bruch

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Griesheimer Bruch

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

Griesheimer Bruch

Griesheimer Bruch

Lage Griesheim
Fläche 34,84
Kennung 1432027
WDPA-ID 318462
Geographische Lage 49° 52′ N, 8° 32′ OKoordinaten: 49° 51′ 36,4″ N, 8° 31′ 38,8″ O
Griesheimer Bruch (Hessen)
Griesheimer Bruch
Einrichtungsdatum 2000

Der Griesheimer Bruch ist ein Naturschutzgebiet (NSG) bei Griesheim in Südhessen.

Naturschutzgebiet Griesheimer Bruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Griesheimer Bruch (historisch auch: Das Griesheimer Bruch) ist ein Wald- und Wiesengelände am Westrand der Gemarkung Griesheim. Auf dem Areal gibt es mehrere Feld- und Waldwege.

Seit 2000 ist der Griesheimer Bruch Naturschutzgebiet und seit 2007 zusätzlich Teilgebiet des EU-Vogelschutzgebietes Hessische Altneckarschlingen.

Geomorphologie und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Griesheimer Bruch ist eine artenreiche, submontane Borstgrasweide auf Silikatboden. Daneben gibt es Pfeifengraswiesen auf kalkreichem, torfigen und tonig-schluffigem Boden (Molinion caeruleae). Wahrscheinlich war der Griesheimer Bruch ursprünglich ein fast rein aus Schwarzerlen-Bruchwald und Grauweiden-Gebüsch aufgebauter Laubwald (Alnetea glutinosae). Der Griesheimer Bruch befindet sich auf einem Boden mit hochanstehendem, wenig schwankendem, aber langsam ziehendem, basenreichem Grundwasser. Die herangeführten Basen neutralisieren die von anaerob lebenden Bodenorganismen erzeugten Säuren und ermöglichen so eine weitgehende Zersetzung der organischen Pflanzenreste durch Bakterien und Regenwürmer. Der mehrere Zentimeter mächtige Bruchwaldtorf (Bruchwaldfehn) aus Holz und Zapfenresten lässt kaum noch Pflanzenstrukturen erkennen. Im Frühjahr, noch vor Beginn der Vegetationsperiode, kann es zu Überschwemmung und länger anhaltender Vernässung des Griesheimer Bruchs kommen. Die nachfolgende, zumindest oberflächliche Austrocknung des Bodens ist im Hinblick auf die Stickstoffmineralisation und die Sauerstoffversorgung eine wesentliche Voraussetzung für die Ansiedlung der flachwurzelnden Schwarzerle. Im Bruchwald selbst lässt der hochanstehende Grundwasserspiegel anstelle typischer Laubwaldarten im Unterwuchs Sumpfpflanzen der Nasswiesen und Röhrichte aufkommen. Der Baumbestand ist nach heutigen Gesichtspunkten forstwirtschaftlich wertlos. Der Griesheimer Bruch wird teilentwässert; wodurch ein Teil des naturschützerisch wertvollen Feuchtbiotops verloren geht.

Der Griesheimer Bruch heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weg im Griesheimer Bruch. Aufgenommen am Abend kurz vor Sonnenuntergang. 360 Grad Panorama aus 10 Bildern.

Der Griesheimer Bruch ist heute kein reiner Schwarzerlen-Bruchwald mehr. Ein Großteil des Areals ähnelt einem teilentwässerten Mischwald mit Waldwiesen. Im Griesheimer Bruch gibt es zahlreiche Feuchtwiesen und Gräben, die einen Lebensraum für heimische Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche bilden. Eine im Jahr 2015 angelegte Amphibienmulde soll die Artenvielfalt noch erhöhen. Der Griesheimer Bruch könnte auch dauerhafte Heimat für einige seltenere Arten (z. B. Grasfrosch, Knoblauchkröte und Kreuzkröte) werden, die an einigen Stellen auf dem Areal auftauchen, aber noch keine dauerhaften Populationen bilden. Für eine dauerhafte Ansiedlung der Amphibien müssen flache, offene Gewässer vorhanden sein; die sich im Frühjahr schnell erwärmen. Das Naturschutzgebiet Griesheimer Bruch bietet auch den jährlich hier brütenden Störchen Nistmöglichkeiten.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Griesheimer Bruch wird über zahlreiche Gräben entwässert. Daneben gibt es auf dem Areal mehrere Fischteiche und eine Amphibienmulde.[1]

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Tiere im Griesheimer Bruch sind:[2]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Pflanzen im Griesheimer Bruch sind:[3]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruch: Zu ahd. und mhd. bruoch st.N.M. „Moorboden, Sumpf“.
    Die Namen erinnern an feuchten Wiesengrund.

Historische Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordwestrand des Griesheimer Bruchs befindet sich die denkmalgeschützte Hohe Brücke.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung: Umweltamt Griesheim, Griesheim 2015
  2. Regierungspräsidium Darmstadt
  3. Regierungspräsidium Darmstadt