Großer Plöner See

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Großer Plöner See
Bootssteg in Bosau
Bootssteg in Bosau
Geographische Lage östliches Schleswig-Holstein
Zuflüsse Schwentine
Abfluss Schwentine
Orte am Ufer Plön, Dersau, Bosau, Ascheberg
Daten
Koordinaten 54° 7′ 49″ N, 10° 24′ 51″ O54.13027777777810.41416666666721Koordinaten: 54° 7′ 49″ N, 10° 24′ 51″ O
Großer Plöner See (Schleswig-Holstein)
Großer Plöner See
Höhe über Meeresspiegel 21 m ü. NN
Fläche 28,4 km²[1]
Länge 7,75 km[2]
Breite 7 km[2]
Volumen 0,3846 km³[1]
Umfang 49,6 km[1]
Maximale Tiefe 56,2 m[1]
Mittlere Tiefe 13,54 m[1]
Einzugsgebiet 382 km²[1]
Besonderheiten

Einer der wenigen nährstoffarmen Seen Schleswig-Holsteins, seit 2003 im stabilen mesotrophen Zustand.

Der Große Plöner See ist ein See im Kreis Plön in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Mit 28 km² Seefläche und einer Tiefe von bis zu 56 m ist der vollständig im Naturpark Holsteinische Schweiz liegende See der größte und tiefste in Schleswig-Holstein. Am Nordufer liegt die Kreisstadt Plön, mit dem Wahrzeichen des Sees, dem auf einer Anhöhe gelegenen Plöner Schloss. Weitere Orte am Ufer des Großen Plöner Sees sind Bosau, Dersau und Ascheberg.

Entstehung[Bearbeiten]

Der Große Plöner See ist als Folge der Vergletscherung Schleswig-Holsteins nach der letzten Eiszeit entstanden. Es handelt sich um ein typisches weichselzeitliches Zungenbecken, dessen Form besonders gut am südlichen Ufer zwischen Bosau und Nehmten nachzuvollziehen ist. Zwei Gletscher formten im Wesentlichen das mit 58 m tiefere östliche Plöner Becken sowie das mit 30 m flachere westliche Ascheberger Becken. Die Nordbegrenzung des Sees besteht aus einer Landbrücke zwischen dem Großen und dem Kleinen Plöner See, die bei einem späteren Eisvorstoß als Endmoräne entstanden ist.

Inseln[Bearbeiten]

Verbunden sind der östliche und der westliche Teil des Sees durch einen seit 1992 als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Flachwasserbereich. In diesem Gebiet befindet sich der größte Teil der Inseln. Sie bieten verschiedenen Vogelarten wie Seeadler, Schellente, Gänsesäger und Graugans störungsarme und windgeschützte Brut- und Mauserplätze.

Die im 19. Jahrhundert durch künstliche Absenkung des Wasserspiegels zur Halbinsel gewordene Prinzeninsel erstreckt sich von hier aus über eine Länge von 2 km Richtung Norden und ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen.

Ein weiteres seit 1955 bestehendes Naturschutzgebiet liegt im westlichen Teil des Sees,um den Ascheberger Warder herum. Insgesamt verteilen sich mehr als 20 Inseln über die Fläche des Großen Plöner Sees. Kulturhistorisch bedeutend sind die Inseln Olsborg und Bischofswarder als ehemalige slawische Siedlungsplätze.

Wasserstände[Bearbeiten]

Ursprünglich (zu Beginn des Postglazials) lag der Wasserspiegel des Sees 15 bis 18 m über dem heutigen Niveau und bedeckte den gesamten Bereich der heute von der Schwentine durchflossenen Seen der Holsteinischen Schweiz.

Sedimentproben, die dem Grund des Sees in 41 m Wassertiefe entnommen wurden, ist zu entnehmen, dass erste Stauanlagen bereits im 13. Jahrhundert errichtet wurden.

Nach Ablösung des Staurechts der alten Mühle (bereits 1221 erwähnt) und des Aalfangrechts wurde der Wasserspiegel des Sees um 1,14 m gesenkt. Das damit verbundene Ziel der Landgewinnung wurde damit zwar erreicht, jedoch stellte sich das gewonnene Land als eine steinige, wenig Ertrag verheißende Fläche dar. Mit der Absenkung des Wasserspiegels wurde überdies die Vorflut verbessert.

Der Wasserspiegel des Sees liegt derzeit auf ca. 21 m ü. NN und schwankt jahreszeitlich bedingt um etwa 30 cm.

Geschichte[Bearbeiten]

Besiedlung[Bearbeiten]

Das Seeufer wurde in der mittleren Steinzeit (ca. 10000–4300 v. Chr.) von Jägern, Sammlern und Fischern genutzt. Seit der jüngeren Steinzeit (ca. 4300–2300 v. Chr.), über die Bronzezeit (ca. 2300–550 v. Chr.) bis in die Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.–400 n. Chr.) lebten hier mehr oder weniger kontinuierlich Bauern.

Vom 8. bis ins 12. Jahrhundert n. Chr. war das Gebiet um den Plöner See slawischer Siedlungsraum. Hiervon zeugt noch die Olsborg, eine Insel südlich von Plön, die mit einer umfangreichen Befestigungsanlage versehen war. Die Slawen nannten sie Plune, was "eisfreies Wasser" bedeutete. 1139 zerstörte der Holsteiner Graf Adolf II. von Schauenburg die Festung und beendete damit die slawische Herrschaft über den Plöner Raum.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten]

Die Seefläche teilen sich verschiedene Privateigentümer sowie das Land Schleswig-Holstein. Etwa 900 ha des Sees sind bis zum Jahr 2020 verpachtet.

Der See wird von mehreren Berufsfischern befischt. Es kommen unter anderem Aal, Barsch, Brasse, Hecht, Schleie, Karpfen, Weißfische sowie die Maräne vor.

Tourismus und Freizeitgestaltung[Bearbeiten]

Segelboot auf dem Großen Plöner See

Der See und seine Umgebung sind ein beliebtes Naherholungsgebiet der Bewohner der Großräume Kiel, Lübeck und Hamburg sowie ein Zentrum des Tourismus in der Holsteinischen Schweiz. Insgesamt sind 15 Badestellen ausgewiesen. Einige Campingplätze (u.a. in Bosau und Ruhleben) liegen direkt am Seeufer. Für Freizeitaktivitäten wie Wasserwandern, Segeln, Tauchen, Angeln besteht ein umfangreiches Angebot. Auf dem See verkehren in den Sommermonaten Ausflugsschiffe.

Panorama des Sees

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Muuß, Marcus Petersen, Dietrich König: Die Binnengewässer Schleswig-Holsteins. 162 S., zahlr. Abb., Wachholtz-Verlag Neumünster, 1973. ISBN 3529053023

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großer Plöner See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Großer Plöner See: Charakteristische Daten. In: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein: Seen (abgerufen am 18. September 2012)
  2. a b Brigitte Nixdorf, Mike Hemm, Anja Hoffmann, Peggy Richter: Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands: Teil 1 Schleswig-Holstein. Abschlussbericht F&E Vorhaben FKZ 299 24 274 im Auftrag des Umweltbundesamtes, 2004 (PDF-Datei; 2,1 MB)