Bosau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bosau
Bosau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bosau hervorgehoben
Koordinaten: 54° 6′ N, 10° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Amt: Großer Plöner See
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 64,25 km2
Einwohner: 3382 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 23715,
24306 (Waldshagen),
24326 (Stadtbek, Stadtbekermühle)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04527
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 007
Adresse der Amtsverwaltung: Heinrich-Rieper-Straße 8
24306 Plön
Webpräsenz: www.gemeinde-bosau.de
Bürgermeister: Mario Schmidt (parteilos)
Lage der Gemeinde Bosau im Kreis Ostholstein
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Über dieses Bild
St.-Petri-Kirche

Bosau ist eine Gemeinde am Plöner See im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosau liegt im Naturpark Holsteinische Schweiz am Ostufer vom Südteil des Großen Plöner Sees; nördlich des Dorfs erstreckt sich als Bucht des Großen Plöner Sees der Bischofssee. In der Nähe liegen die Städte Plön und Eutin, und die Hansestadt Lübeck ist wie die Landeshauptstadt Kiel etwa 35 km entfernt. Die höchste Erhebung der Gemeinde ist mit 87,6 m der Mühlenberg beim Ortsteil Brackrade.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Bosau gehören die Dorfschaften Bichel, Braak, Brackrade, Hassendorf, Hutzfeld, Kiekbusch, Kleinneudorf, Klenzau, Liensfeld, Löja, Majenfelde, Quisdorf, Thürk und Wöbs.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Bosau im Kreis Ostholstein liegt, gehört es seit dem 1. Januar 2007 dem Amt Großer Plöner See an, dessen übrige Gemeinden zum Kreis Plön gehören, der auch die Kommunalaufsicht über das Amt ausübt. Das Amt wird von der hauptamtlichen Verwaltung der Gemeinde Bosau in Hutzfeld verwaltet. Amtssitz ist allerdings die nicht-amtsangehörige Stadt Plön.

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2008[2]
Wahlbeteiligung: 52,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,6 %
23,5 %
23,0 %
10,9 %

Von den 18 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 acht Sitze, die SPD und die Bündnis90/Die Grünen haben je vier Sitze und die FDP zwei Sitze.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten. Vorn in Blau ein liegender silberner stilisierter Adlerkopf am Spalt mit dem Schnabel nach oben, hinten in Rot ein aufgerichteter goldener Löwe.“[3]

Das Wappen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Ermangelung von Dienstsiegeln, die frei von nationalsozialistischen und kaiserlichen Symbolen waren, von der Gemeinde gewählt und von der Britischen Militärregierung genehmigt.[4]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosau unterhält eine Partnerschaft mit dem französischen Saujon im Département Charente-Maritime.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosau ist anerkannter Luftkurort mit über 100 000 Übernachtungen pro Jahr. Die Ostsee ist ca. 20 km entfernt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosauer St.-Petri-Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Petrikirche zu Bosau

Bekannt ist Bosau vor allem durch die 1151/52 erbaute St.-Petri-Kirche. Sie entstand im Rahmen der Christianisierung des slawisch besiedelten Ostholstein. Der Missionar Vicelin wurde 1149 von Heinrich dem Löwen zum Bischof von Oldenburg in Holstein ernannt und erhielt Bosau als vorläufigen Amtssitz, wo er 1151/52 eine Kirche erbauen ließ. Vicelin erlitt 1152 einen Schlaganfall und starb 1154 in Neumünster. Der Pfarrer Helmold von Bosau berichtet davon in seiner Slawenchronik.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit über 40 Jahren veranstaltet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bosau die Bosauer Sommerkonzerte in der Petri-Kirche. Seit 2003 ist der Bosauer Kirchenmusiker und Organist Sergej Tcherepanov der künstlerische Leiter der Sommerkonzerte. Er hat diese Veranstaltungsreihe zu einem attraktiven Musikfestival mit verschiedenen Schwerpunkten ausgestaltet: Orgelkonzerte klassischer Art, Tage der alternativen Orgelmusik Die Orgel tanzt, Konzerte, kammermusikalische, chorale und solistische Darbietungen. Seit 2008 werden die Sommerkonzerte durch einen Förderverein Freunde der Bosauer Sommerkonzerte gefördert und bei der Durchführung unterstützt.

Erstmals 2009 wurde parallel zu den Sommerkonzerten eine Internationale Sommerakademie Bosau veranstaltet, bei der über 35 Teilnehmer aus mehreren Ländern Meisterkurse in den Fächern Orgel, Cembalo, Oboe und Barockvioline belegen konnten. Initiiert und organisatorisch geleitet wird die Sommerakademie ebenfalls von S. Tcherepanov, Unterstützung findet sie vor allem bei Dozenten der Lübecker Musikhochschule. Die Abschlusskonzerte der Akademieteilnehmer und Dozenten sind eine attraktive Bereicherung der Sommerkonzerte. Die Sommerakademie soll in Zukunft ebenfalls in jedem Jahr im Rahmen der Sommerkonzerte stattfinden.

1977 drehte Wolfgang Petersen in der Stadtbeker Straße in Bosau Szenen des Tatort-Kriminalfilm Reifezeugnis mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg, der in der Reihe der Tatort-Serie Kultstatus erhielt.

Ebenfalls die „Location Bosau“ nutzte 1988 der Regisseur Jan Harloff in seinem Film Das Auge der Tiefe, der malerische Aufnahmen der Holsteinischen Schweiz mit psychologischen Horrorvisionen verbindet.

Erprobungsstelle der „Schlitzrohrschleuder“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 erwarb die Firma Hellmuth Walter KG aus Kiel Gelände am Plöner See und errichtete dort in Stadtbek ihre Werkserprobungsstelle. Hier wurden Torpedos und die Schlitzrohrschleuder erprobt. Diese Walter-Schlitzrohrschleuder war eine chemische Dampfschleuder, die dann bis Kriegsende Verwendung fand. Die Flugbombe Fi 103, später Vergeltungswaffe 1 bzw. V1 genannt, wurde von der Walter-Schlitzrohrschleuder (Katapult) mittels Dampfkolben mit einer Geschwindigkeit von 350 km/h in die Luft geschleudert. Der Kolben wurde ausgeklinkt und die Fi 103 flog mit eigenem Pulsoantrieb weiter. Gebäude der Erprobungsstelle, im See auf Pfählen errichtet, wurden nach dem Krieg durch die Alliierten gesprengt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen in Verbindung mit Bosau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Habich, Matthias Hartenstein: Die Kirche zu Bosau am Plöner See. Langewiesche, Königstein i. Ts. ca. 1982, ISBN 3-7845-0262-8. (Langewiesche Bücherei)
  • Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 10: Hansestadt Lübeck – Ostholstein – Kiel. von Zabern, Mainz 1968, DNB 456682538.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bosau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://wahlen.kreis-oh.de/wahl/GW2008/bosau.htm
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. Wikipedia: Von der Britischen Militärregierung genehmigte Wappen in Schleswig-Holstein