Großer Salzsee

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Großer Salzsee
Satellitenfoto im Sommer 2003
Satellitenfoto im Sommer 2003
Geographische Lage Großes Becken
Zuflüsse Bear River, Jordan River, Weber River
Abfluss abflusslos (Verdunstung)
Städte am Ufer Salt Lake City, Ogden
Daten
Koordinaten 41° 9′ N, 112° 36′ WKoordinaten: 41° 9′ N, 112° 36′ W
Großer Salzsee (Utah)
Großer Salzsee
Höhe über Meeresspiegel 1280 m [1]
Fläche 4404 km² [1]
Länge 120 kmf6
Breite 45 kmf7
Volumen 18.920.000 m³f8
Maximale Tiefe 10 m [1]
Mittlere Tiefe 4,8 m [1]

Besonderheiten

8 bis 15 Inseln

Great Salt Lake map-fr.svg
Karte des Großen Salzsees
Ostufer
Ostufer (Wasatchkette im Hintergrund)
Der Große Salzsee von Antelope Island aus
Luftbild des Lucin Cutoffs

Der Große Salzsee (engl. Great Salt Lake) ist ein Salzsee im Norden Utahs in den USA, dessen Salzgehalt den des Meeres weit übersteigt. Die durch den Salzgehalt hervorgerufene Färbung macht den See auch zu einem Blickfang aus dem All.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See liegt auf etwa 1280 Meter Höhe, bei einer Länge von etwa 120 Kilometern und 48 bis 80 Kilometer Breite. Er bedeckt dabei eine Fläche von etwa 4400 Quadratkilometern. Die Tiefe des Sees liegt bei etwa durchschnittlich 4,5 Metern, die tiefste Stelle bei etwa 9 Metern. Er ist ein Überrest des prähistorischen Sees Lake Bonneville im Großen Becken. Nach ihm wurde die Stadt Salt Lake City benannt, die Stadt und ihre Vororte liegen an der Ostküste des Sees. Im Westen und Südwesten schließt die Große Salzwüste an.

Der See hat drei größere Zuflüsse: Der Bear River und der Weber River fließen aus der Wasatchkette und den Uinta Mountains zu, und aus dem südlicher gelegenen Utahsee fließt der Jordan River zu. Die drei Flüsse münden alle in den südlichen Teil (Gilbert Bay), dadurch ist die nördliche Hälfte des Sees (Gunnison Bay) deutlich salziger. Der Salzgehalt liegt im Südteil bei etwa 9 Prozent, im Nordteil bei etwa 25. Halophile Bakterien verleihen dem Nordteil eine deutliche Rotfärbung. Der See ist an vielen Stellen schwer zu erreichen, da er von Watt gesäumt ist.

Hauptbestandteil der gelösten Salze ist Natriumchlorid, also Kochsalz, das in flachen künstlichen Teichen zu Handelszwecken gewonnen wird. Schätzungen haben ergeben, dass der See etwa fünf Milliarden Tonnen Natriumchlorid in gelöster Form enthält.

Wasserstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wasserstand des Sees kann abhängig vom Wetter stark schwanken. Einerseits sind jährliche Schwankungen festzustellen, die von den Jahreszeiten abhängen – so hat der See im Herbst seinen jährlichen Tiefststand. Aber es sind auch längerfristige Schwankungen zu verfolgen. In stark regnerischen Jahren steigt der Wassergehalt, in trockenen kann er dagegen rapide sinken, da Wasser der Zuflüsse für die Stadt und die Landwirtschaft verwendet wird und den See daher nie erreicht.

Der tiefste bislang gemessene Wasserpegel (1963) lag bei 1277 Meter ü. NN., der höchste dagegen mit 1284 Meter ü. NN. im Jahre 1986 und 1987 ungefähr 7 Meter höher. In den letzten Jahren (2002/2003) ist der Pegel allerdings wieder stark gesunken. Dadurch sind die Salzabbaustätten teilweise zu Inseln inmitten einer Salzwüste geworden. Der Pegel des Sees ist dabei ein guter Indikator für das örtliche Klima.

Durch die Ableitung von Wasser in den Zuflüssen des Sees für die Landwirtschaft seit der organisierten Besiedelung in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat der See große Verluste an Wasser erlitten. Bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen sank der Wasserstand seitdem um rund 3,30 m (11 inch) und das Volumen des Sees um rund 50 %. Dadurch stieg der Salzgehalt um fast die Hälfte und rund die Hälfte der ehemaligen Fläche des Sees fiel trocken. Damit sind Verluste für die wirtschaftlichen Nutzungen gleichermaßen verbunden, wie der Anstieg von Stäuben in der Atemluft durch aufgewirbelte mineralische Ablagerungen auf dem ehemaligen Seeboden.[2]

Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz des Salzgehalts von maximal 27 Prozent wurden in dem See mehrere Arten von Meereslebewesen gefunden, darunter viele verschiedene Salzwassergarnelen. Außerdem sind Kiemenfußkrebse wie der Salinenkrebs vorhanden. Der Salinenkrebs wird seit den 1950ern in großer Anzahl abgeerntet, in diesem Zusammenhang auch Sea Monkey genannt, und unter anderem als Fischfutter verkauft. Von ihm ernähren sich viele Wasservögel wie die Kaliforniermöwe und auch Insekten.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See wird auf mehrere Arten wirtschaftlich genutzt. Dazu gehört der Abbau von Salzen und Mineralien wie Kaliumsulfat, Magnesiumchlorid und Speisesalz. Weiter werden Salinenkrebse abgeerntet. Die anliegenden Städte und die Landwirtschaft beziehen Wasser aus dem See. Durch die Stadt und die Landwirtschaft wurde der See allerdings stark verschmutzt. Der See zieht Touristen an; es gibt auch die Möglichkeit, auf dem See zu segeln.

Der Große Salzsee ist auch der Ort von Robert Smithsons Landschaftskunst Spiral Jetty (1970).

Eisenbahndamm Lucin Cutoff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den See verläuft der Lucin Cutoff, eine Eisenbahnlinie, deren Damm den See zweiteilt. Die Verbindung zwischen Ogden und Lucin wurde ursprünglich am 8. März 1904 in Betrieb genommen. Die 103 Meilen lange Strecke verlief über eine 12 Meilen (etwa 19 Kilometer) lange Holzbrücke, die seinerzeit die längste der Welt war. Im Juli 1959 wurde die Brücke durch einen parallel verlaufenden Damm ersetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Großer Salzsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Crosman, Erik T., and John D. Horel. "MODIS-derived surface temperature of the Great Salt Lake." Remote Sensing of Environment 113.1 (2009): 73-81.(online PDF 2MB)
  2. Citylab: Thanks to Humans, the Great Salt Lake Is Drying Up, 2. März 2016