Großes Ägyptisches Museum

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Bereits fertiggestelltes GEM Conservation Center, 2015

Das Große Ägyptische Museum (Grand Egyptian Museum, GEM; arabisch المتحف المصري الكبير, DMG al-Matḥaf al-Miṣrī al-Kabīr), auch bekannt als das Gizeh Museum, ist ein geplantes Museum, das Ausstellungsstücke aus dem alten Ägypten zeigen soll. Das Museum befindet sich im Bau und soll im Jahr 2018 teileröffnet werden. Nach seiner kompletten Fertigstellung soll es das größte archäologische Museum der Welt sein.[1] Das Museum verfügt über eine Fläche von 50 Hektar, liegt etwa zwei Kilometer von der Nekropole von Gizeh entfernt und ist Teil eines neuen Masterplanes für das Gizeh-Plateau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Museumsbaustelle im April 2015

Am 5. Januar 2002 legte der damalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak den Grundstein für das Große Ägyptische Museum. Die Gestaltung des Gebäudes wurde durch einen Architekturwettbewerb entschieden.[2] Der Wettbewerb wurde am 7. Januar 2002 bekannt gemacht. Die Organisatoren erhielten 1557 Eingaben aus 82 Ländern, was das Verfahren zum zweitgrößten Architekturwettbewerb der Geschichte machte. In der zweiten Stufe des Wettbewerbs wurden 20 ausgewählte Bewerber aufgefordert, zusätzliche Informationen einzureichen. Die Begutachtung wurde am 2. Juni 2003 fertiggestellt. Den Wettbewerb gewann die Gruppe Heneghan Peng aus Dublin, Irland, und erhielt dadurch 250.000 US-Dollar. Der zweite Platz ging an Coop Himmelblau. Héctor Vigliecca und Luciene Quel (Brasilien), Ruben Verdi (Italien), Michael Zimmermann, Engel und Zimmermann (Deutschland), Fernando Pardo Calvo y Bernardo Garcia Tapia, Nuno Filipe Morais Monteiro (Portugal) sowie Martin Roubik (Tschechische Republik) erhielten lobende Erwähnung.[3]

Werkstätten des GEM Conservation Center

Am 25. August 2006 wurde in Erwartung der Errichtung des Museums die Statue von Ramses II. vom Ramses-Bahnhof in Kairo zum Gizeh Plateau transportiert. Die Statue, die schätzungsweise 3200 Jahre alt ist, wird dort gereinigt und restauriert, um künftig im Eingangsbereich des Museums zu stehen.

Der ehemalige Antikenminister Mamdouh al-Damaty gab im Mai 2015 bekannt, dass das Museum nach mehreren Verzögerungen im Jahr 2018 teileröffnet werden soll.[4]

Museumsgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Grundriss ist das Gebäude wie ein Dreieck geformt, dessen 800 m lange Hauptfassade nach dem Prinzip des Sierpinski-Dreiecks konstruiert werden soll.[5] Die Pläne dafür stammen von Heneghan Peng Architects, Buro Happold und Arup. Es ist auf einem Gelände zwei Kilometer westlich der Pyramiden in der Nähe einer Autobahnkreuzung gelegen. Die Nord- und Südseite des Gebäudes zeigen direkt auf die Cheops- und die Mykerinos-Pyramide. Vor dem Gebäude ist ein großer Platz mit Feigenbäumen geplant. Eines der Hauptmerkmale des Museums ist die transparente Steinmauer aus Alabaster, welche die vordere Fassade des Gebäudes bildet. Im Hautpteingangsbereich wird es ein großes Atrium geben, in dem große Statuen ausgestellt sind.

Im großen ägyptischen Museum wird es auch ein Kindermuseum, ein Kongresszentrum, ein Ausbildungszentrum und Werkstätten geben.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf 550 Millionen US-Dollar geschätzt, davon werden 300 Millionen US-Dollar durch japanische Kredite finanziert. Die verbleibende Summe wird von dem ägyptischen Supreme Council of Antiquities sowie durch Spenden und internationale Geldgeber aufgebracht.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Totenmaske von Tutanchamun

Die Ausstellung mit etwa 50.000 Gegenständen wird rund ein Drittel der Museumsfläche einnehmen. Der Ausstellungs-Masterplan, das Ausstellungsdesign und die Museologie stammen von Metaphor und Cultural Innovations Ltd. Als Hauptattraktion wird die erste Ausstellung der vollständigen Grabbeigaben von König Tutanchamun zu sehen sein. Diese Sammlung umfasst ungefähr 5000 Gegenstände und wird aus dem Ägyptischen Museum Kairo ausgelagert, wo sie aus Platzmangel nie vollständig gezeigt werden konnte. Andere Ausstellungsstücke kommen aus Museen und Lagern in Luxor, Minya, Sohag, Assiut, Bani Suwaif, Fayum und Alexandria.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nancy Farghalli: Marketplace: Egypt's next big thing. In: Marketplace. American Public Media. 25. Juli 2006. Archiviert vom Original am 15. Mai 2008. Abgerufen am 31. Mai 2011.
  2. Yasser Mansour: The Grand Museum of Egypt. International Architecture Competition. Egyptian ministry of culture, Zamalek (Kairo) 2003, ISBN 977-305-471-3, S. 442 (books.google.com).
  3. International project competition in two stages for the design of the Grand Egyptian Museum, Cairo (Egypt) - Results. (Memento vom 4. November 2014 im Internet Archive)
  4. Al-Masry Al-Youm: Great Museum to be inaugurated in May 2018. Auf: egyptindependent.com vom 10. Mai 2015, zuletzt abgerufen am 2. Juni 2017.
  5. Grand Egyptian Museum Kairo – Museum für das dritte Jahrtausend. In: Line Pipe Global. Ausgabe 09, April 2016 (smlp.eu).
  6. Allison Keyes: For the First Time, All 5,000 Objects Found Inside King Tut’s Tomb Will Be Displayed Together. Auf: Smithsonian.com vom 21. Dezember 2016; zuletzt abgerufen am 2. Juni 2017.
  7. Basma Ragab, Omar Abdel Hamid: The Grand Egyptian Museum: an exclusive tour by Daily News Egypt. Auf: dailynewsegypt.com vom 28. Juli 2016 ; zuletzt abgerufen am 2. Juni 2017.

Koordinaten: 29° 59′ 40″ N, 31° 7′ 8″ O