Großraum-Rettungshubschrauber

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Als Großraumrettungshubschrauber (kurz: GRH bzw. G-RTH) werden in Deutschland mittlere Transporthubschrauber des Typs Sikorsky CH-53 G/GS der Luftwaffe bezeichnet, die aufgrund ihrer Ausstattung und Verfügbarkeit für Einsätze bei Großschadensereignissen wie Katastrophen und Unglücksfällen mit großer Anzahl von Verwundeten geeignet sind.

Hubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flugzeit: 01:40 Stunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 130 Knoten/Stunde
  • Reisegeschwindigkeit: 120 Knoten/Stunde
  • Flugstrecke: 360 km
  • Funkausrüstung: UHF, VHF, FM
  • Navigationsausrüstung: VOR, ADF, ILS, TACAN, GPS
  • Besatzung: 4
  • Zusätzliches medizinisches Fachpersonal

Der GRH muss mit medizinischen Geräten und Tragen so ausgestattet werden können, dass insgesamt zwölf Patienten sowie ein Notarztteam transportiert werden können. Die Reaktionszeit beträgt 12 Stunden ab Alarmierung.[1]

Besatzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Besatzung gehören neben den beiden Piloten zwei Bordtechniker (ein Bordmechanikerfeldwebel und ein Bordwartfeldwebel) sowie ein für das medizinische Material verantwortlicher Sanitätsfeldwebel. Zusätzlich wird der GRH im Rahmen eines Großschadenfalles üblicherweise mit drei bis vier Arztgruppen (1 Notarzt, 1 Rettungsassistent bzw. Intensivpfleger) aus dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm (GRH-Laupheim) besetzt. Eine Besetzung des GRH mit nur einem Notarzt ist in seltenen Fällen möglich, aber nicht die Regel.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein GRH ist wegen der relativ langen Vorlaufzeit kein primäres Rettungsmittel des SAR-Dienstes oder für die Luftrettung in Deutschland. SAR-Mittel 2. Grades stehen deshalb grundsätzlich nicht in ständiger Bereitschaft. Eine Ausnahme für Einsätze bei einem Massenanfall von Verletzten bildet eine CH-53 des Hubschraubergeschwader 64. Diese ist in erster Linie für militärische Einsätze vorgesehen, kann aber auch bei zivilen Großschadensereignissen eingesetzt werden. Die Reaktionszeit liegt inzwischen bei 72 Stunden (früher 20 Minuten). Diese lange Vorlaufzeit ist der Personalknappheit und Sparmaßnahmen in der Bundeswehr geschuldet. Auch während der allgemeinen Dienstzeit im Geschwader von Montag bis Freitag ist der GRH bei Alarmierung im Regelfall nicht schneller verfügbar. Zur Aufnahme des medizinischen Personals fliegt er das Bundeswehrkrankenhaus Ulm an. Er war für den süddeutschen Raum im Jahr 2000 auch noch in zivile Alarmpläne eingebunden.[2]

Ein zweiter GRH wurde bis zur Auflösung des dortigen Verbandes in Mendig in Bereitschaft gehalten. Seither ist für den Einsatzraum Norddeutschland ein Anflug aus Laupheim deutlich länger. Der Rüstsatz wurde für den zweiten GRH beim Transporthubschrauberregiment 15 in Rheine-Bentlage vorgehalten, musste aber im Bedarfsfall zuerst in einen Hubschrauber eingerüstet werden. Das medizinische Personal muss vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz herangeführt oder aufgenommen werden. Das Transporthubschrauberregiment ist inzwischen aufgelöst.

Der GRH wird grundsätzlich durch die SAR-Leitstelle des Heeres in Münster (RCC, Rescue Coordination Centre) eingesetzt. Aufgrund der Nachtflugfähigkeit (Einsatz mit Bildverstärkerbrille) kann der GRH nach entsprechender Vorbereitung auch für Verlegungsflüge bei Nacht verwendet werden, zum Beispiel von geeigneten Nachtlandeplätzen zu Krankenhäusern oder Flugplätzen, sofern die notwendigen Wettermindestbedingungen vorherrschen.

Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr mit Beteiligung von Hubschraubern des Musters CH-53 GS, zum Beispiel beim Einsatz in der ISAF in Afghanistan ist immer eines der Luftfahrzeuge als GRH ausgestattet. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass sowohl die materielle Ausstattung wie auch die Besatzungszusammensetzung von der im Heimatland bestehenden Konfiguration abweichen. Im Rahmen von ISAF-Einsätzen sind grundsätzlich sieben Mann Besatzung (zwei Piloten, zwei Bordtechniker, zwei Bordschützen und ein Beobachter), hinzu kommen ein Notarzt, ein Rettungsassistent und ein Rettungssanitäter. Der GRH der ISAF verfügt nur über drei Liegeplätze, hiervon eine Intensivtrage und zwei normale Tragen.

Die Besatzung befand sich früher stets in Sofortbereitschaft und konnte, sofern es die Wetterbedingungen zuließen, auch nachts eingesetzt werden. Bei Ausfall des GRH, etwa wegen technischer Störungen, wird sofort ein anderer Hubschrauber zum GRH umgerüstet.

Weitere Hubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Hubschrauber im Rettungsdienst sind:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SAR-Handbuch Such- und Rettungsdienst für Luftfahrzeuge S. 35 und 48
  2. Rettungsdienstplan Baden-Württemberg 2000@1@2Vorlage:Toter Link/www.drk-emmendingen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.