Gustav Adolf von Varendorff

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Gustav Adolf v. Varendorf

Gustav Adolf von Varendorf(f) (* 26.06.1739 auf Gut Rieste; † 25.05.1812 auf Gut Tolkschuby)[1] war ein (General-)Major, sowie Generaladjutant in königlich-dänischen Diensten und bekannter Kartograf. Auf ihn geht ein umfassendes Kartenwerk Norddeutschlands zurück.

Leben[Bearbeiten]

Gustav Adolf von Varendorff wurde 1739 auf einem Rittergut bei Bramsche geboren.[1] Er entstammte einer Linie des westfälischen[2] Adelsgeschlecht der Herren von Varendorff, die ab dem 17. Jahrhundert auf Gut Varendorf[3] bei Rieste im heutigen Niedersachsen sesshaft und seit 1778 im Königreich Dänemark naturalisiert[4] war. Sein Vater war Johan Dietrich Georg von Varendorff, Herr auf Rieste; seine Mutter war Maria Odilia Klara von Freytag.[1][5] Verheiratet war er mit Sophie v. Warnstedt.[1] Gustav Adolf von Varendorff begab sich als Offizier in kgl. dänische Dienste und wurde schließlich königlich-dänischer (General-)Major und Generaladjutant.[1] Er war Kommandant des Schleswigschen-Infanterieregiments, das unter seiner Leitung ein umfassendes Kartenwerk des Hezogtums Holsteins erstellte. Seine Söhne dienten ebenso im königlich-dänischen Heer. Im Jahr 1812 verstarb Gustav Adolf von Varendorff auf Gut Alt-Tolkschuby bei Schleswig.[1]

Werke[Bearbeiten]

Von 1789 bis 1796 erstellte das Schleswigsche Infanterieregiment unter der Leitung Gustav Adolf von Varendorffs die „Topographisch Militärische Charte des Herzogtums Holstein“, insgesamt 68 kunstvoll gezeichnete, mehrfarbige Blätter im Originalmaßstab 1:26.293. Eine geographische Meile entsprach damit einem Hamburger Fuß bzw. einem holsteinischen Fuß auf der Karte.[6] Auf dieselbe Art und Weise erstellte er Karten des Hochstifts Lübeck und der Hansestadt Hamburg.[6] Die Aufnahmen erfolgten vor der Verkoppelung. Bekannt sind diese Karten unter dem Begriff Varendorfsche Karten.

Reproduktion der Karten[Bearbeiten]

Das Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein erstellte 1991 eine Reproduktion der Blätter im Maßstab 1:25.000. Die Blätter sind einzeln zu erwerben, auch ein Gesamtwerk mit allen Karten gibt es.[7]

Blattübersicht[Bearbeiten]

Blatt Blatttitel Karte
1 Sankt Peter-OrdingVollerwiek
2 FriedrichstadtLundenTönning
3 SüderstapelMeggerdorf
4 Eidermündung
5 BüsumWesselburen
6 Heide
7 ErfdeDellstedtTellingstedt
8 FockbekHohnWesterrönfeld
9 Rendsburg
10 AchterwehrGettorfKronshagenKiel-West
11 KielFriedrichsortLaboe
12 Schönberg
13 Scharhörn-West – Großer Vogelsand
14 NeuwerkScharhörn-Ost
15 AußenelbeBuschsand
16 DieksandMeldorfer Bucht
17 Meldorf
18 AlbersdorfHanerau-Hademarschen
19 BreiholzJevenstedtTodenbüttel
20 Nortorf
21 BordesholmFlintbekKiel
22 Kiel-Ost – Preetz
23 LütjenburgSelent
24 Oldenburg in Holstein
25 Heiligenhafen
26 Duhnen
27 Cuxhaven
28 MarneBrunsbüttel
29 Brunsbüttel (Hafen) – Burg (Dithmarschen)
30 SchenefeldWilsterItzehoe-Nord
31 HohenlockstedtHohenwestedtAukrug-West
32 Neumünster
33 BornhövedGadelandWattenbek
34 Plön
35 EutinMalente
36 GrömitzLensahnSchönwalde
37 DahmeKellenhusen
38 BelumNeuhaus (Oste)Otterndorf
39 BrokdorfWilster MarschFreiburg (Elbe)
40 GlückstadtKrempeItzehoe-Süd
41 KellinghusenBrande-Hörnerkirchen
42 Bad BramstedtBoostedt
43 Bad SegebergRickling
44 GnissauSeedorfWensin
45 AhrensbökScharbeutzSüsel
46 Neustadt in Holstein
47 Krautsand
48 ElmshornUetersenPagensand
49 BarmstedtQuickborn
50 Henstedt-UlzburgKaltenkirchen
51 LeezenSülfeld
52 Bad OldesloeReinfeld
53 LübeckBad Schwartau
54 Travemünde
55 Wedel
56 HamburgBlankenesePinneberg
57 FuhlsbüttelAlstertal
58 BargteheideAhrensburg
59 RethwischSandesneben
60 Lübeck-Süd – Ratzeburg
61 Buxtehude
62 AltonaHamburgHarburg Varendorf(62)Altona Hamburg Harburg.jpg
63 BergedorfReinbekWandsbek Varendorf(63)Bergedorf Reinbek.jpg
64 GlindeSchwarzenbek Varendorf(64)Glinde Schwarzenbek.jpg
65 BreitenfeldeNusse
66 Mölln
67 Pattensen
68 VierlandeWinsen Varendorf(68)Vierlande Winsen.jpg

Literatur[Bearbeiten]

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Band 15 (A3/S.478-483), Band 17(B3/S.505-515), C.A. Starke Verlag
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XV, Band 134 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2004, ISSN 0435-2408
  • Wappen des niederdeutschen Adels: (Schleswig-Holstein-Lauenburg, Hamburg, Bremen, Lübeck, Oldenburg, Lippe, Schaumburg, Hannover, Braunschweig, Anhalt), Johann Siebmacher, Bauer & Raspe, Neustadt an d. Aisch, 1977
  • Die Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, Rudolf vom Bruch

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Karten von Gustav Adolf von Varendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Genealogisches Handbuch des Adels, Band 17, S. 513.
  2. später auch zum schleswig-holsteinschen Adel gezählt (vgl. M. Gritzner, Ad. Hildebrandt: Der blühende Adel der Herzogtümer Schleswig-Holstein-Lauenburg, S. 21).
  3. Gut Varendorf
  4. M. Gritzner, Ad. Hildebrandt: Der blühende Adel der Herzogtümer Schleswig-Holstein-Lauenburg, S. 21.
  5. Rudolf v. Bruch: Rittersitze des Fürstentums Osnabrück, S. 291.
  6. a b Wolfgang Torge: Geschichte der Geodäsie in Deutschland. Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007, ISBN 3-11-019056-7, ISBN 978-3-11-019056-4, Seite 92.
  7. Produktkatalog des Landesvermessungsamts Schleswig-Holstein