Gut Hemmelmark

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Gut Hemmelmark ist eine Ortschaft in Barkelsby bei Eckernförde in Schleswig-Holstein. Bis 1928 bildete der Gutsbezirk Hemmelmark eine eigenständige Gemeinde. Das Herrenhaus Hemmelmark wurde 1903/04 errichtet. Etwas östlich liegt der Hemmelmarker See.

Gutshaus Hemmelmark
Torhaus von Gut Hemmelmark
Inschrift am Gutshaus

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hemmelmark war im Mittelalter ein Gut der uradligen schleswig-holsteinischen Familie Sehestedt. Schack Sehested geriet als Anhänger König Christians II. von Dänemark zwischen die Fronten und wurde von König Friedrich II. eingekerkert. Hemmelmark wurde 1527 von der Krone eingezogen. Später wurde der Besitz an den Neffen Otto Sehestedt zurückgegeben. 1728 gelangte das Gut nach mehreren Besitzerwechseln an die Familie von Heespen und die mit ihnen verschwägerte Familie von Hedemann. Nach 1817 erfolgten mehrere Besitzerwechsel.

Prinz Heinrich von Preußen kaufte das Gut 1894 als Landsitz nahe seinem Dienstort Kiel. 1903/04[1] ließ er von Hofbaumeister Ernst von Ihne das heutige Herrenhaus im Stil englischer Landhäuser errichten. Der Vorgängerbau aus dem frühen 18. Jahrhundert wurde abgebrochen. Prinz Heinrich, ab 1903 Chef der Marinestation Ostsee, lebte hier bis zu seinem Tod 1929.

Mausoleum des Prinzen Heinrich

Als Grablege wurde eine Kapelle im russischen Stil errichtet. Sie liegt auf der Feldmark zwischen Hohenstein und Hemmelmark, unmittelbar neben dem Hünengrab Hemmelmark. Die 23 Bleiglasfenster der Grabkapelle schufen die Brüder Rudolf und Otto Linnemann.

Das Gut erbte Heinrichs zweiter Sohn Sigismund (1896–1978), später dessen Tochter Barbara Prinzessin von Preußen (1920–1994), die mit ihrem Mann Christian Ludwig Herzog zu Mecklenburg und der Familie auf Gut Hemmelmark wohnte.

1948 wurde hier die DRK-Schwesternschaft Elsa Brändström e.V. gegründet. Sitz der Schwesternschaft wurde jedoch Flensburg. In den Anfangsjahren befand sich deren Mutterhaus beim Marinelazarett Flensburg-Mürwik, heute befindet sich das Mutterhaus der DRK-Schwesternschaft Elsa Brändström bei der Teufelsbrücke in Flensburg-Fruerlund.[2]

Von 1959 bis 1972 unterhielt der Johanniterorden im Herrenhaus ein Internat für Jungen und Mädchen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning von Rumohr: Schlösser und Herrensitze in Schleswig-Holstein und Hamburg. Frankfurt am Main 1963, S. 43–44.
  • Henning v. Rumohr: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig, neubearb. von Cai Asmus v. Rumohr, 1987, Verlag Weidlich Würzburg, 3. Auflage, ISBN 3-8035-1302-2, S. 279.
  • Deert Lafrenz: Hemmelmark – ein Gegenentwurf zur wilhelminischen Hofkunst, in: Rainer Hering u. Christina Schmidt: Prinz Heinrich von Preußen. Großadmiral. Kaiserbruder. Technikpionier. Veröffentlichungen des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Bd. 105, Wachholtz Verlag Neumünster, ISBN 978-3-529-06100-4, S. 180.
  • Deert Lafrenz: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, 2015, Michael Imhof Verlag Petersberg, 2. Auflage, ISBN 978-3-86568-971-9, S. 244.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gut Hemmelmark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Reuther: Ihne, Ernst Eberhard von, in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 128 f. Onlinefassung.
  2. Geschichte unserer Schwesternschaft DRK-Schwesternschaft Elsa Brändström, abgerufen am 4. Mai 2015.

Koordinaten: 54° 29′ N, 9° 52′ O