Irene von Hessen-Darmstadt

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Prinzessin Irene und Prinz Heinrich von Preußen

Prinzessin Irene Luise Maria Anna von Hessen und bei Rhein VA (* 11. Juli 1866 in Darmstadt; † 11. November 1953 in Hemmelmark) war die Gemahlin des preußischen Prinzen und Kaiserbruders Heinrich von Preußen und Schwester der letzten russischen Zarin Alexandra Fjodorowna.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Irene wuchs als Prinzessin von Hessen und bei Rhein auf. Sie war die dritte Tochter von Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und Prinzessin Alice von Großbritannien und Irland, der zweitältesten Tochter Königin Victorias. Die Prinzessin wurde sehr schlicht erzogen. Besonderen Wert legten die Eltern auf Religionsunterricht, die Erlernung der Sprachen Englisch und Französisch, sowie Unterricht in höfischer Konversation. Großherzogin Alice achtete darauf, dass ihre Töchter auch praktische Dinge lernten. So mussten die Töchter ihre Zimmer selbst fegen, Betten machen und einfache Dinge im Haushalt erledigen. Zudem galt die Großherzogin als karikativ aktiv und nahm ihre Kinder oft mit auf Besuche in Krankenhäusern und zu Wohltätigkeitsorganisationen.

Von links nach rechts: Irene, Alix, Marie und Ernst Ludwig, ca. 1876

Irene galt in den Augen ihrer Mutter, als das unattraktivste Mädchen, was aus einem Brief ihrer Mutter an ihre Tante Victoria, der späteren deutschen Kaiserin, hervorging. Obwohl sie nicht so hübsch war, wie die ältere Schwester Elisabeth, hatte Irene ein angenehmes Wesen. Doch sie nahm auch eine gewisse Disposition innerhalb ihrer Geschwister ein.

Im Jahre 1873 starb ihr erst zweijähriger Bruder Friedrich (1870-1873), genannt Frittie, nach einem Sturz aus dem Fenster an inneren Blutungen. Er litt an Hämophilie, der Bluterkrankheit, die er von seiner Mutter erbte.

1878 grassierte in Darmstadt die Diphtherie. Irene, ihre Geschwister -mit Ausnahme Elisabeth-, und Großherzog Ludwig steckten sich an und Großherzogin Alice pflegte sie gesund. Die jüngste Schwester Marie, von der Familie May genannt, starb mit nur vier Jahren an der Krankheit. Ihre Mutter war durch die Trauer und der Pflege zunehmend erschöpft und starb am 14. Dezember 1878 mit 35 Jahren.

Nach diesem Verlust kamen Irene, ihre Schwestern Viktoria, Elisabeth und Alix und ihr Bruder Ernst Ludwig in die Obhut ihrer Großmutter Victoria in England. Mithilfe einer Gouvernante setzte sie ihre Ausbildung fort, auf die die Queen zusätzlichen Einfluss ausübte. Gemeinsam mit Schwester Alix war sie 1885 eine der Brautjungfern bei der Hochzeit ihrer Tante Prinzessin Beatrice von Großbritannien und Irland mit Prinz Heinrich Moritz von Battenberg.

Heirat[Bearbeiten]

Als Tochter einer britischen Prinzessin hatte sie engen Kontakt zur verwandten Hohenzollernfamilie, ihre Tante und spätere Schwiegermutter war die deutsche Kaiserin Victoria, ihr Cousin und zukünftiger Schwager war Kaiser Wilhelm II. Beim Besuch der gemeinsamen Großmutter Königin Victoria verlobte Irene sich mit ihrem Cousin Heinrich. Die Hochzeit fand am 24. Mai 1888 in der Kapelle des Charlottenburger Schlosses statt. Weniger als einem Monat nach der Heirat starb Irenes Onkel und Schwiegervater Kaiser Friedrich III. an Kehlkopfkrebs. Ihm folgte sein Sohn Wilhelm auf den Thron.

Heinrichs Mutter Victoria, auch Kaiserin Friedrich genannt, mochte ihre Schwiegertochter sehr. Allerdings schockierte sie der Umstand, dass Irene nie einen Schal oder längere Kleidung trug, um ihre Schwangerschaft zu verbergen, als sie mit dem ersten Kind Waldemar schwanger war.

Das Paar hatte drei gemeinsame Söhne. Irene war, wie ihre Mutter, Überträgerin (Konduktorin) der Hämophilie. Sie vererbte die Krankheit an zwei ihrer Söhne. Der jüngste Sohn Heinrich starb an deren Folgen im Alter von vier Jahren. Der Sohn Waldemar starb daran kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, als keine Blutkonserven vorhanden waren. Sigismund, der Zweitgeborene, litt nicht an der Krankheit, und konnte ein normales Leben führen.

  • Waldemar (1889–1945) ⚭ 1919 Calixta zu Lippe-Detmold
  • Sigismund (1896–1978) ⚭ 1919 Charlotte Agnes von Sachsen-Altenburg
  • Heinrich Victor Ludwig Friedrich (1900-1904)
  • Heinrich und Irene waren Zeitlebends glücklich verheiratet. Sie waren wegen ihres freundlichen Auftretens in der Familie als "The very Amiables" (dt. Die sehr Liebenswürdigen) bekannt.

Späteres Leben[Bearbeiten]

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt mit seinen Schwestern und Schwagern (von links) am 8. Oktober 1903: Zarin Alexandra Feodorowna und Zar Nikolaus ll. von Russland; Prinzessin Irene und Prinz Heinrich von Preußen; Großfürstin Jelisawjeta Fjodorowna und Großfürst Sergei Alexandrowitsch Romanow; Prinzessin Viktoria und Prinz Ludwig Alexander von Battenberg

Als Begleiterin der Kaiserin Auguste Viktoria, ihrer Schwägerin, war Prinzessin Irene karitativ tätig. 1929 starb ihr Mann Heinrich auf dem Gut Hemmelmark bei Eckernförde. Irene lebte als Witwe in Berlin, Potsdam und Hemmelmark. Die Tochter des kaiserlichen Schatzmeisters von Sell berichtete in ihren Erinnerungen von häufigen Besuchen der ehemaligen Prinzessin in den 1930er und 1940er Jahren in der elterlichen Villa in Berlin-Dahlem.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Feuerstein-Praßer: Die deutschen Kaiserinnen. Piper, München 2006.
  • Irene, in: Internationales Biographisches Archiv 02/1954 vom 4. Januar 1954, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]