Gutshaus Satzkorn

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Das Gutshaus Satzkorn ist ein Herrenhaus im Potsdamer Stadtteil Satzkorn. Es besteht aus zwei Wirtschaftsgebäuden, zwei Stallgebäuden, einem Verwalterhaus und dem eigentlichen Gutshaus.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gutshaus befindet sich am Rand des Ortes an der Dorfstraße. Es ist umgeben von Feldern und liegt in Nachbarschaft zu einem auch heute noch aktivem Obstgut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gutshaus im April 2013

Als Besitz der Familie Hünicke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1406 wird erstmals ein Gut in Satzkorn erwähnt, welches sich ab 1416 im Besitz der Familie Hünicke befand. Die Hünickes besaßen zu dieser Zeit unter anderem auch Güter im nahe gelegenen Kartzow.
Die Satzkorner Sage vom dreibeinigen Hasen bezieht sich auf den Verkauf des Gutes durch Cuno von Hünicke an einen Bürgerlichen im Jahr 1731. Sie besagt, dass Hünicke aus Wut über den Verkauf noch immer als dreibeiniger Hase im Ort spukt.

Als Besitz der Familie Brandhorst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Conrad Friedrich Brandhorst erwarb das Gut 1731. Brandhorst war Feldscher im Infanterieregiment von Friedrich Wilhelm I. und bürgerlicher Herkunft. 1739 ließ Brandhorst das Gutshaus im barocken Stil umbauen, bewohnte es aber nie, da er bereits 1740 in Potsdam starb und in der Dorfkirche Satzkorn bestattet wurde. Die heutige Form des Gutshauses stammt aus dieser Zeit, während sich das Kellergewölbe auf das Mittelalter datieren lässt.
Brandhorsts Erben bewohnten das Gut weiterhin und änderten 1889 ihren Familiennamen in Brandhorst-Satzkorn.

Nutzung als VEG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1945 wurde das Gut von der Roten Armee übernommen und diente als Versorgungsdepot. Im Jahr 1950 folgte die Übergabe des Besitzes an das Volkseigene Gut Satzkorn. In den folgenden Jahren wurde sich zunehmend auf den Obstanbau konzentriert. Nach und nach wurden jedoch große Ländereien an die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Marquardt abgegeben, aus welcher die heutige Obstgut Marquardt GbR hervorging.

Nach 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wende, wurde das Gut im Jahr 1991 an Privatbesitzer verkauft. Danach wechselte die Anlage, die im April 2002 unter Denkmalschutz gestellt wurde, mehrmals den Besitzer. Gegenwärtig steht das Gebäude leer und droht zu verfallen.[1]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gutshaus ist ein Ziegelbau bestehend aus elf Achsen. An der Ostfassade befindet sich eine reich geschmückte Attika. Beim Dach handelt es sich um ein Mansardwalmdach.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Catrin During, Albrecht Ecke: Gebaut!: Architekturführer Potsdam Lukas Verlag, 2007, in Google Books

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Satzkorns Gutshaus wird nicht saniert, die Auflagen sind zu hoch, Artikel Märkische Allgemeine vom 27. August 2011, abgerufen 21. Dezember 2012

Koordinaten: 52° 28′ 24″ N, 12° 59′ 23″ O