Hackbraten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hackbraten, Wiegebraten, faschierter Braten, falscher Hase oder Heuchelhase ist ein Braten aus Hackfleisch, der in verschiedenen Varianten in vielen Ländern bekannt ist.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnungen falscher Hase bzw. Heuchelhase (heucheln wie vortäuschen) kommen vermutlich von den kupfernen[1] oder irdenen Hasenpfannen und -brätern,[2][3] in welchen Hackbraten in vergangenen Jahrhunderten gebacken wurde. Es war aber auch üblich, von Hand einen Hasen zu „formiren“ oder dem Hackbraten namens „Falscher Hase“ die Form eines Hasenrückens zu geben.[4][5][6][7][8] Die meisten kupfernen Hasenformen und Hasenbratpfannen dürften den Kriegsmetallsammlungen während des Ersten Weltkrieges zum Opfer gefallen sein.[9][10] Die Bezeichnung „falscher Hase“ (auch „polnischer Hase“) ist ab Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Kochbüchern dokumentiert.[11][12]

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zubereitung wird zuerst Hackfleisch (meist gemischt aus Schweine- und Rindfleisch) mit Paniermehl oder eingeweichten Brötchen und Ei sowie Zwiebeln, Salz und Pfeffer zu einer Masse verarbeitet. Weitere Gewürze können je nach Rezept hinzukommen, ergänzende Zutaten wie angebratene Speckwürfel oder traditionell – als Füllung – geschälte, hartgekochte (und ganz belassene) Eier sind üblich. Die Masse wird zu einem Laib geformt und eventuell in Paniermehl gewendet. Je nach Rezept kann der Hackbraten von allen Seiten angebraten werden, zu Ende gegart wird er entweder auf dem Herd oder im Backofen, mit oder ohne Zugabe von Flüssigkeit. Der Bratensatz wird oft mit Wasser oder Brühe gelöst und mit weiteren bindenden Zutaten wie saurer Sahne oder Stärke zu einer Sauce verarbeitet.

Serviert wird Hackbraten in Scheiben mit der Sauce und z. B. Salzkartoffeln und in der Schweiz fast obligaterweise mit Kartoffelstock (Kartoffelpüree) oder Hörnli (Teigwarenart bestehend aus kleinen, gekrümmten Röhrchen). Kalt kann er als Aufschnitt verwendet werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hackbraten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hackbraten – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Faschirter Hase (Lièvre farci). In: Allgemeines österreichisches oder neuestes Wiener Kochbuch. 1831, S. 252, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  2. Hasenpfanne, Irdenware /emailliertes Eisenblech. In: Gefäße und Formen - eine Typologie für Museen und Sammlungen. Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, 2006, S. 56, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  3. Sehr großer Hasenbräter - 50 cm - siehe Kohren 62. In: Bräter - Kohrener Keramik. Steffen Buschner, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  4. Faschirter Hase. In: Die wahre Kochkunst, oder neuestes, geprüftes und vollständiges Pester Kochbuch. 1835, S. 136, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  5. Faschierter Hasenrücken. In: Die süddeutsche Küche. 1890, S. 236, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  6. Faschirter Hase in Schmettensoß. In: Die praktische Köchin: Ein Kochbuch auf jahrelange Erfahrungen. 1856, S. 77, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  7. Josephine Bonné: Tausend und ein Rezept : von selbsterprobtem und gelobtem der Oesterreichisch-Ungarischen Kueche. The Saalfield Publishing Co., 1915, S. 204, abgerufen am 17. Oktober 2017.
  8. Polydore de Keyser: falscher Hase: ein gespickter Hackebraten von der Form eines Hasens. In: Blühers Rechtschreibung der Speisen und Getränke: alphabetisches Fachlexikon. Verlag Blüher, 1899, S. 147, abgerufen am 22. Oktober 2017.
  9. Beschlagnahme und Enteignung von Hausrat aus Buntmetall, 1915. Abgerufen am 8. Oktober 2017.
  10. Kriegsmetallsammlungen. Virtuelles Museum Oberösterreich, abgerufen am 8. Oktober 2017.
  11. Sophie Wilhelmine Scheibler: Allgemeines deutsches Kochbuch für alle Stände.... C. F. Amelang, 1874, S. 37 u. 174.
  12. Deutscher Sprachverein: Verdeutschungsbücher des Allgemeinen deutschen Sprachvereins 1888, S. 29.