Haddaway

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Sänger Haddaway am 7. Juli 2019 auf dem Cologne Pride-Straßenfest

Haddaway (* 9. Januar 1965 in Port of Spain; vollständiger Name Alexander Nestor Haddaway) ist ein deutscher Sänger aus Trinidad und Tobago.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haddaway, dessen Vater aus den Niederlanden stammt, studierte an der George-Washington-Universität in Washington, D.C., Politikwissenschaften und Geschichte, schloss sein Studium mit einem Ph.D. in Politologie ab[1] und lebte ab 1989 mit Unterbrechungen in Köln. Dort spielte er bis 1993 American Football bei den Cologne Crocodiles.[2]

Seinen Durchbruch als Musiker schaffte er 1992, als das Produzenten-Paar Karin Hartmann und Tony Hendrik auf ihn aufmerksam wurde und für ihn die Eurodance-Single What Is Love schrieb und produzierte. Sie erreichte Anfang 1993 sowohl in Deutschland als auch mit etwas Verzögerung in Großbritannien Platz 2 der Singlecharts und in Österreich sogar Platz 1. Auch in den US-amerikanischen Billboard-Charts stieg er mit der Single bis auf Platz 11. In den USA wurde der Song als Gimmick in einer Vielzahl von Sketchen der NBC-Sendung Saturday Night Live benutzt, zu der die Protagonisten („Roxbury Guys“) eine sich ständig wiederholende, markante Kopfbewegung machten. Dieser Gag ist ein Dauerbrenner in den USA und wird in einer amerikanischen Werbekampagne von Pepsi, welcher der Song als Werbeträger dient, verballhornt.

Mit seiner Nachfolgesingle Life wiederholte er ein halbes Jahr später zumindest in Europa annähernd diesen Erfolg. Auch sein Ende 1993 veröffentlichtes Debütalbum Haddaway – The Album wurde ein Erfolg, es folgten 1994 mit „I Miss You“, „Rock My Heart“ und 1995 mit „Fly Away“ weitere Charthits. Inzwischen hatten sich zwei seiner Backgroundsängerinnen unter dem Namen 3-o-Matic selbständig gemacht, darunter Nancy Baumann.

Danach wurde es stiller um Haddaway. Zwei weitere Alben, The Drive (1995) und Let’s Do It Now (1998), verfehlten bei weitem die Verkaufszahlen seines Debüts.

2003 kam er noch einmal mit dem Remake What Is Love – Reloaded in die Medien. Doch Erfolg hatte er damit wenig; die Single hielt sich lediglich fünf Wochen in den deutschen Charts.

2004 nahm Haddaway an der Show Comeback – Die große Chance des deutschen Fernsehsenders ProSieben teil. Die erste Ausscheidungsshow gewann er und war dann Gast bei Stefan Raabs TV Total. Danach überwarf er sich mit den Produzenten der Show und schied kurz danach aus. 2008 verwendete PepsiCo den Titel What Is Love für den Pepsi-Werbespot, der während der jährlichen Super-Bowl-Übertragung gesendet wurde.[3]

2010 veröffentlichte der amerikanische Rapper Eminem auf seinem Album Recovery den Song No Love, dessen Hookline und Refrain ein Sample von Haddaways What is Love zugrunde liegt.

Haddaway lebt heute im österreichischen Kitzbühel.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1993 The Album (europäische Version) / Haddaway (amerikanische Version)
Coconut Records (EU) / Arista Records (US)
DE5
Platin
Platin

(41 Wo.)DE
AT12
Gold
Gold

(16 Wo.)AT
CH2
Platin
Platin

(35 Wo.)CH
UK9
Gold
Gold

(16 Wo.)UK
US111
(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1. Mai 1993 (EU)
Erstveröffentlichung: 23. November 1993 (US)
Verkäufe: + 1.037.899
1995 The Drive
Coconut Records
DE32
(9 Wo.)DE
AT27
(8 Wo.)AT
CH10
(11 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 26. Juni 1995
1998 Let’s Do It Now
Coconut Records
Erstveröffentlichung: 9. März 1998
2001 My Face (Neuauflage: Love Makes)
Terzetto Records / ZYX Music
Erstveröffentlichung: 17. September 2001
Neuauflage: 20. Mai 2002
2005 Pop Splits
Coconut Records
Erstveröffentlichung: 18. Juli 2005
2011 Gotta Be
Coconut Records
Erstveröffentlichung: 4. November 2011

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993: „Bronze“ in der Kategorie „Rap & Dancefloor“
1994: in der Kategorie „Dance Single des Jahres national“
1994: in der Kategorie „Erfolgreichste nationaler Song des Jahres“
1993
1994: in der Kategorie „Deutschproduktion des Jahres“[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haddaway – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. James Arena: Stars of ’90s Dance Pop: 29 Hitmakers Discuss Their Careers. McFarland, Jefferson 2016, ISBN 978-1-4766-2661-1, S. 77.
  2. Seniors – Saison 1993. In: Cologne Crocodiles - Official Homepage. Abgerufen am 29. Februar 2020 (deutsch).
  3. Musikwoche.de: Preview: Haddaway wandelt in den Fußstapfen seines Hits "What Is Love". Abgerufen am 1. Juni 2020.
  4. RSH-Gold Verleihung 1994