Hafen Niehl I

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Hafen Niehl I
Daten
UN/LOCODE DE CGN
Eigentümer Stadt Köln
Betreiber Häfen und Güterverkehr Köln AG
Eröffnung 1925
Hafentyp Binnenhafen
Umschlagsmenge 2,09 Mio. t (2011)
Webseite hgk.de
Geografische Informationen
Ort Köln Niehl
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Hafeneinfahrten Becke I-III, im Hintergrund das Heizwerk
Hafeneinfahrten Becke I-III, im Hintergrund das Heizwerk
Koordinaten 50° 58′ 48,1″ N, 6° 58′ 43,1″ OKoordinaten: 50° 58′ 48,1″ N, 6° 58′ 43,1″ O
Hafen Niehl I (Nordrhein-Westfalen)
Hafen Niehl I
Lage Hafen Niehl I

Der Niehler Hafen (oder auch Hafen Niehl I) ist einer der Kölner Häfen mit Güterumschlag in Köln-Niehl. Die Einfahrt liegt am Niederrhein bei Kilometers 695,8 links.

Becken 4a, der „KD-Hafen“

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Hochwasser vom Dezember 1740 begann die Stadt zwischen 1741 und 1745 mit der Errichtung des Niehler Damms. Der Rat der Stadt Köln beschloss am 16. März 1921 die Anlage des Niehler Hafens. Im Mai 1922 begannen die Erdarbeiten, im Juli 1923 waren über 3000 Arbeiter mit dem Hafenbau beschäftigt. Sie wurden zu einem beträchtlichen Teil aus der Erwerbslosenfürsorge bezahlt.[1] Bis 1925 erfolgte ein erster Teilausbau des Niehler Hafens, das Vorbecken erhielt 1927 ein Lagerhaus.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Hafen durch Luftangriffe vollständig zerstört. 1948 waren Kaimauern und einige Umschlagseinrichtungen wieder betriebsbereit. Der Vorkriegszustand wurde 1957 wieder erreicht.[2]

Es entstanden die heutige Hafeneinfahrt mit dem Westkai und das Becken 1. Ab 1959 wurde Niehl I zum flächenmäßig größten Kölner Hafen ausgebaut; 1977 waren die Arbeiten beendet.

Am 19. Dezember 1929 landete das erste Katapultflugzeug vom Typ Heinkel HE 12 (D 1717 New York) im Rahmen des Postdienstes von Überseedampfern. Es war auf dem Dampfer Bremen stationiert und wurde von dort mittels eines Katapults gestartet, um für Deutschland bestimmte Postsäcke zum Niehler Hafen zu bringen.[3] Hier wurden die Sendungen neu sortiert und vom Flughafen Köln-Butzweilerhof deutschlandweit verteilt. Das letzte Wasserflugzeug soll nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls dort von der Royal Navy stationiert gewesen sein.[4] Die Belgischen Streitkräfte in Köln nutzten den Niehler Hafen als Treibstoffdepot und auch für die Rheinflottille.

Niehl I (1953)

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niehl I wird von der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) betrieben. Die vier Hafenbecken haben eine Wasserfläche von 472.700 m². Die Landfläche beträgt 837.300 m², so dass Niehl I mit einer Gesamtfläche von 1,4 Millionen m² der flächenmäßig größte der Kölner Häfen ist. 14 HGK-eigene Krananlagen und ein Firmenkran sind im Einsatz. Drei Anlagen für Flüssiggut, zwei Trockenumschlagshallen sowie eine RoRo-Autoverladeanlage für die von den Ford-Werken hergestellten Fahrzeuge runden das Angebot ab.

Über die Hafeneinfahrt führt seit 1986 eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Sie verbindet die Straße Am Molenkopf mit dem Niehler Damm.

Im Hafen Niehl I wurden im Jahr 2011 rund 514.000 TEU mit vier Container-Kranbrücken und Reach-Stackern umgeschlagen.[5] Der Gesamtumschlag lag 2011 bei rund 2,1 Millionen Tonnen.[6] Die wasserseitige Ausladung beträgt bei zwei Kranbrücken 36 Meter. So können zwei nebeneinander liegende Schiffe abgefertigt werden.

Zwischen Becken 1 und 2 liegt der Lagerhauskai, zwischen 2 und 3 der Stapelkai und zwischen 3 und 4 der Hansekai.

Alle Kais sowie die Betriebe am Molenkopf sind über die Güterverkehrsstrecken der HGK mit dem Schienennetz der Deutschen Bahn verbunden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Westkai - im ersten Bauabschnitt - findet der Umschlag der Container zwischen Schiff, Eisenbahn und Lkw statt. Am Lagerhauskai betreibt die RWZ ein großes Getreidesilo.[7] Seit 1984 betreibt die CTS GmbH am Stapelkai ihr Containerterminal. CTS begann mit einer Lagerfläche von ca. 8.000 m² und einer Containerbrücke. 1991 erfolgte eine Vergrößerung der Terminalfläche um 10.000 m² und die Errichtung der Containerbrücke EK 17. Die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen sind durch einen zweimal pro Woche verkehrenden Binnenschiff-Liniendienst angebunden.[8] Die Containerbrücken bedienen die Hafenbecken 2 und 3.

Am Becken 3 unterhält die Firma Neska eine Trockenumschlaganlage,[9] am Hafenkopf von Becken 3 besitzt das Eventschiff PURE-LINER seinen Hauptstandort für das Rheinrevier, vom Niehler Hafen aus werden die gebuchten Häfen angesteuert.[10] Der Hansekai ist vorwiegend Standort von Speditionen wie z.B. Wincanton. Becken 4a wird als Liegebecken für die Fahrgastschiffe der Köln-Düsseldorfer (KD) benutzt. Die KD unterhält am Becken 4a auch ihren Instandsetzungsbetrieb für Personenschiffe. Neben dem Containerdepot am Molenkopf liegt die 1981 gegründete Niederlassung Köln-Niehl der Silospedition Schmidt aus Heilbronn.

Der zentrale Standort im Chemiegürtel Köln sowie die Anbindung an die Seehäfen Antwerpen und Rotterdam bietet gute Voraussetzungen für Import- und Exportgeschäfte. Die Kölner Niederlassung hat Flächen für die Lagerung von 50.000 t verpackter Produkte sowie ein modernes Schüttgutcenter mit 128 Silos und 27.600 m³ Kapazität.[11]

Die RheinEnergie betreibt auf der Halbinsel Am Molenkopf zwischen Becken 4 und dem Rhein das Heizkraftwerk Niehl.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Niehl I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • hgk.de - Offizielle Webseite der HGK

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 197 f.
  2. Nachkriegsgeschichte der Kölner Häfen
  3. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 206.
  4. Werner Müller: Die Wasserflugzeughäfen von Köln. Abgerufen am 2. November 2010.
  5. HGK-Leistungen Niehl I
  6. HGK - Niehl I
  7. RWZ-Hafenstandorte
  8. Container-Terminal über Niehl I
  9. RWZ über Standort Niehl I
  10. PURE-LINER über Niehl I
  11. Schmidt-Heilbronn über Niehl I