Haferbrei

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Mit Wasser gekochter Porridge mit Apfelstücken und garniert mit eingelegten Rosinen

Haferbrei, auch Porridge (Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i) [ˈpɒrɪdʒ] (engl. für „Brei“) oder Oatmeal (Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i) [ˈəʊt.miːl] (US-amerik. für „Haferschrot“), ist ein Getreidebrei (Grütze), der aus Haferflocken oder Hafermehl sowie Wasser und/oder Milch zubereitet wird. Hafersuppe ist die verdünnte Variante; Haferschleim ist der nach dem Kochen von Haferflocken abgeseihte Schleim.

Zubereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haferflocken werden in Wasser und Milch so lange gekocht, bis sich eine cremige Konsistenz ergibt. Hierin liegt der wesentliche Unterschied zum Müsli, in dem die Haferflocken lediglich eingeweicht werden. Häufig wird mit Sahne, Zucker, Honig oder auch mit Salz verfeinert. Je nach Geschmack können zum Beispiel auch Äpfel und Rosinen mitgekocht oder weitere Zutaten nach dem Kochen zugefügt werden (zum Beispiel Obst wie Bananen, Kirschen oder Blaubeeren oder auch Ahornsirup, Nüsse, Zimt usw.).

Von der Nahrungsmittelindustrie werden mittlerweile Instant-Gerichte in der Art des Haferbreis angeboten. Diese zerkleinerten und ausgewalzten Haferflocken, auch als Schmelzflocken bezeichnet, lösen sich beim Einrühren in Flüssigkeiten schnell auf, erfordern also (im Gegensatz zu unbehandelten Haferflocken) kein Aufkochen. Instant-Haferflocken gibt es in den verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie zum Beispiel mit Rosinen, Nüssen oder mit Zimt und Zucker. Im Gegenzug gehen einige Köche dazu über, eigene Variationen des Gerichts zu entwickeln.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verzehren von Haferbrei oder porridge-ähnlichen Gerichten begleitet die gesamte Geschichte der Zivilisation. Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass das Kochen von Gräsern bereits vor etwa 12.000 Jahren praktiziert wurde und mit dem Entwicklungsschritt der Menschheit vom nomadischen Jäger und Sammler zum sesshaften Ackerbauern einhergegangen ist. Die Verarbeitung von Getreide beschränkte sich in der Folge nicht nur auf das Erzeugen von Brei, vielmehr eröffnete sich damit auch die Möglichkeit, den entstandenen Getreidebrei weiter einzudicken und als Fladen oder in Ziegelform auf heißen Steinen oder in der Glut des Feuers zu backen und damit haltbar und tragbar zu machen. Diese zivilisatorische Innovation – vom Brei zum Brot – kann nahezu zeitgleich und auf allen Kontinenten nachgewiesen werden. Haferbrei oder auch Porridge kann somit als der Vorgänger des Brotes bezeichnet werden.[2]

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porridge mit Milch

Porridge wird in Großbritannien, aber auch in anderen Ländern als warme Frühstücksmahlzeit verzehrt und konnte früher in Arbeiterfamilien auch die Mittags- oder Abendmahlzeit sein. Ursprünglich stammt das Gericht aus Schottland. In den schottischen Highlands heißt es auf Gälisch brochan. Es war früher üblich, dem Porridge selbst nichts hinzuzufügen, sondern kalte Milch, Sahne oder Buttermilch als Tunke auf den Tisch zu stellen und den vollen Löffel beim Essen dann dort einzutauchen. Gesüßt wurde Porridge in Schottland nur für Kinder, während die Engländer meist Zucker zufügten. Heute wird Porridge üblicherweise pur gereicht mit separaten Zutaten zum Süßen, beispielsweise Ahornsirup oder braunem Zucker. In Schottland wird Porridge auch herzhaft gesalzen serviert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sybil Kapoor: How to make perfect porridge. In: The Guardian. 7. Januar 2010.
  2. Verival: Die jahrtausende alte Geschichte des Porridge. 6. August 2019.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Porridge. In: Alan Davidson: The Oxford Companion to Food. 2nd edition, edited by Tom Jaine. Oxford University Press, Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-280681-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Haferbrei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Category:Porridges – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien