Hallen Am Borsigturm

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Hallen Am Borsigturm
HAB-Logo.png
Basisdaten
Standort: Am Borsigturm 2, 13507 Berlin
Eröffnung: 25. März 1999
Gesamtfläche: 50.000
Verkaufsfläche: 22.000 m²
Geschäfte: 115
Besucher: 19.410
Betreiber: ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG
Website: www.hallenamborsigturm.de
Verkehrsanbindung
Bahnhöfe: U-Bhf. Borsigwerke, U-Bhf. Alt-Tegel, S-Bhf. Tegel
Haltestellen: U-Bhf. Borsigwerke, U-Bhf. Alt-Tegel
S-Bahn: S25
U-Bahn: U6
Omnibus: 133
Autostraßen: A 111
Sonstige: Ausfahrten Holzhauser Straße oder Waidmannsluster Damm
Parkplätze: 1.600

Die Hallen Am Borsigturm sind ein Shopping-Center im Berliner Bezirk Reinickendorf, Berlin-Tegel. Sie befinden sich am Tegeler See und in der Nähe des Flughafens Berlin-Tegel. Das denkmalgeschützte Shopping-Center wurde am 25. März 1999 eröffnet und enthält auf einer Gesamtfläche von 50.000 m² neben Büro- und Hotelflächen insgesamt 115 Shops.[1] Ein Großteil der Verkaufsfläche beherbergen Modegeschäfte. Daneben findet man einen Fachmarkt für Unterhaltungselektronik, einen Lebensmittel-Verbrauchermarkt, einen Bio-Supermarkt, einen Drogeriefachmarkt sowie Fachgeschäfte für Parfümerie, Schmuck, Bücher, Schuhe, Sport sowie ein Dienstleistungs- und Gastronomieangebot. Zusätzlich bieten die „Hallen Am Borsigturm“ Freizeit- und Entertainmentmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem Bowling, ein Kino und 24-Std.-Fitness.[2]

Geschichtlicher Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Grundstein für die heutige Bekanntheit des Gebietes Borsig in Berlin-Tegel legte August Borsig mit der Gründung seiner Maschinenbauanstalt vor dem Oranienburger Tor 1837. Mit dieser Gründung sollte ein halbes Jahrhundert lang ein Großteil der deutschen Dampflokomotiven für das In- und Ausland produziert werden. Durch die Inbetriebnahme der preußischen Eisenbahnlinie, die eine Verbindung zwischen Berlin und Potsdam herstellte, expandierte das Unternehmen sehr schnell und weitere Produktionsstandorte entstanden. Der Firmengründer August Borsig starb 1854. Das Unternehmen sollte von seinem einzigen Sohn Albert übernommen werden, doch auch dieser verstarb bereits 1878. Daraufhin übernahmen die zu diesem Zeitpunkt noch minderjährigen Söhne von Albert Borsig (Ernst, Arnold und Conrad Borsig) die Firma.

Aufgrund einer sich anbahnenden Konjunktur fanden in den 1890er Jahren umfassende Modernisierungs-, Rationalisierungs- und Neuerungsmaßnahmen statt, um mit anderen Berliner Großunternehmen wie Siemens oder AEG mithalten zu können. In Tegel begann daher 1896 der Bau des bekannten Borsig-Werkes. Um die Unterbringung der Fabrikarbeiter als auch wichtiger Werkmeister und Direktoren zu gewährleisten, errichtete die Firma Borsig zeitgleich mit dem Fabrikbau ein Beamtenwohnhaus und die Arbeiterkolonie Borsigwalde.

Zu Zeiten der wirtschaftlichen Scheinblüte nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer erheblichen Expansion des Werkes: Es entstanden eine neue Kesselschmiede, eine neue Lokomotivreparaturwerkstatt, die Erweiterung des alten Kesselhauses sowie des Verwaltungshochhauses. Das Wahrzeichen des Geländes – der Borsigturm – entstand von 1922 bis 1924. Er war Berlins erstes Hochhaus und das Verwaltungszentrum der Firma Borsig. Einen Einbruch musste die Bauphase allerdings während des Zweiten Weltkrieges verzeichnen.[3]

Neuentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang Hallen Am Borsigturm
Eingang Hallen Am Borsigturm
Innenansicht Hallen Am Borsigturm

Die ursprüngliche Metallverarbeitung des Borsig-Werkes wurde in den 1990er Jahren vom Borsig-Gelände zurückgezogen. Auf dem nordöstlichen Teil des Produktionsgeländes errichtete die Herlitz AG ihre Produktions- und Lagergebäude für ihre Papier-, Büro- und Schreibwarenprodukte. Für den Rest der stillgelegten Produktionsanlagen war es schwieriger. Sie drohten zu verfallen, einzelne Hallenanlagen standen als Baudenkmale unter Denkmalschutz und das ehemalige Verwaltungsgebäude war verwahrlost.

Viele Monate ging es in der Entwicklung nicht voran. Schließlich ergriff die Firma Herlitz die Initiative und gründete ihre eigene, ausschließlich für „Projektentwicklung“ zuständige Tochtergesellschaft Herlitz Falkenhöh AG, die eine Lösung für das Problem entwickeln sollte. In Zusammenarbeit mit den öffentlichen Verwaltungen, dem Denkmalschutz und Kooperationen mit allen Beteiligten und Betroffenen versuchten sie, eine Neuausrichtung des Borsig-Werkgeländes zu planen.

1993 stand ein Rahmenplan mit kurz- und langfristigen Empfehlungen für die weitere Entwicklung des ehemaligen Borsig-Geländes fest. Das neue Leitbild für das Projekt „Am Borsigturm“ lautete „Das Wirtschaftszentrum für den Nordwesten Berlins“. Im Mittelpunkt standen außerdem zentrale Begriffe wie „Synergie“ und „nachhaltige Entwicklung“. Synergien sollten sich darin äußern, dass am Bestehenden angeknüpft werden sollte. Das heißt, existierende historische Zeugnisse sollten integriert sowie historische Achsen und Bauhöhen wiederhergestellt werden. Ebenfalls war dies ein zentraler Punkt im Bereich Nachhaltigkeit. Es galt, den bewährten und gegebenenfalls denkmalgeschützten vorhandenen Bestand als genauso geeignet anzusehen wie einen Neubau.

Dies vorangestellt, entstand ein detailliertes Gesamtnutzungskonzept. Auf das ehemalige Borsig-Gelände sollten umgebungsverträgliche Industrien aus den Wachstumsbranchen Kommunikations- und Informationstechnologie, Verkehrstechnik und Logistik entstehen. Daneben war eine qualifizierte Dienstleistungsinfrastruktur aus Rechtsanwälten, Beratern, Investoren, Marketingspezialisten, Ingenieuren und Schutzdiensten, vordergründig für alle umliegenden Unternehmen zuständig, geplant. Insbesondere wollte man aber auch die Öffentlichkeit beteiligen. Konkret war es das Ziel, den quantitativ und qualitativ schwachen Einzelhandel im Nordwesten von Berlin zu verbessern.[3]

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Rücksichtnahme auf den geschichtsträchtigen Hintergrund des Borsig-Geländes setzten es sich die Architekten zum Ziel, die alten Produktionshallen als Zeugen einer bedeutenden Industrievergangenheit zu erhalten. Die erhaltene Bausubstanz sollte daher nicht abgerissen, sondern restauriert und in das neue Bauvorhaben integriert werden. Da die historischen Elemente der Industriehallen unter Denkmalschutz gesetzt wurden, war eine regelmäßige enge Abstimmung mit den Behörden notwendig. Es war der Plan, nicht einfach die historische Substanz wiederherzustellen, sondern konstruktive Elemente, Schaufenster und andere gestalterische Elemente mit den restaurierten Fassaden- und Konstruktionselementen innen und außen zu verbinden.

Bei den „Hallen Am Borsigturm“ ordnen sich der Shopping-Bereich, die Freizeitflächen, das Kino, das Bürogebäude, das Parkhaus und die städtebauliche Planung drum herum dem Achssystem der ursprünglichen Werkshallen unter. Dabei bilden die Außenkanten der Gebäude die Grundfläche der ehemaligen Industriefläche. Im Innern des Centers erinnern die filigranen Stahldachtragwerke der alten und neuen Hallen an die historischen Elemente. Von außen stellt eine Dachmembran, die als Sonnenschutz fungiert, wie eine zweite Haut eine Verbindung zwischen den Gebäuden her. Entstanden ist mit den „Hallen Am Borsigturm“ ein modernes Shopping-Center, das zeigt, dass Rekonstruktion und Modernität nicht im Gegensatz zueinander stehen müssen.[3]

Funktionsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelhandel und Freizeitbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shopping-Bereich ist in fünf alte Werkhallenschiffe eingebunden. Von Tegel-Nord wird der Passantenstrom über die „Ladenstraße“ in den südlich gelegenen Grünbereich Richtung Borsigtor und U-Bahnhof Borsigwerke geleitet. Der gesamte Einzelhandel befindet sich im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss. Im Zentrum der Ladenstraße liegt der Bereich Essen & Trinken. Auf drei Etagen gibt es dort zahlreiche Restaurants, Lebensmittelstände, Bistros und Cafés. Das 2. Obergeschoss bietet Freizeit- und Sportflächen. Außerdem befindet sich dort das Center-Management.

Parkhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt am Shopping-Bereich und auch von dort aus erreichbar, liegt das 9-geschossige, offene Parkhaus mit 1.600 Stellplätzen. Die Parkebenen verfügen über 8 Aufzüge. Den Shopping-Bereich erreicht man überdacht über das Erdgeschoss sowie das 1. und 2. Obergeschoss.

Bürogebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebäudeteil zur Berliner Straße befindet sich ein fünfstöckiges Bürogebäude. Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss findet man ebenfalls Einzelhandelsflächen. Darüber liegende Ebenen beherbergen verschiedene Büromieter.

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich ist in den „Hallen Am Borsigturm“ im südwestlichen Teil ein Kino untergebracht. Es enthält neun Kinosäle und hat Platz für 2.400 Personen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Am Borsigturm (Berlin-Tegel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hallen Am Borsigturm – ECE (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ece.de
  2. Made in Reinickendorf (Memento des Originals vom 5. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.made-in-reinickendorf.com (PDF-Datei)
  3. a b c d Manfred Birk, Helmut Engel: Deutsches Technikmuseum (2000): Borsig, Zwischen Tradition und Aufbruch (Berlin)

Koordinaten: 52° 35′ 4,9″ N, 13° 17′ 10″ O