Hannes Ostendorf

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Auftritt von Hannes Ostendorf auf einer LEGIDA-Kundgebung im Januar 2017

Hannes Ostendorf ist ein deutscher Musiker und Rechtsextremist. Er gilt als Frontmann der rechtsextremen Hooligan-Band Kategorie C.

Musikalisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Angaben der Band ursprünglich als musikalisches Hobby-Projekt anlässlich der in Frankreich stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft 1998 gegründet, veröffentlichte die Band mittlerweile über fünf Alben. Hannes Ostendorf ist Gründungsmitglied der Band. Zeitweise sang er für die Band "Nahkampf". Diese Band ist eng verbunden mit dem 2000 verbotenen Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour". Eines ihrer Lieder ist auf dem CD-Sampler zu finden, den die NPD 2005 auf Schulhöfen verteilt hatte. Streitigkeiten innerhalb der "Kategorie C" führten zur Spaltung der Band. Rainer Friedrichs gründete zusammen mit anderen Musikern die Band "VollKontaCt", während Sänger Hannes Ostendorf unter dem Namen "Kategorie C – Hungrige Wölfe" ebenfalls weiter Musik machte. Ostendorf holte sich Unterstützung aus einer anderen Band aus dem Hooligan Spektrum.

Politisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannes Ostendorf im Jahr 2006

Ostendorf und der später dazu gekommene Schlagzeuger „Illey“ sind Mitglieder der rechtsextremen[1] Hooligan-Gruppe "Standarte Bremen".

Hannes Ostendorf und seine Band "Kategorie C" waren einer der wesentlichen Gründungs-Aktiven der sogenannten "Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa)"-Bewegung. Hannes Ostendorf hatte extra für die Demonstration in Köln ein neues Lied mit dem Motto "Hooligans gegen Salafisten" gedichtet.

Nach Einschätzung der Autorin Andrea Röpke ist Ostendorf "keineswegs so unpolitisch, wie er sich gerne gibt". 2006 gab er ein Solidaritäts-Konzert für den inhaftierten Sänger der kriminellen Band "Landser" in Berlin. In Köln war die Bremer Band die einzige auf der Bühne. Anscheinend spielte nicht nur Hannes, sondern wohl auch sein Bruder Hendrik im Vorfeld der "HoGeSa"-Demo eine wichtige Rolle."[2]

2014 beim Nordderby zwischen dem HSV und SV Werder Bremen an der Weser hatten mehr als 100 Nazi-Hooligans ein Ausflugsschiff gechartert und fuhren damit Weseraufwärts zum Stadion. Die größtenteils mit Sturmhauben vermummte Gruppe wurde u. a. von Hannes Ostendorf angeführt, machte Jagd auf Passanten und verfolgten die Rechtsextremismusexpertin Andrea Röpke sowie einen weiteren Journalisten.[3]

Beim letzten Heimspiel des SV Werder Bremen der Saison 2014 gegen Borussia Mönchengladbach (0:2) kam es zu Übergriffen auf ein Fanprojekt. Auf den Facebook-Profilen einschlägig rechtsextremer Organisationen tauchen immer wieder Steckbriefe auf, die die Mitarbeiter der sozialpädagogischen Einrichtung als Unterstützer von "Antifa Ultras Gewalttätern" auflisten. Dort wurde zur Selbstjustiz aufgefordert. Verbreitet wurde der Aufruf über Kanäle wie das Facebook-Profil der German Defence League. Hannes Ostendorf teilte den Aufruf ebenfalls.

Bei einem von Pro-NRW Aktivist Dominik Röseler im Mai 2015 organisierten Aufmarsch in Ludwigshafen am Rhein wurde Hannes Ostendorf von der Polizei kontrolliert und erhielt ein Betretungsverbot für die Demonstration. Die Organisations-Gruppe "Gemeinsam-Stark Deutschland" aus dem Umfeld der "HoGeSa" erhielt auch keine Genehmigung für einen Auftritt von "Kategorie C".[4]

In den Jahren 2016 und 2017 trat Hannes Ostendorf bei Veranstaltungen zum Jahrestag der LEGIDA-Gründung in Leipzig auf.[5]

Geschäftliche Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 betrieb Ostendorf in der Lilienthaler Hauptstraße im kleinen Ort Lilienthal vor Bremen einen Imbissstand namens "Baguette de France". Ostendorf wollte zum 1. Dezember 2011 sein Gewerbe erweitern; er wollte nicht mehr nur Salate, Baguettes und Crêpes, sondern auch Kleidung und CDs verkaufen.

Sein Bruder Marten Ostendorf verkaufte in seinem Bremer Laden "Sportsfreund" neben Sportlernahrung auch neonazistische Modemarken wie "Thor Steinar". Bis zu seiner Schließung im Juli 2011 war der Laden laut Verfassungsschutz ein "Treffpunkt der subkulturell geprägten Rechtsextremisten".

Dass die Erweiterung von Hannes Ostendorfs Laden um Textilien einer Verlagerung des Geschäfts "Sportsfreund" ist, fürchteten viele Lilienthaler. Der Vorstand des örtlichen Schwimmverbandes DLRG initiierte einen offenen Brief an Lilienthals grünen Bürgermeister Willy Hollatz und bat ihn, alles in seiner Macht stehende zu tun, um "die Gründung eines Rechtsradikalentreffs mitten in Lilienthal zu verhindern". Im gleichen Gebäude wie Ostendorfs Laden hatte auch die DLRG ihre Jugendräume.

Hannes Ostendorf wiederum bestritt in Lilienthals lokaler Zeitung die Erweiterungspläne. Er fühle sich durch diese "frei erfundenen Geschichte" als "Privat- und Geschäftsmann beschädigt".[6]

2018 wollte Ostendorf mit seiner Frau auf dem international geprägten Campus der Universität Bremen einen Imbisswagen neben einem privaten Studentenwohnheim betreiben. Nachdem die Antifa auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hatte, verschwand auf Betreiben des Grundstückseigentümers der Imbisswagen wieder.[7]

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hannes Ostendorf ist politisch eng mit seinem Bruder Henrik Ostendorf verbunden. Dieser ist in der NPD Verden und der Neonazi-Szene in Bremen aktiv und gilt laut Verfassungsschutz als "Drahtzieher im internationalen Netzwerk zwischen NPD, NS-Skin-Milieu und der Hooliganszene"[8]. Hannes Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf ein Bremer Flüchtlingsheim beteiligt[9][10][11] und wurde dafür nach Jugendstrafrecht zu einer Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hannes Ostendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bremer Hooligan-Prozess - Überschaubare Strafen. In: taz, 29. September 2011
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 8. Juni 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radiobremen.de
  3. http://jungle-world.com/artikel/2015/19/51939.html
  4. Christoph Ruf: Hooligan-Demonstration: Letzte Zuckungen. In: Spiegel Online. 9. Februar 2015, abgerufen am 10. Juni 2018.
  5. Stadt Leipzig zu Kategorie-C-Sänger: Behörde zu Neutralität verpflichtet. In: LVZ. 14. Januar 2016, abgerufen am 14. Januar 2017.
  6. http://www.taz.de/!5105250/
  7. Sara Sundermann: Schnelles Aus für Rechtsrocker-Imbiss an der Uni. (weser-kurier.de [abgerufen am 29. August 2018]).
  8. http://www.n-tv.de/politik/Hooligan-Schlaegereien-sind-kein-Sport-article14376116.html
  9. http://www.taz.de/!1672735/
  10. https://www.taz.de/!642201/
  11. https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-schnelles-aus-fuer-rechtsrockerimbiss-an-der-uni-_arid,1762640.html
  12. https://www.taz.de/!1640238/
  13. https://www.taz.de/!1670198/