Hanns-Gero von Lindeiner

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Hanns-Gero von Lindeiner genannt von Wildau (auch Hanns-Gero von Lindeiner-Wildau; * 11. März 1912 in Görlitz; † 5. Januar 1984 in Bonn[1]) war ein deutscher Forstmann, Jäger, Diplomat und Politiker (CDU).

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanns-Gero von Lindeiner war der Sohn des DNVP-Generalsekretärs Hans-Erdmann von Lindeiner-Wildau.

Er war zunächst mit Elisabeth-Sophia Johanna Augusta Huberta Maria Michaela Ignatia Gräfin von Merveldt (1920–2017) verheiratet, später dann in zweiter Ehe mit Gerda Anna Gräfin von Schwerin (* 10. Juli 1920).[2]

Ausbildung, Kriegsdienst und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Lindeiner studierte bis 1939 Forstwissenschaften. Seit 1933 war er Angehöriger des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.[3] Bei Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde er sofort Soldat und schließlich in der Schlacht von Stalingrad schwer verwundet. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler kam er in Haft.[4]

Seine berufliche Laufbahn begann unmittelbar nach Kriegsende, als er 1945 in den nordrhein-westfälischen Staatsforstdienst eintrat[4] und dort bis zu seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter am Wiederaufbau der Forstverwaltung mitwirkte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanns-Gero von Lindeiner war Mitglied der CDU und gehörte dem Deutschen Bundestag vom 8. September 1959, als er für den zum Bundespräsidenten gewählten Heinrich Lübke nachrückte, bis 1961 an. In dieser Zeit war er vor allem jagdpolitisch aktiv und wirkte bei der Novellierung des Bundesjagdgesetzes 1961 mit.[5]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschließend arbeitete Hanns-Gero von Lindeiner als Vortragender Legationsrat 1. Klasse im Auswärtigen Amt und war in der Nachfolge Karl Dörings von 1966 bis 1971 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Yaoundé, Kamerun.

Als bekannte Persönlichkeit auf dem Gebiet der Jagd wirkte Hanns-Gero von Lindeiner bei den internationalen Jagdausstellungen 1937 in Berlin und 1954 in Düsseldorf mit. Seine jagdpolitischen Kenntnisse brachte er auch in seine Arbeit als Bundestagsabgeordneter ein und engagierte sich von 1972 bis 1979 als Leiter der Deutschen Delegation beim Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (Conseil International de la Chasse et de la Conservation du Gibier, CIC).[5] Seine Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitete er in dem Buch Bunte Beute. Von Wild, Jagd und Jägern in unserer Zeit, das 1981 im Paul Parey Verlag, Hamburg, erschien.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1968 erhielt der Diplomat zunächst das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Nicht zuletzt für seinen Einsatz im CIC verlieh ihm der Bundespräsident dann das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FHW: Hanns-Gero von Lindeiner †. In: Der Forst- und Holzwirt, 39. Jahrgang 3/1984, S. 67, ISSN 0015-7961
  • Erhard Ueckermann: Hans Gero von Lindeiner-Wildau 70 Jahre. In: Zeitschrift für Jagdwissenschaft, 28. Jahrgang Heft 1/1982, S. 66
Vorgänger Amt Nachfolger
Karl Döring Botschafter der deutschen Bundesregierung in Yaounde (Kamerun)
1966–1971
Rolf Enders

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu auch den Eintrag in der Abgeordnetendatenbank des Deutschen Bundestages
  2. Angaben bei www.geneall.net; abgerufen am 15. Januar 2012
  3. Kösener Corpslisten 1960, 66, 1508
  4. a b c FHW: Hanns-Gero von Lindeiner †. In: Der Forst- und Holzwirt, 39. Jahrgang 3/1984, S. 67
  5. a b Erhard Ueckermann: Hans Gero von Lindeiner-Wildau 70 Jahre. In: Zeitschrift für Jagdwissenschaft, 28. Jahrgang Heft 1/1982, S. 66