Hans-Ulrich Pönack

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Hans-Ulrich Pönack (* 30. Mai 1946 in Berlin) ist ein deutscher Filmkritiker. Er arbeitet vornehmlich für Deutschlandradio Kultur und 105’5 Spreeradio. Daneben betreibt er einen YouTube-Kanal.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pönack ist diplomierter Verwaltungswirt und war seit seinem Eintritt als Lehrling 1962 insgesamt 23 Jahre lang Beamter bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte. Nebenher begann er allerdings als Filmkritiker zu arbeiten, etwa für das Spandauer Volksblatt. Für Verrisse benutzte er nach eigener Aussage damals das Pseudonym „Christian Dilzburger“ (Schreibung nicht gesichert, kein einziger Google-Treffer zum Zeitpunkt dieser Ergänzung). Da es damals für Kritiken kein Geld von den Verleihen gab, sondern Freikarten, veröffentlichte er bei schlechten Kritiken unter dem Pseudonym, damit diese keinen Einfluss auf die Vergabe der Freikarten hatten.[1]

Ausgangspunkt für Pönacks Filmbegeisterung waren die 1950er- und 1960er-Jahre in West-Berlin: Als Sohn einer Platzanweiserin konnte er viel Zeit im Kino verbringen. Seit 1969 berichtet er ununterbrochen für RIAS Berlin bzw. dessen Nachfolger Deutschlandradio Kultur. Im Wechsel mit drei anderen Radiokritikern bespricht er dort vornehmlich in der Abendsendung Fazit die Kino-Filmstarts der Woche. Außerdem war er von 1999 bis 2015 ständiger Mitarbeiter beim SAT.1-Frühstücksfernsehen, wo er regelmäßig an jedem Mittwoch über neue Kinofilme informierte. An jedem Freitag berichtete er dort zudem regelmäßig über filmische Neuigkeiten auf dem DVD-Markt.

Weiterhin trat Pönack wöchentlich beim privaten Rundfunksender Radio Gong 96,3 in München (seit 2002 bis 2015) auf. Bei 105’5 Spreeradio in Berlin ist er ebenfalls (seit 2004) "Experte" als Kino- und DVD-Kritiker. Seit 2015 ist er als Filmsachverständiger auf seinem YouTube-Kanal pöni-tv zu sehen.

HUP, so sein Kürzel, hat auch lange Zeit für Printmedien gearbeitet; etwa für die Kultur-Monatsbroschüre Pro + Kontra des DGB (von 1967 bis 1974) oder für das Berliner Stadtmagazin tip (von 1974 bis 1997). Bei der Rundfunkstation RIAS 2 moderierte/kommentierte er von Oktober 1985 bis zum Mai 1992 am Dienstagabend die zweistündige, später einstündige Sendung RIAS 2 Special: Film aktuell.

Auf seiner Website werden wöchentlich aktuelle Kinofilme kritisch besprochen sowie DVD-Empfehlungen veröffentlicht. Außerdem befindet sich dort sein umfangreiches Kritik-Archiv, das laufend ergänzt wird. Zusätzlich wird das Archiv ständig mit Pönack-Interviews sowie Themen-Artikeln von ihm erweitert.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pönack ist ledig, engagiert sich im Tierschutz und lebt in Berlin.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pönacks Tätigkeit richtet sich nicht auf bestimmte Filmgenres. Er interessiert sich für alles, „um es zu zerstören oder zu loben“.[2] In seinem Urteil ist er stets deutlich und scheut sich nicht davor, seiner Meinung nach misslungene Filme als „mäßig bis grottig“ zu bezeichnen. Vom Sat.1-Frühstücksfernsehen wurde er daher „Terminator der Filmkritik“ und „Bud Spencer der Haudraufkritiker“ genannt.

Pönack pocht auf seine Unabhängigkeit vom Medienbetrieb: „Mein Urteil ist unbestechlich. Ich gehe nicht zu irgendwelchen Filmstammtischen und gehöre auch keiner Vereinigung an. Zu Premierenfeiern gehe ich grundsätzlich nicht. Schnittchen kann ich auch zu Hause essen.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kein Tag ohne Kino! Interview mit Hans-Ulrich Pönack. Moderation: Matthias Hanselmann. Deutschlandfunk Kultur, 29. Juni 2017.
  2. Faszination Film: Berlin im Berlinale-Fieber! Interview mit Hans-Ulrich Pönack. Moderation: Gisela Steinhauer. Deutschlandradio Kultur, 17. Februar 2007, 10:05 Uhr.
  3. Interview mit Tobias Köberlein, teleschau, 11. April 2005. (inzwischen offline)