Hans Lommel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hans Lommel

Johannes „Hans“ Lommel (* 14. Juni 1875 in Hirzenhain; † 27. Oktober 1939[1] in Bad Nauheim) war ein deutscher Politiker (NSDAP). Er war unter anderem Landrat des Landkreises Usingen und Abgeordneter des nationalsozialistischen Reichstags.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und medizinischer Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Lommel wurde als Sohn des evangelischen Pfarrers Heinrich August Martin Lommel (1846–1924) und seiner Frau Katharina Anna Klara Wilhelmine, geborene Jung (1853–1935) geboren. Von 1886 bis 1895 besuchte er das Gymnasium in Wiesbaden. Anschließend studierte er Medizin an den Universitäten Marburg (1895–1897 und erneut 1898–1901) und Bonn (1897–1898), wo er auch zum Dr. med. promoviert wurde. 1895 ließ Lommel sich als praktischer Arzt in Rod an der Weil nieder. Im Ersten Weltkrieg diente er als Regimentsarzt im Infanterieregiment 88 im Felde und -nach einer schweren Erkrankung-ab 1916 als leitender Arzt in einem Reservelazarett.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte er am Aufbau der Schwarzen Reichswehr mit (Feldjägerkorps) und war Mitglied im „Reichsbund zur Bekämpfung der SPD“. 1928 trat er der NSDAP bei. 1929 wurde er NS-Kreisleiter in Usingen. Für die NSDAP und den Stadtkreis Frankfurt wurde er 1931 in den Nassauischen Kommunallandtag gewählt. 1933 wurde er für den Unterlahnkreis erneut gewählt und legte sein Mandat im gleichen Jahr nieder. 1933 wurde er zum Landrat des Kreises Usingen ernannt. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tode.

Seit der Reichstagswahl am 5. März 1933 war Hans Lommel Mitglied des Reichstags für den Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau).

Hans Lommel starb am 27. Oktober 1939 auf dem Bad Nauheimer Bahnhof. Die genauen Umstände seines Todes sind unbekannt. Vermutlich handelte es sich um einen Unfall.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Lommel war der Onkel von Ekkehard Lommel, ehemaliger Landrat des Landkreises Bergstraße in Südhessen.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nassauische Parlamentarier. Teil 2: Barbara Burkardt, Manfred Pult: Der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden 1868–1933 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau. 71 = Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. 17). Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2003, ISBN 3-930221-11-X.
  • Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich. Arndt, Kiel 2000, ISBN 3-88741-116-1 (Unveränderter Nachdruck der ersten Auflage von 1967).
  • Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867–1945. (=Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte, 70; Hrsg. Hessische Historische Kommission Darmstadt und Historische Kommission für Hessen), Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 165.
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 247.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Lommel in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. Kienast (Hrsg.): Der Grossdeutsche Reichstag - IV. Wahlperiode 1938 - 1947. R. v. Decker's Verlag, G. Schenck, Berlin 1943, S. 43.
  2. Franz Josef Schäfer: Die Rolle des späteren Bergsträßer Landrats Ekkehard Lommel in der NS Diktatur. In: Museumsverein Bensheim e.V. (Hrsg.): Mitteilungen. Nr. 75, 2017.