Rod an der Weil

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Rod an der Weil
Gemeinde Weilrod
Wappen der ehemaligen Gemeinde Rod an der Weil
Koordinaten: 50° 20′ 37″ N, 8° 22′ 41″ O
Höhe: 271 m ü. NHN
Fläche: 7,72 km² [LAGIS]
Einwohner: 925 (Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61276
Vorwahl: 06083
Karte
Lage von Rod an der Weil in Weilrod

Rod an der Weil ist der Hauptort der Gemeinde Weilrod im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rod an der Weil liegt im Weiltal des östlichen Hintertaunus. Das Dorf liegt im Naturpark Taunus.

Nachbarorte sind Hasselbach (westlich), Emmershausen (nördlich) und Cratzenbach (südlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit keltischer Zeit ist Rod an der Weil besiedelt. In der Nähe der Gemeinde befindet sich der Ringwall Rentmauer aus keltischer Vorzeit. Im Jahr 1279 findet sich die erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Jedoch wurde bereits im Jahr 1213 der „Eichelbacher Hof“ auf dem Gebiet von Rod erwähnt. Rod gehörte ursprünglich zum Herrschaftsbereich der Grafen von Diez. Später kam das Kirchspiel Rod an der Weil (zu dem Hasselbach und Cratzenbach gehörten) zu den Grafen von Isenburg-Limburg. In der Reformation wurde der Ort evangelisch. Als Anekdote wird berichtet: „Das Hin und Her der Konfessionszugehörigkeit ... veranschaulicht die Pfarrei Rod an der Weil in der Herrschaft Nassau-Weilburg. Der dortige [evangelische] Pfarrer betreute sowohl katholische wie evangelische Pfarrkinder, indem er in Rod an der Weil den evangelischen und in Hasselbach den katholischen Gottesdienst hielt.“[2] 1779 wurde die Ziegelhütte erbaut. 1806 wurde Rod Teil des Herzogtums Nassau und 1866 preußisch.

1933 wurde im Rod an der Weil hinter dem Gasthaus Taunus ein Freibad gebaut. Das kleine Becken war zunächst ein Schwarzbau, später wurde die Baugenehmigung erteilt. Heute sind von dem Becken keine Reste mehr erhalten.[3]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Rod an der Weil um die bis dahin selbstständigen Gemeinden Cratzenbach, Gemünden und Winden erweitert.[4] Am 1. August 1972 wurde sie kraft Landesgesetz mit mehreren anderen Gemeinden zur Gemeinde Weilrod zusammengeschlossen. Damit verbunden war der Wechsel in den neu gegründeten Hochtaunuskreis.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Pfarrkirche aus dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der evangelischen Pfarrkirche oberhalb des Dorfes ist weitgehend unbekannt. Der wehrhafte, vermutlich gotische Westturm ist der älteste Teil des Gebäudes. Im Jahr 1891 wurden Schiff und Chor erbaut. Die Orgel wurde von Gustav Raßmann konstruiert und stammt aus den Folgejahren.

Als Naturdenkmal ausgewiesen ist die zu Ehren des 400. Geburtstag Martin Luthers im Folgejahr 1884 von den Schülern und Lehrern des Kirchspiels Rod an der Weil gepflanzte Martin-Luther-Linde.

Pfarrhaus

Ältestes Pfarrhaus Deutschlands von ca. 1200[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pfarrhaus von Rod an der Weil ist eines der ältesten noch erhaltenen Pfarrhäuser Hessens und Deutschlands. Die Inschrift auf dem Türbalken weist als Baujahr 1522 aus, die älteren Teile des Baus werden auf den Anfang des 13. Jahrhunderts geschätzt. Die oberen zwei der vier Stockwerke sind in Fachwerkbauweise errichtet. Das Gebäude erinnert an eine kleine Festung, so besitzt es auch eine „Pechnase“ über dem Eingang. In Kriegszeiten diente das Pfarrhaus auch als Schutz für die Bevölkerung. Zurzeit findet eine Neugestaltung des Geländes statt.

Weitere Fachwerkhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere restaurierte Fachwerkhäuser befinden sich außerdem östlich der Weil in den Straßenzügen Schmiedhof und Klapperfeld. Die alte Schule in Rod an der Weil, Am Kirchberg ist sogar als eines der schönsten Fachwerkanwesen in der Taunuszeitung beschrieben worden. Die alte Schule wurde 1998 aufwendig saniert und dient heute zu Wohnzwecken.

Klettersteinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Rod an der Weil befindet sich ein Klettersteinbruch im Ortsteil Cratzenbach.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Rod an der Weil führen mehrere beschilderte Wanderwege auf den Eichelberg (397,1 m)[6] mit der Rentmauer, entlang der Weil, zu Aussichtspunkten oberhalb des Weiltals sowie nach Emmershausen und Hasselbach. Ein ökologischer Lehrpfad „Rentmauer“ beschäftigt sich mit dem Ökosystem Wald und der lokalen Pflanzen- und Tierwelt. Im Quellgebiet des Eichelbachs kurz vor der historischen Rennstraße, liegt die Ausflugsgaststätte Eichelbacher Hof, eine ehemalige Wasserburg.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rod an der Weil befindet sich seit den 1970ern eine Mittelpunktgrundschule „auf dem Senner“. Im Jahr 2006 wurde die Schule nach einem internationalen Architektenwettbewerb durch einen Neubau des Frankfurter Architekten Bernd Mey ersetzt. Bereits zweimal wurde der Schulneubau als beispielhaft für den Tag der Architektur in Hessen ausgewählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Holger Haibach (* 1971) stammt aus Rod an der Weil.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rod an der Weil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rod an der Weil im Internetauftritt der Gemeinde Weilrod, abgerufen am 25. März 2018.
  2. Marie-Luise Crone, Matthias Theodor Kloft, Gabriele Hefele (Hrsg.): Limburg. Geschichte des Bistums. Éditions du Signe, Straßburg 1995, S. 29. ISBN 2877180980
  3. Alexander Schneider: Wer einst in den acht Badeanstalten so alles Plantschte; in: Taunuszeitung vom 19. Juni 2018, S. 17.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 379.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen (GVBl. II 330-18) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 227, §§ 1 und 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  6. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)