Hans Much

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Hans Much (Porträtzeichnung von Emil Stumpp, 1931)

Hans Much (* 24. März 1880 in Dorf Zechlin; † 28. November 1932 in Hamburg) war ein deutscher Arzt, Immunologe und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtshaus von Hans Much in Dorf Zechlin

Hans Much studierte Medizin in Marburg, Kiel, Berlin und Würzburg und promovierte 1903. Ab 1905 war er Abteilungsvorsteher am hygienischen Institut in Marburg und ab 1908 Oberarzt am Eppendorfer Krankenhaus (heute Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) in Hamburg unter Hermann Lenhartz, dessen Tochter Marie er 1912 heiratete. 1913 übernahm Much die Leitung des Instituts für Tuberkuloseforschung in Hamburg. Im Zuge seiner Tätigkeit unternahm Much 1913/14 Forschungsreisen nach Jerusalem und Kleinasien. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er in Ägypten interniert und war nach seiner Freilassung im Militärsanitätsdienst tätig.

1919 wurde Much außerordentlicher Professor für Hygiene an der neu gegründeten Hamburger Universität und Leiter des serologischen Instituts. 1921 wurde er ordentlicher Professor. Neben seiner ärztlichen Tätigkeit beschäftigte sich Much intensiv mit Architektur und Kunstgeschichte sowie mit östlichen Religionen, insbesondere dem Buddhismus. Er verfasste zahlreiche medizinische Schriften sowie plattdeutsche Gedichte[1] und Bücher über norddeutsche Backsteingotik, Heimatkunst, Buddhismus und Islam.

Seit 1898 war er Mitglied des Corps Teutonia Marburg.[2]

Grab- und Gedenkstätte für Hans Much im Wald am Ortsrand von Nottensdorf

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Grabmal von Hans Much liegt in Nottensdorf, einem kleinen Dorf in Niedersachsen. Am Ende der Straße Am Walde liegt die 1932 errichtete Grab- und Gedenkstätte. Auf dem großen Findling ist die Inschrift „HANS MUCH 1880 – 1932“ zu lesen. Rund um die Gedenkstätte findet man Feldsteine mit den Namen seiner Peking-Hunde.[3]

Nach Much ist der Hans-Much-Weg in Hamburg-Eppendorf benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Immunitätswissenschaft. Curt Kabitzsch, Würzburg 1911
  • Erblicktes und Erlebtes. Ein Reisetagebuch. Schröder & Jeve, Hamburg 1912
  • Denken und Schauen. Curt Kabitzsch, Würzburg 1913
  • Krankheitsentstehung und Krankheitsverhütung und geheimnisvolle Lebensäußerungen des Körpers. Curt Kabitzsch, Würzburg 1913
  • Eine Tuberkuloseforschungsreise nach Jerusalem. Carl Kabitzsch, Würzburg 1913
  • Buddha, der Schritt aus der Heimat in die Heimatlosigkeit. Albert Müller, Zürich 1914
  • Rings um Jerusalem. Einhorn Verlag, Dachau ca. 1915
  • Auf dem Wege des Vollendeten. Hans Sachs, München 1918
  • Heimatkultur. Montanusverlag, Siegen/Westf. 1918
  • Norddeutsche Backsteingotik. Georg Westermann, Braunschweig 1919
  • En nedderdüütschen Doodendanz. Richard Hermes, Hamburg 1919
  • Die Kindertuberkulose - ihre Gefahr und Bekämpfung. Auer, Hamburg 1919
  • Die Heimkehr des Vollendeten. Ein Erlebnis. Adolf Saal, Hamburg 1920
  • Menschen und Moscheen am Mittelmeer. Einhorn Verlag, Dachau ca. 1920
  • Norddeutsche gotische Plastik. Georg Westermann, Braunschweig 1920
  • To Hus. En Mund vull plattdüütsche Rimels un ’ne Hand vull plattdüütsche Biller von Frido Witte. Richard Hermes, Hamburg 1920
  • Boro Budur. Folkwang Verlag, Hagen 1920
  • Islamik. L. Friedrichsen & Co., Hamburg 1921
  • Über die unspezifische Immunität. Curt Kabitzsch, Leipzig 1921
  • Moderne Biologie. 2. und 3. Vortrag: Spezifische und unspezifische Reiztherapie. Curt Kabitzsch, Leipzig 1922
  • Die Welt des Buddha. Ein Hochgesang. Carl Reißner, Dresden 1922
  • Niederdeutsches gotisches Kunsthandwerk. Georg Westermann, Braunschweig 1923
  • Vom Sinn der Gotik. Carl Reißner, Dresden 1923
  • Akbar. Der Schatten Gottes auf Erden. Einhorn Verlag, Dachau 1924
  • Aphorismen zum Heilproblem. Reihe Moderne Biologie, Heft 9, Leipzig 1925
  • Hippokrates der Große. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1926
  • Homöopathie. Kritische Gänge hüben und drüben. Curt Kabitzsch, Leipzig 1926
  • Das ewige Ägypten. Carl Reißner, Dresden 1927
  • Meister Ekkehart. Ein Roman der deutschen Seele. Carl Reißner, Dresden 1927
  • Das Wesen der Heilkunst, Grundlagen einer Philosophie der Medizin. Otto Reichl, Darmstadt 1928
  • Von homöopathischen Dingen. Vortrag auf der Tagung der Internationalen Homöopathischen Liga. Hippokrates Verlag, Stuttgart 1929
  • Körper-Seele-Geist. Curt Kabitzsch, Leipzig 1931
  • Arzt und Mensch. Das Lebensbuch eines Forschers und Helfers. Carl Reißner, Dresden 1932
  • Vermächtnis, Bekenntnisse von einem Arzt und Menschen. Carl Reißner, Dresden 1933 (postum)

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zum Geleit von Hans Much. In: Gennaro Ciaburri: Die Vivisektion. Carl Reissner Verlag, Dresden 1933, S. 5–7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Much, Hans, Chr., R. in Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft - Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Zweiter Band, S. 1274, Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1931
  • Rainer Wirtz: Leben und Werk des Hamburger Arztes, Forschers und Schriftstellers Hans Much (1880-1932) unter besonderer Berücksichtigung seiner medizintheoretischen Schriften. Studien zur Medizin-, Kunst- und Literaturgeschichte, Bd. 26. Herzogenrath 1991
  • Stefan Wulf: Much, Hans. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 251 f. (Digitalisat).
  • Blaubuch des Corps Teutonia zu Marburg 1825 bis 1925. Elberfeld 1925.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Much in der Plattdeutschen Bibliographie und Biographie (PBuB)
  2. Kösener Korps-Listen 1910, 166, 783
  3. Beschreibung des Grabmals auf der Website von Nottensdorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]