Hans Oberländer

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Johannes (Hans) Emanuel Ignatz Oberländer (* 14. März 1870 in Prag; † 30. Januar 1942 in Freiburg im Breisgau[1]) war ein deutscher Regisseur beim frühen Stummfilm.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberländer studierte Deutsche Philologie und promovierte mit der Dissertation Die Theorie der deutschen Schauspielkunst im 18. Jahrhundert, ihr Ursprung und ihre Entwicklung (veröffentlicht 1896). Mit Die geistige Entwicklung der deutschen Schauspielkunst im 18. Jahrhundert legte der gebürtige Prager im Jahre 1898 eine weitere Fachschrift vor. Um die Jahrhundertwende folgte ein Wanderleben als Schauspieler und Regisseur durch die Provinz. Nach eigenen Angaben will Oberländer fünf Jahre unter Max Reinhardt und weitere fünf Jahre an den Königlichen Schauspielen Wiesbaden gedient haben. An letztgenannter Bühne ist er Ende der 1900er Jahre auch als Dramaturg nachweisbar.

Über Oskar Messter stieß Dr. Hans Oberländer 1912 zum Film. In den folgenden zehn Jahren war er, gleich nach dem gleichaltrigen Adolf Gärtner, der wohl produktivste Regisseur der frühen deutschen Stummfilmzeit. Keine seiner Inszenierungen besitzt künstlerische oder filmhistorische Bedeutung, seine Werke erfreuten sich jedoch in den Anfangsjahren der Kinematographie beim anspruchsarmen Publikum einiger Popularität. Er machte Harry Liedtke 1913 einem breiteren Publikum bekannt, drehte Melodramen mit Ressel Orla und Mia May und zeichnete auch für Serienkrimis wie Der Onyxknopf mit Max Landa als Joe Deebs verantwortlich. Nach dem Marija Leiko-Film Die Frau von morgen (1921) bekam Oberländer keine Regieaufträge mehr.

Anschließend sah man ihn bis zum Ende der Stummfilmzeit nur noch gelegentlich als Filmschauspieler; seine letzte Rolle war die eines Pfarrers in dem im September 1929 gedrehten Aufklärungsfilm Fruchtbarkeit. Mit Beginn der Tonfilm-Ära verliert sich seine Spur. Dr. Hans Oberländer war seit 1904 verheiratet.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie, wenn nicht anders angegeben

  • 1916: Mutter und Kind
  • 1916: Dienstmann Wubke
  • 1916: Seine häßliche Frau
  • 1917: Opfer der Leidenschaft
  • 1917: Der Onyxknopf
  • 1917: Vertauschte Seelen
  • 1917: Ehre
  • 1918: Das Herz vom Hochland
  • 1918: Schiffbrüchige der Liebe
  • 1919: Das Mädchen aus dem wilden Westen (nur Co-Drehbuch)
  • 1919: Komödianten
  • 1919: Ein schwaches Weib
  • 1919: Foxtrott-Papa
  • 1919: Drei Tage Freiheit
  • 1920: Die Laune eines Lebemannes
  • 1920: Moderner Kapitalismus
  • 1920: Dämon Weib
  • 1920: Richtet nicht
  • 1921: Die Frau von morgen
  • 1925: Blitzzug der Liebe (nur Schauspieler)
  • 1926: Rosen aus dem Süden (nur Co-Drehbuch)
  • 1929: Fruchtbarkeit (nur Schauspieler)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Filmstern. Richters Handbuch der Schauspieler, Regisseure und Schriftsteller des Films. Bd. 4, 1921/1922, ZDB-ID 1342234-0, S. 73.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Standesamt Freiburg im Breisgau: Sterberegister. Nr. 189/1942.