Hansjörg Durz

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Hansjörg Durz (2018)

Hansjörg Durz (* 29. Juli 1971 in Augsburg) ist ein deutscher Politiker (CSU) und Diplom-Kaufmann. Seit 2013 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Vorher war er Bürgermeister der Stadt Neusäß.

Leben, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hansjörg Durz wuchs im Neusässer Stadtteil Täfertingen auf. Nach der Grundschule besuchte er das Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien, an dem er 1991 das Abitur ablegte. Anschließend absolvierte er bei der Kreissparkasse Augsburg eine Banklehre, ehe er an der Universität Augsburg Betriebswirtschaftslehre studierte. 1999 gründete er ein Handelsunternehmen, dessen Geschäftsführer er bis zur Wahl zum 1. Bürgermeister war. Durz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist römisch-katholischer Konfession.[1]

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durz ist seit 1992 Mitglied der CSU und seit 1996 Mitglied der Jungen Union. Seit 1997 gehört er der Kreisvorstandschaft der CSU Augsburg-Land an und von 1996 bis 2002 war er stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union Augsburg-Land.

1996 wurde Hansjörg Durz im Alter von 24 Jahren in den Stadtrat Neusäß gewählt, 2002 zum Zweiten Bürgermeister und am 2. März 2008 zum Bürgermeister. Seit 2002 ist er Mitglied des Kreistages vom Landkreis Augsburg.

Am 18. Januar 2013 wurde er als Nachfolger von Eduard Oswald als Bundestagskandidat für den Bundestagswahlkreis Augsburg-Land nominiert[2] und bei der Bundestagswahl 2013 mit 60,6 % gewählt.[3] Bei der Bundestagswahl 2017 verteidigte er mit 47,8 % der Stimmen das Direktmandat.[4]

Im 19. Deutschen Bundestag war Durz stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Digitale Agenda. Zudem gehörte er als ordentliches Mitglied dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie, sowie der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz an. Durz ist außerdem stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss.[5] Durz ist zudem digitalpolitischer Sprecher der CSU im Deutschen Bundestag.[6]

Durz war Mitglied der Kommission Wettbewerbsrecht 4.0 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die in ihrem 2019 veröffentlichten Abschlussbericht Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des europäischen Wettbewerbsrechts angesichts der Herausforderungen der Digitalwirtschaft unterbreitet hat.[7] Als Berichterstatter im Wirtschaftsausschuss zeichnete er zudem maßgeblich für die Zehnte Novelle des Wettbewerbsrechts verantwortlich, mit der Deutschland weltweit als Vorreiter bei der Bekämpfung von digitalen Monopolen in der Plattformökonomie gilt.[8] Das Gesetzesvorhaben ist zugleich Inspiration für eine europäische Regelung in Form des Digital Markets Act, der derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird, weshalb Durz die GWB-Novelle in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag im Januar 2021 als „Geburtsstunde der sozialen digitalen Marktwirtschaft“ bezeichnete.[9]

Durz plädierte als einer der ersten Politiker öffentlich für die Etablierung einer Forschungsklausel, aufgrund derer Wissenschaftler Zugang zu den Daten von Sozialen Netzwerken bekommen, um die Meinungsbildung im Netz und die Auswirkungen von Hassrede und Falschnachrichten auf die demokratische Diskussionskultur empirisch besser untersuchen zu können.[10] Eine solche Klausel fand anschließend erstmals bei der Reform des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes im Jahr 2020 Anwendung.[11]

Bei der Bundestagswahl 2021 konnte er mit 40,6 Prozent der Erststimmen sein Direktmandat verteidigen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hansjörg Durz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  2. CSU wählt Hansjörg Durz zum Bundestagskandidaten. csu-portal.de, archiviert vom Original am 2. Oktober 2013; abgerufen am 18. Januar 2013.
  3. Hermann Schmid und Christian Lichtenstern: Durz siegt hoch und jubelt verhalten. In: Augsburger Allgemeine. 22. September 2013
  4. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 6. April 2020.
  5. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 3. Mai 2020.
  6. https://www.csu-landesgruppe.de/abgeordnete/hansjoerg-durz
  7. https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Wirtschaft/kommission-wettbewerbsrecht-4-0.html
  8. https://www.freshfields.de/49b964/globalassets/imported/documents/70fa0ae2-3aa3-4f46-b899-282fe129168d.pdf
  9. https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/forum-gegen-die-macht-der-grossen-tech-konzerne-1.5182604
  10. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/facebook-youtube-und-co-desinformation-und-wahlmanipulation-koalition-will-soziale-netzwerke-zu-transparenz-zwingen/26281532.html
  11. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/netzwerkdurchsetzungsgesetz-koalition-will-soziale-netzwerke-zu-mehr-transparenz-beim-umgang-mit-problematischen-inhalten-verpflichten/27161432.html
  12. Gewählte in Landeslisten der Parteien in Bayern - Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 5. November 2021.