Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien

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Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien
Schulform sprachliches Gymnasium
Gründung 1886/1887
Adresse

Erzabtei 23
86941 St. Ottilien

Ort Erzabtei St. Ottilien
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 5′ 43″ N, 11° 2′ 48″ OKoordinaten: 48° 5′ 43″ N, 11° 2′ 48″ O
Träger Schulwerk der Diözese Augsburg
Schüler ca. 770 (Stand 2017)
Lehrkräfte ca. 60–70 (Stand 2017)
Leitung Michael Häußinger (Stand 2017)
Website gym-ottilien.de

Das Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien ist ein staatlich anerkanntes kirchliches Gymnasium in Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg. Namensgeber der Schule ist der Mainzer Bischof Rhabanus Maurus.

Das humanistische Gymnasium mit neusprachlichem Zweig hat ungefähr 700 Schüler und schloss bei den Jahrgangsstufentests des bayerischen Kultusministeriums sowie des Bundeswettbewerbs Mathematik wiederholt als eines der besten Gymnasien in Bayern ab. Auf der Basis der Regel des Hl. Benedikt steht ein benediktinisch-ganzheitliches Bildungs- und Erziehungskonzept im Mittelpunkt, bei dem neben der sprachlichen vor allem auch der naturwissenschaftlich-technologischen sowie musischen und religiösen Bildung ein hoher Stellenwert zukommt. In der Region bekannt ist die Schule für ihr Zirkusprojekt, das etwa im vierjährigen Turnus in Zusammenarbeit mit der Erzabtei St. Ottilien veranstaltet wird und seit 1991 etwa 15.000 Besucher auf das Gelände lockt. Das gesamte Schulhaus soll neugebaut werden. Das erste Gebäude soll ca. im Frühjahr 2020 fertiggestellt sein (Stand März 2017).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rhabanus-Maurus-Gymnasium liegt in Sankt Ottilien, einem Kloster der Benediktiner im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech (nahe dem Ammersee). Es gehört zur Gemeinde Eresing.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium wurde ursprünglich 1886/1887 als Missionsseminar, das heißt, eine als reine Buben-Internatsschule zur Ausbildung des Klosternachwuchses gegründet, nachdem im Kontext der deutschen Kolonialpolitik nach dem Kulturkampf Schulen zur Ausbildung von Missionszöglingen als Schulsonderform zugelassen wurden. Die Schüler bewältigten nicht nur den damals üblichen Lehrplan, sondern wurden zusätzlich gezielt auf ihre Aufgabe als Missionare vorbereitet.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Schule geschlossen, da eine kirchliche Schule den Machthabern ein Dorn im Auge war. Die Gebäude dienten als Feldlazarett und nach dem Krieg als Auffanglager für displaced persons.

Seit 1973 ist das Gymnasium auch für Mädchen offen und ist seitdem auch mit einem neusprachlichen Zweig und mit einem Tagesheim ausgestattet. Bis 1976 wurde die Schule vom Kloster St. Ottilien getragen und finanziert, inzwischen ist das Schulwerk der Diözese Augsburg Schulträger. Aufgrund der kirchlichen Trägerschaft ist der Besuch des Religionsunterrichtes verpflichtend. Katholische und evangelische Schüler besuchen den ihrer Konfession entsprechenden Unterricht.

Bekannte Schüler oder Absolventen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaligenvereinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ehemaligenvereinigung Confœderatio Ottiliensis hat sich zum Ziel gesetzt, die persönlichen Bindungen der Schüler untereinander, zum Gymnasium und zum Kloster St. Ottilien zu fördern und das Gymnasium und das Kloster zu unterstützen. Die Mitgliederschaft setzt sich aus ehemaligen Schülern sowie Lehrkräften des Gymnasiums und des ehemaligen Missionsseminars zusammen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Sandfuchs: Katholische Missionsschulen in Deutschland (1887–1940). DFG-Projekt. TU Dresden, Dresden (SOFIS-Recherche – Forschungsprojekt der Fakultät Erziehungswissenschaften, 2004-2006).
  • Maria Hildebrandt: Lebendige Steine. Baugeschichte und Baugeschichten der Erzabtei St. Ottilien. In: Ottilianer Reihe. Band 4. EOS, St. Ottilien 2007, ISBN 978-3-8306-7263-0.
  • Gerhard Heller: Succisa virescit. Geschichte des Gymnasiums St. Ottilien. In: Ottilianer Reihe. Band 7. EOS, St. Ottilien 2007, ISBN 978-3-8306-7299-9.}

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf | Hansjörg Durz. In: www.hansjoerg-durz.de. Abgerufen am 15. März 2016.
  2. Satzung der Confœderatio Ottiliensis