Hanskühnenburg

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Baude und Turm
Rückseite der Baude
Hanskühnenburg-Felsen
Südansicht der Klippen
Westansicht der Klippen
Informationstafeln an der Baude

Die Hanskühnenburg ist eine bewirtschaftete[1] Bergbaude im Westharz. Sie steht auf 811 m ü. NHN[2][3] auf dem Höhenzug „Auf dem Acker“ mitten im Nationalpark Harz und besitzt einen Aussichtsturm. Ihr Name rührt von der 300 m nordöstlich gelegenen sagenumwobenen Hanskühnenburg-Klippe her, die am 14. August 1784 von Johann Wolfgang von Goethe aufgesucht wurde. Gegenüber dem Aussichtsturm befindet sich der im Vergleich zur Klippe relativ kleine Hanskühnenburg-Felsen. An diesem wurde 1999 eine Bronzetafel angebracht, die an Goethes Besuch erinnert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des 19. Jahrhunderts errichtete der Zweigverein Osterode des Harzklubs einen ersten hölzernen Aussichtsturm und eine bewirtschaftete Schutzhütte auf dem dicht bewaldeten Ackerkamm, die 1889 eingeweiht wurden. Der Turm zeigte sich den Witterungsbedingungen nicht gewachsen und war 1912 so schadhaft geworden, dass er abgerissen werden musste. Ein Jahr später begann der Zweigverein Hannover an gleicher Stelle mit dem Bau eines steinernen Turmes, der 1914 fertiggestellt wurde.

Der Erste Weltkrieg brachte den Ausflugsverkehr zum Erliegen und die Bewirtschaftung der Baude, die sich weitab von allen Ansiedlungen befand, musste eingestellt werden. Im Jahre 1922 öffnete die Gastwirtschaft wieder.

In dem inzwischen marode gewordenen Bauwerk erfolgte ab 1947 wieder eine Bewirtschaftung, die 1957 eingestellt werden musste, als Baude und Turm baupolizeilich gesperrt wurden. 1958 waren die Auflagen soweit erfüllt, dass die Sperrung aufgehoben werden konnte; eine erforderliche grundlegende Sanierung war nicht erfolgt. 1971 waren die Schäden an der Hanskühnenburg erneut so gravierend, dass das Objekt wiederum gesperrt wurde. Nach Notreparaturen konnten Turm und Baude 1972 wieder geöffnet werden.

Der Harzklub verfügte nicht über die erforderlichen Mittel für eine Sanierung des Objektes und übergab es 1974 in die Trägerschaft des Landkreises Osterode, der den Um- und Ausbau der Hanskühnenburg in Angriff nahm. 1975 waren die Arbeiten für 500.000 DM abgeschlossen und der Baudenbetrieb lief wieder an.

Mit der 1976 fertiggestellten 13,5 km langen Ackerloipe wurde die Hanskühnenburg im Winter zu einem beliebten Rastplatz für Skilangläufer.

Seit den 1960er Jahren ging der Wald auf dem Ackerkamm in der Folge des Waldsterbens immer mehr zurück. War die Baude bis dahin in dichten Wäldern verborgen, so ist sie heute weithin sichtbar. Der Turm bietet eine gute Rundsicht über die Berge des Oberharzes. Er ist außerdem die einzige Stelle, von der man die beiden einstigen Zentren des Oberharzer Bergbaues, Clausthal und Sankt Andreasberg, gleichzeitig sehen kann.

Der Name Hanskühnenburg geht möglicherweise zurück auf Hans-Heinrich Kone (andere Schreibweisen: Keune(n), Köhne, Kühne(n), Kramer), (* im November 1639; † 4. Juni 1677), der ab 1669 als Hüttengewerke Teilhaber an der Lonauer Eisenhütte und an der Lonauerhammerhütte war. Weiterhin gab es zur gleichen Zeit noch einen anderen Hans Heinrich Keunen, der als Fuhrknecht bezeichnet wurde.[4]

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hanskühnenburg ist aus allen Himmelsrichtungen durch vielfältige Wanderwege erreichbar. Längere Touren bieten sich von Osterode über den Stadtwald und Kammweg oder auch entlang der Sösetalsperre an. Aus Richtung Herzberg erfolgt der Aufstieg von Lonau durch das Tal der Großen Lonau (asphaltierte Straße) bzw. das Siebertal. Einen ähnlich großen Höhenunterschied hat man zu überwinden, wenn man von Riefensbeek-Kamschlacken zur Baude hochwandert. Am bequemsten erreicht man sie jedoch von der an der Harzhochstraße gelegenen Stieglitzecke. Dort befindet sich ein großer Parkplatz und eine Bushaltestelle. Von der Stieglitzecke gibt es zwei Wege zur Hanskühnenburg. Der Weg an der Ostseite, die Ackerstraße, ist ein breiter Waldweg mit nur einer nennenswerten Steigung kurz vor der Baude. Wesentlich schönere Aussichten, insbesondere am Vormittag, findet der Wanderer entlang des Reitstieges an der Acker-Westseite. Dieser Weg ist allerdings naturnah und daher nicht unbeschwerlich.

Der Turm ist nur während der Öffnungszeiten der Gaststätte zugänglich.

Die Hanskühnenburg ist als Nr. 144[5] in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen. Sie steht darüber hinaus am höchsten Punkt des Harzer Baudensteigs.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Waldgaststätte Hanskühnenburg (Memento des Originals vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hanskuehnenburg-im-harz.de, abgerufen am 28. April 2011, auf hanskuehnenburg-im-harz.de
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Informationstafel Hanskühnenburg, auf commons.wikimedia.org
  4. Hans-Heinrich Hillegeist, Die Geschichte der Lonauerhammerhütte bei Herzberg/Harz, Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 1977, ISBN 3-525-36165-3, S. 44, 81–83
  5. Harzer Wandernadel: Stempelstelle 144 / Hanskühnenburg, auf harzer-wandernadel.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 43′ 41″ N, 10° 24′ 11″ O