Haploidie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Haploid)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Von Haploidie (altgriechisch ἁπλόος haplóos, ‚einfach‘) wird gesprochen, wenn das Genom (Erbgut) einer (Eukaryoten-)Zelle oder eines Prokaryoten (z. B. eines Bakteriums) nur einfach vorhanden ist, also jedes Allel in jeweils nur einer einzigen Ausprägung vorkommt.

Typischerweise sind die Chromosomensätze von Eizellen (Oocyten) und Spermien (Spermatozoen) haploid; die beiden haploiden Chromosomensätze dieser Gameten (Keimzellen) ergeben bei der Befruchtung einen doppelten Chromosomensatz einer diploiden Zelle, der Zygote.

Der haploide Chromosomensatz einer menschlichen Keimzelle besitzt 23 verschiedene Chromosomen (22 Autosomen, 1 Gonosom (Geschlechtschromosom)). Bei der Keimzelle der Frau, der Eizelle, ist das Gonosom stets das X-Chromosom; bei der männlichen Keimzelle, dem Spermium, ist es entweder das X- oder aber das Y-Chromosom. Da die Anzahl der Chromosomen bei verschiedenen biologischen Arten unterschiedlich sein kann, kann dementsprechend auch deren Anzahl im haploiden Chromosomensatz verschieden sein.

Als Formelzeichen wird für haploide Grundzahlen x verwendet – im Gegensatz zum n, das als Symbol für ein vollständiges Genom eines Organismus dient und je nach Ploidiegrad von 2n bis 8n betragen kann. Dabei ist zu beachten, dass der Ploidiegrad einer Zelle alleine noch nichts über die vorhandene Menge an DNA aussagt, da Chromosomen sowohl mit zwei Chromatiden wie auch in der Ein-Chromatid-Form vorkommen. Beispielsweise ist sowohl ein sekundärer Spermatozyt (ein aus den Ursamenzellen hervorgegangener männlicher Gamet) wie auch ein Spermatozoon haploid, haben diese also beide jeweils 23 Chromosomen. Die Chromosomen im Spermatozyt liegen allerdings in der Zwei-Chromatid-Form vor (also pro Chromosom alle DNA doppelt = 1n2C), das Spermatozoon dagegen hat Ein-Chromatid-Chromosomen mit einfacher DNA-Menge (1n1C).[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luiz Carlos U. Junqueira, José Carneiro: Histologie. Hrsg.: Manfred Gratzl (= Springer-Lehrbuch). 6., neu übers., überarb. u. akt. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2004, ISBN 978-3-540-21965-1, Kap. 21.1: Hoden, S. 373, doi:10.1007/978-3-662-07780-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche; [abgerufen am 22. Oktober 2014] portugiesisch: Histología básica. Rio de Janeiro 1995. amerik. Titel: Basic Histology, New York 2003 / dt. Ausgabe: 479 Seiten; gebunden, inkl. Neuer Approbationsordnung;).