Chromosomensatz

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Menschlicher, zweifacher Chromosomensatz mit 46 Chromosomen.

Chromosomensatz ist ein Ausdruck in der Genetik von Eukaryoten. Damit wird der Bestand an Chromosomen im Zellkern einer Zelle bezeichnet.

Werden die Chromosomen einer Zelle genauer untersucht, so finden sich häufig Chromosomen, die die gleiche Größe haben und auch homologe Gene enthalten. Diese werden als homologe Chromosomen bezeichnet. Finden sich im Zellkern jeweils zwei homologe Chromosomen, so hat die Zelle einen zweifachen Chromosomensatz (2n), dies wird als diploid bezeichnet. Dieser Zustand ist beim Menschen gegeben: von Ausnahmen abgesehen enthalten menschliche Körperzellen einen zweifachen Chromosomensatz mit insgesamt 46 Chromosomen: Jeweils zwei Exemplare von Chromosom 1, von Chromosom 2 und so weiter bis Chromosom 22 (also 44 Autosomen) und zusätzlich zwei Geschlechtschromosomen (2 Gonosomen), nämlich zwei X-Chromosomen bei Frauen oder ein X- und ein Y-Chromosom bei Männern.

Menschliche Keimzellen besitzen dagegen nur einen einfachen Chromosomensatz (1n), sie sind haploid, da die Zahl der Chromosomen pro Zelle durch die Reduktionsteilung in der Meiose halbiert wurde. Ein einfacher menschlicher Chromosomensatz besteht aus 23 Chromosomen (n = 23), nämlich einem Chromosom 1, einem Chromosom 2 und so weiter bis Chromosom 22 und einem Geschlechtschromosom, also dem X-Chromosom oder dem Y-Chromosom.

Hat eine Zelle einen für sie normalen Chromosomensatz (n) oder ein ganzzahliges Mehrfaches dessen (2n, 3n, …), so ist sie euploid. Tritt eine davon abweichende Chromosomenanzahl auf, also zu viele oder zu wenige Chromosomen, wird dies als Aneuploidie bezeichnet.

Bezeichnungen je nach Zahl der Chromosomensätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haploidie, einfacher Chromosomensatz
  2. Diploidie, zweifacher Chromosomensatz
  3. Triploidie, dreifacher Chromosomensatz
  4. Tetraploidie, vierfacher Chromosomensatz

Bei einem mehrfachen Chromosomensatz über 2n spricht man auch von Polyploidie.

Die Anzahl von Chromosomensätzen kann zur Klassifizierung von Organismen dienen:

Die Zusammensetzung von Chromosomensätzen kann zur Charakterisierung von Zellzuständen dienen:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Buselmaier, Gholamali Tariverdian: Humangenetik. 4. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-540-32677-9, S. 123.