Harald J. Freyberger

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Harald Jürgen Freyberger (* 25. Mai 1957 in Hamburg; † 6. Dezember 2018[1]) war ein deutscher Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Ab 1997 war er Professor für Psychiatrie, psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harald Jürgen Freyberger erlangte 1978 in Hannover die Hochschulreife und absolvierte von 1980 bis 1986 ein Studium der Humanmedizin in Hamburg und Zürich. Von 1986 bis 1993 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Klinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Lübeck tätig und absolvierte in dieser Zeit seine Ausbildung in psychodynamischer Psychotherapie und Verhaltenstherapie. 1987 erfolgte die Promotion zu einzelfallstatistischen Untersuchungen in Psychotherapien.

1993 bis 1995 war er Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Lübeck, wo er sich 1996 zu diagnostischen Fragestellungen in der Psychiatrie und Psychotherapie habilitierte. 1996/1997 wirkte er als leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ab Dezember 1997 war er Universitätsprofessor für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald im HELIOS Hanseklinikum Stralsund.

Freyberger starb im Dezember 2018 im Alter von 61 Jahren.

Freybergers Arbeits- und Forschungsschwerpunkte waren Klassifikation, Diagnostik und Epidemiologie psychischer Störungen, dissoziative und posttraumatische Belastungsstörungen, psychiatrische und psychotherapeutische Interventionsforschung sowie Versorgungs- und Therapieforschung.

Freyberger war Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), der Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP), der Gesellschaft für Nervenheilkunde des Landes MV sowie der Gesellschaft für Psychotherapie des Landes MV (GPT-MV).

Als Mitherausgeber der Zeitschriften Psychodynamische Psychotherapie, Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, Trauma & Gewalt, Psychotherapeut und Mitglied im Editorial Board der Zeitschriften Psychotherapy and Psychosomatics, European Addition Research und Suchttherapie verfasste er mehr als 500 wissenschaftliche Veröffentlichungen in Zeitschriften und 19 Büchern.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Schneider, P. Hennigsen, R. Dohrenbusch, H. J. Freyberger, H. Irle, V. Köllner, B. Widder (Hrsg.): Begutachtung bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen: Autorisierte Leitlinien und Kommentare. Huber, Bern 2012, ISBN 978-3-456-84978-2.
  • G. H. Seidler, H. J. Freyberger, A. Maercker (Hrsg.): Handbuch der Psychotraumatologie. Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-608-94665-9.
  • J. M. Fegert, A. Streeck-Fischer, H. J. Freyberger (Hrsg.): Kompendium Adoleszenzpsychiatrie. Schattauer, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7945-2828-8.
  • H. J. Freyberger, W. Schneider, Rolf-Dieter Stieglitz (Hrsg.): Kompendium Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatische Medizin. Huber, Bern 2011, ISBN 978-3-456-84977-5.
  • H. Müßigbrodt, S. Kleinschmidt, A. Schürmann, H. J. Freyberger, H. Dilling: Psychische Störungen in der Praxis. Huber, Bern 2010, ISBN 978-3-456-84880-8.
  • S. Barnow, H. J. Freyberger, W. Fischer, M. Linden (Hrsg.): Von Angst bis Zwang. Huber, Bern 2007, ISBN 978-3-456-83985-1.
  • H. J. Freyberger, H.-J. Möller (Hrsg.): Die AMDP-Module. Hogrefe, Göttingen 2003, ISBN 3-8017-1758-5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimkindheit in der DDR. Eine Kasuistik zu einer vernachlässigten Thematik. In: Katinka Schweizer et al. (Hrsg.): Sexualität und Geschlecht. Psychosoziale, kultur- und sexualwissenschaftliche Perspektiven. Eine Festschrift für Hertha Richter-Appelt (= Beiträge zur Sexualforschung. Band 99). Psychosozial, Gießen 2014, ISBN 978-3-8379-2444-2, S. 203–209.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ines Sommer, Jörg Mattern: Vater der Stralsunder Psychiatrie ist tot. In: ostsee-zeitung.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 7. Dezember 2018.