Haselbrunn (Plauen)

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Haselbrunn
Stadt Plauen
Koordinaten: 50° 30′ 54″ N, 12° 7′ 48″ O
Fläche: 5,04 km²[1]
Einwohner: 4361 (9. Mai 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 865 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1899
Postleitzahl: 08525
Vorwahl: 03741
Karte
Lage von Haselbrunn in Plauen

Haselbrunn ist ein Ortsteil im nördlichen Stadtgebiet von Plauen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haselbrunn liegt im Norden Plauens und grenzt an acht weitere Stadtteile Plauens.

Jößnitz Reißigwald mit Lochhaus
Kauschwitz Nachbargemeinden Reißig
Syratal Bahnhofsvorstadt Reißiger Vorstadt

Die Fläche des Ortsteils besteht zu 17,2 % aus Landwirtschaftlicher Nutzfläche und zu 44,3 % aus Wald. Die restliche Fläche sind Straßen, Wohn- und Industrieflächen.[3]

Im Norden des Stadtteils entspringt der Pietzschebach, der durch den nordwestlichen Teil Haselbrunns fließt und später in die Weiße Elster mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1418 als Haselbrun erwähnt. Es handelte sich um ein Platzdorf in Blockflur. Am 14. März 1611 kaufte der Stadtrat das Gut Haselbrunn aus dem Konkurs des kurfürstlichen Amtsschlossers Nocolas Wenigel für 1050 Gulden. Für weitere 1800 Gulden wurden der Rehnsberg (Rähnisberg), das Heidenreich, das Erbholz sowie Kembler (Kemmler) und Glockenberg gekauft. Am 21. August 1613 konnte der Rat für 2500 Gulden auch die restlichen Haselbrunner Grundstücke aus der Konkursmasse erwerben. Bis 1829 wurde das Vorwerk Haselbrunn verkauft, um die Kriegsschulden der Stadt zu bezahlen. Haselbrunn gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Amt Plauen.[4] Am 6. September 1898 beschloss der Stadtrat einstimmig die Eingemeindung von Haselbrunn. Zum 1. Januar 1899 trat diese in Kraft.[5]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[6]
1557 7 besessene Mann, 3 Inwohner
1764 11 besessene Mann, 2 Häusler, 1 1/3 Hufen je 30 Scheffel
1834 113
1871 342
1890 2122
Jahr Einwohnerzahl[3] [2]
2002 4619
2011 4361

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrzeichen des Stadtteils ist die Markuskirche, die von 1910 bis 1913 erbaut wurde. Es handelt sich um einen neobyzantinischen Bau, der von Architekt Heinrich Adam entworfen und unter der Leitung des Stadtbaurats Wilhelm Goette ausgeführt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch einen Bombenangriff beschädigt und in den Nachkriegsjahren nach und nach wieder instand gesetzt. 1965 bis 1967 wurde der Kirchsaal auf Höhe der Emporen geteilt und es entstanden ein oberer und ein unterer Kirchsaal und verschiedene Gemeinderäume. 2003 wurde der obere Saal renoviert, wobei die alte Malerei von 1913 wieder freigelegt wurde.

Das Vogtlandstadion im Norden Haselbrunns

Das Vogtlandstadion ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage und Heimstätte des VFC Plauen. Es befindet sich im nördlichen Teil Haselbrunns, in der Nähe des Stadtwaldes und ist die größte Freiluftsportfläche der Stadt. Um den Rasenplatz auf dem unter anderem die Fußballspiele der ersten Mannschaft stattfinden zieht sich eine Tartanbahn. Umgeben wird diese vom Zuschauerbereich, der derzeit über eine Kapazität von 16.400 Plätzen verfügt. Davon befinden sich rund 5.000 Sitzplätze auf drei Tribünen und etwa 12.000 Stehplätze im restlichen Areal. Auf dem Trainingsgelände befinden sich weiterhin ein Hartplatz, ein Naturrasenplatz sowie ein Kunstrasenplatz. Am 3. März 2011 erfolgte die Umbenennung des inneren Stadionteils mit dem Fußballplatz in Sternquell-Arena.

Gegenüber dem Stadion befindet sich das Freibad Haselbrunn, eins von zwei Freibädern der Stadt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charakteristisch ist die Eisenbahnschleife der Bahnstrecke Leipzig–Hof, die Haselbrunn umschließt. Diese gehört zur Sachsen-Franken-Magistrale. Im westlichen Teil führt die Bundesstraße 92 in Nord-Süd-Richtung durch Haselbrunn. Am 17. Mai 1902 wurde Haselbrunn an das Liniennetz der Straßenbahn angeschlossen. In den folgenden Jahren wurde die Strecke immer weiter verlängert.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten des Stadtteils befindet sich das Gelände der Plamag Plauen, einem Druckmaschinenhersteller, der bis zur stufenweisen Insolvenz zwischen 2011 und 2012 der größte Arbeitgeber der Stadt war. Das Gelände wird jetzt als Industriepark vermarktet.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Laser: Plauen-Haselbrunn 1925–1934. Erlebtes und Erfahrenes. Vogtland-Verlag, Plauen 2003, ISBN 978-3-928828-27-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Haselbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Haselbrunn im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fläche der Gemarkung im 9. Amtlichen Statistikbericht 2014, Kapitel 3.01. (PDF) Abgerufen am 10. Februar 2016.
  2. a b Einwohnerzahl des Ortsteils im 9. Amtlichen Statistikbericht 2014, Kapitel 5.02. (PDF) Abgerufen am 10. Februar 2016.
  3. a b Gerd Kramer: Stadtentwicklung Plauen, S. 64–65 in: Brigitte Unger, Werner Pöllmann u. a. (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des Sächsischen Vogtlandes. 3. Auflage. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2007, ISBN 978-3-937386-18-8
  4. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  5. A. Neupert sen. (Hrsg.): Kleine Chronik der Stadt Plauen i. Vogtland von 1122 bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Kommissionsverlag Rud. Neupert jr., Plauen 1909, ISBN 978-3-929039-23-8.
  6. Einwohnerzahlen Haselbrunns bis 1890 im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 19. Februar 2015.
  7. Seite des Industrieparks Plamag Plauen. Abgerufen am 5. März 2013.