Hauenstein (Laufenburg)

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Hauenstein
Wappen von Hauenstein
Koordinaten: 47° 34′ 55″ N, 8° 6′ 23″ O
Höhe: 338 m
Einwohner: 97
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Vorwahl: 07753
Blick von der Burg Hauenstein rheinabwärts nach Luttingen im Hintergrund der Obere Hauenstein
Blick von der Burg Hauenstein rheinabwärts nach Luttingen im Hintergrund der Obere Hauenstein

Hauenstein liegt am Hochrhein und ist ein Stadtteil von Laufenburg (Baden) im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg. Nachbargemeinden sind Luttingen und Albbruck.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg und Stadt Hauenstein, Stahlstich aus dem Atelier Frommel in: Joseph Bader, Badenia, 1844

Hauenstein, in älteren Urkunden auch als Howinstein (1240), Howenstain (1258), Höwenstain (1289), Houwenstein (1350) bezeichnet, war einst Teil oder womöglich Sitz der Gaugrafen des Albgaues. Howenstein wird in einer Abschrift von 1383 des Urbariums von St. Blasien als Erwerbung von 1108 genannt. Mit Lutoldus de Howenstein wird das Geschlecht der Herren von Hauenstein 1215 in einer Urkunde erstmals erwähnt.

Modell der Burg Hauenstein
Bauern in der Hauensteiner Tracht (um 1840)

Frühe Erwähnungen der Stadt Hauenstein sind, im Gegensatz zur Burg, rar. Dies lässt sich durch den Umstand erklären, dass die Stadt Hauenstein kaum mehr als die Vorburg der Burg Hauenstein war. Die Stadt verfügte über ein „oberes“ und ein „unteres“ Tor und war somit befestigt. Teile der Stadtmauer sind heute noch in Form einer Hauswand vorhanden. Das Gebäude wurde einst außerhalb der Stadtmauer unter Einbeziehung dieser errichtet und kann deshalb heute nicht mehr ohne weiteres ausgemacht werden.

Hauenstein kam zur Zeit des deutschen Interregnums unter habsburgische Herrschaft und erhielt durch die Hauensteiner Einung von 1433 eine neue Verfassung, welche alle Hauensteiner zu gemeinsamer Verteidigung ihrer Rechte verpflichtete, Hauenstein war dabei Teil der Einung Hochsal. Die Stadt mit der dazugehörenden Burg Hauenstein war bis ins Jahre 1500 Sitz des Vorderösterreichischen Waldvogts. Hauenstein war Namensgeber der dortigen Herrschaft – später als Grafschaft Hauenstein bezeichnet.

Im Jahre 1317 erhielt Hauenstein das Stadtrecht, obgleich ihr wesentliche Merkmale fehlten, beispielsweise ein Stadtbann mit Gerichtshof, und bildete mit der dortigen Zollstation eine wichtige Einkommensquelle. Dieses Zollrecht, welches als Reichslehen den Habsburgern zustand, wurde mehrfach weiter verpfändet. So bestimmte Rudolf von Habsburg in einer Bemerkung in seinem Pfandrodel von 1281, dass der Zoll von Hauenstein den Bürgern von Säckingen zum Wiederaufbau der 1272 durch Brand zerstörten Stadtbefestigung zufallen sollte. Die Säckinger Bürger verkauften daraufhin das Pfandrecht am Hauensteiner Zoll an den Abt von St. Blasien. 1379 erlaubte Leopold von Österreich, Rudolf von Schönau, Hauenstein und den Schwarzwald aus der Pfandschaft des Klaus von Rheinfelden zu lösen. In einem Bericht an Karl den Kühnen als Pfandinhaber von 1471 wird die Stadt Hauenstein als ein „Marktflecken mit armseliger Bewehrung“ geschildert, welches über zwei Tore und zwei „Schlösser“ verfüge.

Mit den späteren Gründungen von Laufenburg (erstmals 1173 urkundlich erwähnt) und Waldshut (1249 gegründet) verlor die Stadt Hauenstein allmählich an Bedeutung.

Hauenstein gehörte bis 1805 als Teil der Einung Hochsal zur Landgrafschaft Breisgau danach zum Großherzogtum Baden. Bis zum 31. Dezember 1971 bestand die Stadt Hauenstein. Sie war die bis dahin kleinste Stadt Deutschlands, danach fiel sie im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg an die Stadt Laufenburg.[1] In Hauenstein leben heute weniger als 100 Menschen.

Durch den Ort verlief die B 34. Oberhalb des Ortes führt die Strecke der A 98 und die Hochrheinbahn an der Burg Hauenstein vorbei letztere überquert mit einem Viadukt den Mühlbach, der hier in den Rhein mündet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Haselier: Die Streitigkeiten der Hauensteiner mit ihren Obrigkeiten. Karlsruhe i. B., 1940.
  • Helmut Bender: Vom Hochrhein, Hotzenwald und südlichen Schwarzwald, 1980.
  • Arbeitskreis 1000 Jahre Österreich: Die Grafschaft Hauenstein in Vorderösterreich.
  • Karl Friedrich Wernet: Der Umfang der Grafschaft Hauenstein.
  • Fridolin Jehle u. Anton Englert: Geschichte der Gemeinde Dogern.
  • Karl Heinrich Ludwig Pölitz, Joseph Merk, Jahrbücher der Geschichte und Staatskunst. Teil 2. 1833.
  • Franz Pfeiffer: Das Habsburg-Oesterreichische Urbarbuch. Stuttgart 1850.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 501.