Haus Kampf

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Haus Kampf (18. Jahrhundert)

Koordinaten: 51° 9′ 2″ N, 8° 47′ 18″ O

Karte: Deutschland
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Haus Kampf
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Deutschland

Haus Kampf (auch Haus Kamp, Kamphof, Kampfhof und Campfhof) ist ein ehemaliges Rittergut mit spätbarockem Herrenhaus in Dalwigksthal, einem Stadtteil von Lichtenfels im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut befindet sich am linken, nördlichen Ufer des Orke-Zuflusses Aar auf 313 m Höhe über NHN am westlichen Ortsrand unmittelbar südlich der Landesstraße L 617 nach Münden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Orts erfolgte im Mai 1574, als die Herren von Dorfeld ihre Wiese genannt „der Kamp“, die bisher zu ihrem Haus Huxhohl gehört hatte, ihrem Vetter Heinrich von Dalwigk zu Lichtenfels im Tausch für drei bisher ihm gehörige Wiesen überließen.[1] Dort ließ sich Johann von Dalwigk zu Lichtenfels der Jüngere im Jahre 1593 die Hofanlage errichten. Die damals errichteten Gebäude existieren nicht mehr; die heute erhaltenen älteren Gebäude der locker umbauten Hofanlage stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das Herrenhaus im Norden der Hofanlage wurde in den Jahren 1740/41 erbaut, das Verwalterhaus 1780. Die große Scheune stammt aus dem Jahr 1776 und wurde 1884 verlängert.

Neben der Burg Lichtenfels, die sie seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als waldecksches Lehen besaßen, dem 1555 erbauten Haus Sand und dem erst 1899 erbauten Haus Hohencampf war das Haus Kampf eines von vier Anwesen der Familie von Dalwigk im heutigen Dalwigksthal. Es blieb bis zu seinem Verkauf im Jahre 1962 in ihrem Besitz, war allerdings sehr lange verpachtet.

Die Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus ist ein schlichter zweigeschossiger, neunachsiger Bau auf Sandsteinsockel, etwa 30 m lang und 10 m breit. Es ist verputzt, mit Eckquaderungen und rechteckigen Sprossenfenstern. Das Krüppelwalmdach hat vier steile Dachgauben auf der nach Süden ausgerichteten Hof- und Portalseite. Das Portal, flankiert von zwei schmalen Fenstern, befindet sich in dem von einem flachen Dreiecksgiebel gekrönten Mittelrisalit, der von gequaderten Lisenen eingerahmt ist. Im halbrunden Bogenfeld über dem Portal befindet sich die Inschrift „Erbaut 1593 / Erneuert 1741“. An der Nordseite des Baus befindet sich ein nicht ganz mittig im rechten Winkel angebauter Nebenflügel.

Das Verwalterwohnhaus, das Erdgeschoss aus Bruchstein mit Quaderkanten und das Obergeschoss aus Fachwerk, steht westlich des Herrenhauses in Nord-Süd-Ausrichtung.

Eine große Parkanlage erstreckt sich südlich und östlich des Herrenhauses.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Römer: Dorf und Burg: Geschichte(n) von Burg Lichtenfels und Dalwigksthal; zum 800-jährigen Jubiläum von Burg Lichtenfels und zum 150-jährigen Jubiläum von Dalwigksthal im Jahr 2001. Hrsg. Stadt Lichtenfels, 2001, S. 26 f. und 103 ff.
  • Georg Dehio, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, München, 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 157
  • Gottfried Ganßauge, Walter Kramm, Wolfgang Medding: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel, Neue Folge, Band 3, Kreis des Eisenberges. Bärenreiter-Verlag, Kassel 1939, S. 43–44 (Digitalisat online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anton Fahne von Roland: Geschichte der westphälischen Geschlechter, Heberle, Köln 1858, S. 133; Hessisches Staatsarchiv Marburg Bestand Urk. 113 Nr. 104