Haus Riepen

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Das Gutshaus von 1667
Der Neubau vom 1896

Haus Riepen ist ein ehemaliges Rittergut in der Nähe von Dössel bei Warburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1533 wurde ein Grundstück als „Ripe“ erwähnt. Es gehörte zum Dalpenhof bei Lütgeneder, der sich als Paderborner Lehen seit 1410 in Besitz der Warburger Familie von Geismar befand. Wegen Streitigkeiten über die Besteuerung auswärtiger Güter verließ die Familie 1667 Warburg. Ein Mitglied siedelte sich noch im selben Jahr gegen den Widerstand Dösseler Bauern auf dem Ripe an und erbaute dort ein barockes Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden. Das Gut wurde noch im gleichen Jahr in das Verzeichnis der ritterschaftlichen Güter eingetragen. 1680 wurde auf dem Gut Caspar Ferdinand von Geismar geboren, der von 1728 bis 1757 als Benedikt von Geismar Fürstabt der Klöster Werden und Helmstedt wurde und 1754 den schlossartigen Mittelteil der Werdener Abtei erbauen ließ. Friedrich Caspar von Geismar war das prominenteste Familienmitglied. 1783 auf dem Gut geboren, war er 15-jährig als Kadett in das österreichische Deutschmeister-Infanterieregiment eingetreten. Nach der Niederlage Österreichs gegen Napoleon trat er 1805 in die russische Armee ein. Seit 1812 kämpfte er gegen französische Truppen und rettete 1813 die Stadt Weimar vor der Zerstörung durch Napoleon. Noch 1818 wurde die Familie von Geismar als auf Riepen ansässig erwähnt.

Im 19. Jahrhundert erwarb Robert Fischer aus Warburg, Bruder des Bürgermeisters Heinrich Fischer (Politiker, 1807), das Anwesen und ein weiteres Gut in Menne. Mit Hilfe seiner vermögenden Schwester Viktoria Charvin aus Paris sorgte er 1861 dafür, dass die ehemalige Orgel der Warburger Neustadtkirche nach Dössel kam. Sein in Paris geborener Sohn Heinrich (1865–1917) übernahm 1891 Haus Riepen. 1896 errichtete er einen repräsentativen Anbau an das 1667 erbaute Gutshaus. Mit seiner Frau Lilly, geborene Ritgen vom Klostergut Wormeln, setzte er die Stiftungstradition der Familie Fischer u. a. mit der Stiftung neuer Kirchenfenster und der Renovierung der Prozessionsstationen am Nord- und Südeingang des Dorfes fort. Nach dem Tode Heinrich Fischers übernahm seine Witwe Lilly die Leitung von Haus Riepen. Sie führte die Landwirtschaft weiter und widmete sich vor allem der Pferdezucht. In den zwanziger Jahren engagierte sie sich in der Landfrauenbewegung und wurde nach Gründung der Westfälischen Landfrauenvereinigung von 1929 bis zur Auflösung 1933 deren erste Vorsitzende.

Das Gebäude liegt inmitten eines historischen Parks mit Solitärbäumen, Pyramideneiche, einem Tulpenbaum, Platane sowie einem Teich. In dem Park befindet sich auch eine Grotte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 32′ 8″ N, 9° 10′ 13″ O