Heideblümchen
Heideblümchen Stadtbezirk Sennestadt Stadt Bielefeld | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 55′ N, 8° 35′ O |
| Höhe: | ca. 115 m |
| Postleitzahl: | 33689 |
| Vorwahl: | 05205 |
Heideblümchen ist ein Ortsteil im Stadtbezirk Sennestadt der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandene Siedlung Heideblümchen liegt am Nordrand der dem Teutoburger Wald vorgelagerten Senne. Entlang des südöstlichen Rands von Heideblümchen fließt der Menkebach, der hier die Stadtgrenze von Bielefeld zur Stadt Schloß Holte-Stukenbrock im Kreis Gütersloh bildet.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Bielefeld weist für Heideblümchen keine separate Einwohnerzahl aus. Der Ortsteil gehört zum Bielefelder statistischen Bezirk 66 Eckardtsheim, der 2019 3762 Einwohner besaß.[1]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den öffentlichen Nahverkehr ist Heideblümchen durch die Buslinie 30 eingebunden, die von Heideblümchen nach Bielefeld-Brake führt.
Heideblümchen (Bielefeld)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Heideblümchen ist ein Ortsteil im Stadtbezirk Sennestadt der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Die Siedlung liegt am äußersten südöstlichen Rand des Stadtgebiets und verdankt ihre Existenz sowie ihren Namen einer markanten gastronomischen Geschichte.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Heideblümchen liegt am Nordrand der Senne, direkt am Fuße des Teutoburger Waldes.
- Grenzen: Im Südosten markiert der Menkebach die Grenze zwischen Bielefeld und Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh).
- Umgebung: Die Siedlung ist von Wald- und Heideflächen umgeben. Nordwestlich liegt der Ortsteil Eckardtsheim, südwestlich Dalbke.
Die Gaststätte „Heideblümchen“ und die Namensgebung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Ortsteils ist untrennbar mit der Geschichte der lokalen Gastronomie verbunden. Während viele umliegende Orte nach alten Adelssitzen oder Bauerschaften benannt sind, ist Heideblümchen ein „gastronomischer“ Name.
Ursprung bei Corsmann
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Um das Jahr 1905 übernahm der Wirt Wilhelm Corsmann eine kleine Schankwirtschaft an der Paderborner Straße (heute B 68 / Ecke Verler Straße). Da die Gegend damals noch eine recht karge Heidelandschaft war, suchte Corsmann nach einem Namen, der Freundlichkeit und Idylle ausstrahlte, um Ausflügler aus dem industriell geprägten Bielefeld anzulocken. Er taufte seine Gaststätte „Heideblümchen“.
Das „Senne-Marketing“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Corsmann war für seine Zeit ein geschickter Vermarkter. Bekannt wurde er vor allem durch:
- Eigene Zigarrenmarke: Er vertrieb unter dem Namen „Heideblümchen“ eigene Zigarren. Sein bekannter Werbespruch lautete: „Cigarren gibt's an vielen Orten, doch bei Corsmann gibt's die besten Sorten“.
- Ausflugsziel: Die Gaststätte entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Wanderer und Radfahrer. Sogar Postkarten mit dem Motiv des Hauses wurden gedruckt, was den Namen in der Region festigte.
Von der Kneipe zum Ortsteil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Zeit wurde die Bezeichnung der Gaststätte so dominant, dass die gesamte umgebende Ansiedlung von den Behörden und der Bevölkerung nur noch „Heideblümchen“ genannt wurde. Auch als die Gaststätte später ihre Blütezeit hinter sich ließ oder Besitzer wechselte, blieb der Name für das Viertel bestehen. Das ursprüngliche Gebäude war über Jahrzehnte ein Orientierungspunkt an der viel befahrenen Durchgangsstraße, bevor der Fokus der Siedlung durch den Bau der Sennestadt in den 1950er Jahren tiefer ins Hinterland rückte.
Städtebauliche Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Charakter des Ortes grundlegend:
- Flüchtlingssiedlung: In der frühen Nachkriegszeit entstanden einfache Unterkünfte für Heimatvertriebene.
- Teil der Sennestadt: Unter dem Stadtplaner Hans Bernhard Reichow wurde Heideblümchen in das Konzept der „organischen Stadtbaukunst“ integriert. Es sollte eine Mischung aus Wohnen im Grünen und wohnortnahem Arbeiten entstehen.
- Modernisierung: Heute ist das Viertel durch eine Mischung aus renovierten Nachkriegsbauten und modernen Einfamilienhäusern geprägt.
Bevölkerung und Statistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Heideblümchen wird statistisch nicht separat geführt, sondern gehört zum Bezirk 66 Eckardtsheim.
- Einwohner (Bezirk): ca. 3.762 (Stand 2019).
- Sozialstruktur: Geprägt durch eine gewachsene Nachbarschaft und viele junge Familien, die die Nähe zur Natur schätzen.
Infrastruktur und Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gewerbegebiet: Das Industriegebiet Heideblümchen beherbergt namhafte Firmen wie den Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister (DMG Mori), der die wirtschaftliche Basis der Region bildet.
- Soziale Einrichtungen: Das DRK betreibt die Kindertagesstätte „Heideblümchen“.
- Verkehr: * Bus: Linie 30 verbindet den Ortsteil mit dem Bielefelder Osten.
- Straße: Direkte Nähe zur B 68 und schnelle Erreichbarkeit der A 2 (Anschlussstelle Bielefeld-Sennestadt).
Natur und Naherholung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Menkebach: Der Bachlauf bietet einen natürlichen Grünzug.
- Sennestadt-Wanderwege: Ein gut markiertes Wegenetz führt durch die angrenzenden Kiefernwälder, die typisch für die Senne-Landschaft sind.
Infobox-Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ursprung: Gaststätte Corsmann (ca. 1905)
- Stadtbezirk: Sennestadt
- Postleitzahl: 33689
- Vorwahl: 05205
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sennestadt-Archiv: Chronik der Gaststätten in der Senne.
- Joachim Wibbing: Regionale Zeitgeschichte (Neue Westfälische).
- Stadt Bielefeld: Historische Karten und Stadtplanungsunterlagen.