Heidelberger Schlossfestspiele

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Die Heidelberger Schlossfestspiele sind die bekanntesten und meistbesuchten Freilicht-Theaterspiele Nordbadens. Jeden Sommer finden sie im Innenhof oder in anderen Arealen des Heidelberger Schlosses statt. Gerhard Stratthaus, der ehemalige Finanzminister Baden-Württembergs, nannte sie bei der Eröffnung 2001 ein „kulturelles Aushängeschild ersten Ranges für die Stadt und die Region“.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heidelberger Schlossfestspiele werden vom Stadttheater Heidelberg organisiert. Der dortige Intendant ist zugleich der Festspielleiter. In der Vorkriegszeit wurden auch Gastspiele integriert, doch heute setzt die Festspielleitung bewusst auf ausschließlich „hauseigene“ Inszenierungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heidelberger Schlossfestspiele wurden 1926 mit einer Inszenierung von Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare ins Leben gerufen. Auch die darauffolgenden Festspielsommer waren erfolgreich; Gerhart Hauptmann und Thomas Mann waren als Ehrengäste geladen. In der Spätphase der Weimarer Republik (d. h. von der Weltwirtschaftskrise 1929 bis zu Hitlers Machtergreifung 1933) mussten die Festspiele jedoch mangels Finanzierungsmöglichkeiten eingestellt werden.

1934 wurden sie als „Reichsfestspiele“ revitalisiert und unter Reichspropagandaminister Joseph Goebbels ideologisch ausgeschlachtet. Die Idee, aus Heidelberg „ein Salzburg des deutschen Südwestens“ (s. u.) zu machen, stammte aber im Kern noch aus der Weimarer Republik. Zwischen Shakespeare-Klassikern wurden nunmehr Thingspiele (Beispiel: Kurt Heynicke: Der Weg ins Reich) gemischt. Heinrich George, der schon in der Weimarer Republik mitgewirkt, sich aber auch mit dem NS-Reich arrangiert hatte, ist ein Name, der sich mit den Heidelberger Schlossfestspielen jener Zeit verbindet.

Der Zweite Weltkrieg ist Ursache für die Einstellung der Reichsfestspiele im Sommer 1940; in der Nachkriegszeit und den Jahren des Wiederaufbaus wurde die Tradition zunächst nicht wieder aufgegriffen.

Erst 1974 kam es zu einer Wiederbelebung der Festspiele vornehmlich als Touristenattraktion. Das bei Amerikanern beliebte Alt-Heidelberger Musical The Student Prince (siehe auch Heidelberg in der Dichtung), entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren zum Klassiker. Regisseur war Helmut Hein, der in den Anfangsjahren auch die Partie des Prinzen-Erziehers Dr. Engel sang. Hein inszenierte die „Light Opera“ des ungarischen Komponisten Sigmund Romberg, der in den USA Karriere gemacht hatte, bis 2000. Dirigent dieser Inszenierung war James Allen Gähres.[1]

Mit Günther Beelitz, der im Jahr 2000 Intendant geworden war, änderte sich das Konzept. Statt touristisch vermarktungsfähiger Schloss-Romantik strebte er eine profunde Einheit der im Kern mittelalterlichen Architektur als Kulisse mit den Inhalten der Stücke an. Zwar gab es noch zweimal (2001 und 2002) Aufführungen der auf dem Stück Alt-Heidelberg von Rudolf Meyer-Förster basierenden Operette in der Inszenierung von Ingo Waszerka. Die Wirkung war indes nicht mehr die alte, denn Beelitz hatte den Aufführungsort innerhalb des Schlossareals verlegt und damit die Fläche reduziert.

Erfolgreiche Neuinszenierungen unter der Leitung von Beelitz, die seinem Harmoniekonzept Rechnung trugen, waren

Auch Oper, Tanztheater und Konzerte wurden als Genres in den Spielplan neu aufgenommen. Die Besucherzahlen sind seit Einführung dieses Konzepts sprunghaft gestiegen und erreichten in der Saison 2005 erstmals eine Größenordnung von knapp 30.000.

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Seit Sommer 2006 war der Heidelberger Intendant Peter Spuhler Festspielleiter der Heidelberger Schlossfestspiele. Im Jahr 2010 standen neben der Heidelberger Kult-Operette Der Studentenprinz, die Oper Der Liebestrank und Hamlet sowie im Dicken Turm die Produktionen Verliebte & Verrückte, Amphitryon und Wild Roses auf dem Programm. Daneben gab es wie immer die Schlosskonzerte mit dem Philharmonischen Orchester. Das Kinder- und Jugendtheater war mit seiner Version von Alice im Wunderland vertreten und das Tanztheater zeigte Rabbit is crying.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oliver Fink: Theater auf dem Schloß. Zur Geschichte der Heidelberger Festspiele. Verlag Brigitte Guderjahn, Heidelberg 1997.
  • Oliver Fink: Ein Salzburg des deutschen Südwestens? Schlossfestspiele in Heidelberg. In: Heidelberger Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, hrsg. vom Heidelberger Geschichtsverein, 6/2001, 61–77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv Theater Heidelberg Heidelberger Schlossfestspiele - Dirigent Aufgerufen am 20. April 2017.