Sinicuichi

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Sinicuichi
Heimia salicifolia (15413976895).jpg

Sinicuichi (Heimia salicifolia)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)
Unterfamilie: Lythroideae
Gattung: Heimia
Art: Sinicuichi
Wissenschaftlicher Name
Heimia salicifolia
Link

Sinicuichi (Heimia salicifolia), auch Sinicuiche, Abre-o-sol (zu Deutsch Sonnenöffner), Herva da Vida (zu Deutsch Lebenskraut) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie Weiderichgewächse (Lythraceae). Sie kommt überwiegend in Mittel- und Südamerika sowie auf den Westindischen Inseln vor. Von den Mayas und Azteken wurde sie aufgrund ihrer halluzinogenen und gedächtnisöffnenden Wirkung für „Erinnerungs-Rituale“ und andere Zeremonien eingesetzt; auch heute wird sie noch wegen ihrer berauschenden Wirkung konsumiert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sinicuichi-Strauch wächst als laubabwerfender und kahler Strauch und erreicht Wuchshöhen von 1,8 bis zu 3 Metern. Die gegen- manchmal wechselständigen oder wirtelig zu dritt angeordneten, eilanzettlichen bis lanzettlichen oder verkehrt-eilanzettlichen und ganzrandigen, kahlen Laubblätter sind bis zu 9 cm lang und bis etwa 10–13 mm breit. Die Blätter sind kurz gestielt bis sitzend und stachelspitzig. Die Nebenblätter fehlen.

Die Blüten erscheinen achselständig und einzeln. Der minimale Blütenstiel ist etwa 2–4 mm lang. Die zwittrigen Blüten mit doppelter Blütenhülle sind sechszählig und von zwei Deckblättern begleitet. Der Blütenbecher (Hypanthium) ist bis 9 mm lang. Die dreieckigen, (stachel)spitzigen und kleinen Kelchblätter besitzen dazwischen, nach außen, ebenso lange, hornartige und stachelige Anhängsel am Grund. Die früh abfallenden Kronblätter sind bis 17 mm lang. Es sind zwei Kreise mit meist je sechs, kurzen Staubblättern, mit fadenförmigen Staubfäden, vorhanden. Der mehrkammerige und kahle Fruchtknoten ist mittelständig und der dickliche Griffel mit kopfiger Narbe ist vorstehend.

Die vierkammerige, lokulizidale und vielsamige, kleine Kapselfrucht mit Griffelresten ist rippig. Sie sitzt komplett im beständigen Blütenbecher und Kelch, wobei die Kelchzipfel oben eingklappt sind, während die spitzen Anhängsel abstehen. Die vielen, sehr kleinen und schmalen Samen sind kegelförmig und etwa bis 1 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

Blüten von Sinicuichi
Fruchtstand und Samen

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inhaltsstoffe, die zu der berauschenden Wirkung beitragen, sind Chinolizidinalkaloide, u. a. Cryogenin, Lythrin, Lyfolin, Nesidin, Vertin und Heimidin.

Als Droge werden Auszüge der Blätter verwendet. Medizinische Anwendungsmöglichkeiten wurden untersucht.[2]

Ein berauschendes und euphorisierendes Getränk wird hergestellt, indem die welken Blätter in Wasser zerkleinert und die Flüssigkeit drei Tage lang an einem sonnigen Ort fermentiert wird.

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland unterliegt Sinicuichi nicht dem BtMG.

Namenserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gattungsname Heimia ehrt den deutschen Arzt Ernst Ludwig Heim (1747–1834).[3]

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synonyme für Heimia salicifolia Link sind Heimia syphillitica DC., Nesaea salicifolia Kunth, Nesaea syphilitica Steud., Decodon salicifolius (Kunth) Kuntze, Chrysolyga salicifolia Willd. ex Steud., Heimia grandiflora Hook., Heimia linariifolia G.Don u. a.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Carpenter Standley: Contributions from the United States National Herbarium. 23, Part 4: Trees and Shrubs of Mexico, 1924, S. 1025 f.
  • Robert Sweet: The British Flower Garden. Vol. III, Simpkin & Marshall, 1827–1829, S. 281 f.
  • James Cullen, Sabina G. Knees, H. Suzanne Cubey: The European Garden Flora. Vol. IV, Second Edition, Cambridge Univ. Press, 2011, ISBN 978-0-521-76160-4, S. 156.
  • Y. P. S. Bajaj: Biotechnology in Agriculture and Forestry. 7: Medicinal and Aromatic Plants II, Springer, 1989, ISBN 978-3-642-73619-3 (Reprint), S. 246–261.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sinicuichi (Heimia salicifolia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heimia salicifolia bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  2. Auxins Alkaloids of Genus Heimia bei Shaman Australis Botanicals.
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.