Heinrich Karl Giesl von Gieslingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Karl Giesl Freiherr von Gieslingen (um 1890)

Heinrich Karl Freiherr Giesl von Gieslingen (* 7. August 1821 in Olmütz; † 2. Juli 1905 in Wien) war ein österreichischer General.

Leben[Bearbeiten]

Heinrich Karl Freiherr Giesl von Gieslingen war der Sohn des in Olmütz stationierten kaiserlichen Offiziers Johann Giesl von Gieslingen.

Der damalige Oberleutnant machte bei der Niederschlagung der Revolution von 1848/49 auf sich aufmerksam. Während der Wiener Oktoberrevolution begleitete der damalige Oberleutnant Kaiser Ferdinand und den Wiener Hof bei der Flucht nach Olmütz. Anschließend schloss er sich jenem Heer an, das Wien von den Aufständischen zurückeroberte. Dabei wurde er bei Kämpfen in der Leopoldstadt verwundet.

Von seinen Verletzungen genesen, wurde er in Ungarn bei der Niederschlagung des dortigen Unabhängigkeitsaufstandes eingesetzt. 1849 kämpfte er unter anderem bei Vác (Waitzen), bei Nagy-Sarló, bei Komorn und war an der Eroberung von Győr (Raab) beteiligt. Für seine Einsätze wurden ihm das Militär-Verdienstkreuz und der Orden der Eisernen Krone verliehen.

1856 wurde Giesl Stabsoffizier in einem in Ungarn stationierten k. k. Gendarmerieregiment. 1865 wurde ihm das Kommando der Wiener Militär-Polizeiwache übertragen. Nach zwei Infanterieregimentskommandos wurde er 1871 zum „Gendarmerie-Inspector“ ernannt und mit der Reorganisierung der Gendarmerie beauftragt.[1] 1874 erfolgte die Beförderung zum Generalmajor, fünf Jahre später zum Feldmarschall-Leutnant. 1883 wurde Giesl in den Freiherrenstand erhoben (nachdem er 1863 schon in den Ritterstand erhoben worden war). 1884 wurde er zum Inhaber eines Regiments ernannt (Warasdiner Infanterie-Regiment Nr. 16), 1889 zum Feldzeugmeister befördert.

Giesl war seit 22. November 1849 mit Emilie Christoph verheiratet, welche am 20. September 1885 in Meran verstarb. Der Ehe entstammten nebst zwei Töchtern Arthur Giesl von Gieslingen sowie Wladimir Giesl von Gieslingen.

Am 16. November 1892 ehelichte Giesl Maria Ludovica Karolina Schön Edle von Liebingen (* 10. Mai 1869 in Brünn), Tochter des Senatspräsidenten Robert Schön Edler von Liebingen; das Ehepaar lebte in Wien.

Heinrich Karl Giesl Freiherr von Gieslingen wurde am 4. Juli 1905 im eigenen Grabe auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Svoboda: Die Theresianische Militärakademie und ihre Zöglinge, Zweiter Band (1894) [1], abgerufen am 27. März 2009
  2. † FZM. Heinrich Freiherr v. Giesl. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, 3. Juli 1905, S. 7 Mitte