Heinrich von Streitberg

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Heinrich I. von Streitberg (auch: Heinrich von Strateich) († nach 12. Oktober 1274) war ein deutscher Ordensritter und römisch-katholischer Bischof des Ermlands und später des Samlands.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich stammte aus dem fränkischen Geschlecht der Streitberger.

Im Jahre 1248 wurde er auf Geheiß des Erzbischofs von Riga zum ersten Bischof der neu geschaffenen Diözese Ermland.[1] Er blieb lediglich Elekt, denn als Ergebnis eines Streits zwischen dem Erzbischof von Riga und der Hochmeister des Deutschen Ordens erhielt er wohl zwar die Bischofsweihe, konnte jedoch sein Bistum nicht in Besitz nehmen.[2] Im Jahre 1250 trat er schließlich zurück und Anselm von Meißen wurde Bischof.

Nach seinem Ausscheiden aus der Diözese Ermland diente er als Weihbischof in den Bistümern Bamberg und Würzburg. Er weihte den St.-Stephans-Altar in der Sebaldus-Kirche zu Nürnberg. Außerdem weihte er 1256 Kirche nebst drei Altären des Speyerer Franziskanerklosters.[3]

Am 7. Mai 1254 wurde er zum Bischof von Samland mit dem Bischofssitz in Königsberg (Preußen) ernannt. Heinrich war nicht der erste ernannte Bischof dieser Diözese, seine Vorgänger hatten die Herrschaft jedoch nicht antreten konnten. Auch er weilte nur selten in der Diözese. Er erreichte aber die Organisation des Lebens der Ortskirche, was 1258 durch seine Vermittlung auch zum weltlichen Episkopat führte.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Friedrich Mooyer: Onomastikon Chronographikon Hierarchiae Germanicae. Verzeichnisse der deutschen Bischöfe seit dem Jahr 800 nach Chr. Geb. Selbstverlag, Minden 1854, S. 37 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
  2. Johannes Voigt: Geschichte Preussens. Von den ältesten Zeiten bis zum Untergange der Herrschaft des Deutschen Ordens, Band 3: Die Zeit vom Frieden 1249 bis zur Unterwerfung der Preussen 1283. Bornträger, Königsberg 1828, S. 601 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
  3. Konrad Eubel: Zur Geschichte des Minoritenklosters zu Speier. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO), Jg. 45 (N. F. 6), 1891, S. 675–698, hier S. 677 (Digitalisat).
VorgängerAmtNachfolger
Bischof von Ermland
1248–1250
Anselm von Meißen
Dietrich I.Bischof von Samland
1254–1274
Hermann I.