Heinz Rein

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Heinz Rein (Pseudonym: Reinhard Andermann; * 9. März 1906 in Berlin; † 16. Januar 1991 in Baden-Baden) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinz Rein arbeitete in den 1920er-Jahren nach einer Banklehre als Bankangestellter. Später war er auch als Sportjournalist tätig. 1935 wurde der politisch links engagierte Autor arbeitslos[1]; die nationalsozialistischen Machthaber legten ihm 1934 ein Schreibverbot auf.[2] Zeitweise befand sich Rein in Gestapohaft[1]; während des Krieges war er bei der Reichsbahn zwangsdienstverpflichtet[3].

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war er (bis 1950) einige Jahre Mitarbeiter des „Kulturellen Beirats für das Verlagswesen“ bei der „Deutschen Verwaltung für Volksbildung“.[4] Neben Romanen und Erzählungen, deren Handlung vorwiegend in der Zeitgeschichte angesiedelt ist (s. unten im Werkverzeichnis), verfasste Rein Literaturkritiken, die 1947/48 in der SED-Zeitschrift Einheit – Theoretische Monatsschrift für Sozialismus veröffentlicht wurden.[5] 1949 gab er die Anthologie Unterm Notdach. Berliner Erzählungen (Berlin: Aufbau, 167 S.) heraus, laut Vorbemerkung im Auftrag des Vorsitzenden des „Kulturellen Beirats“, Erich Weinert.[6] 1950 erschien ein aus seinen Literaturkritiken hervorgegangener „Versuch eines ersten Querschnitts“ der in Deutschland nach dem Krieg erschienenen erzählenden Prosa unter dem Titel Die neue Literatur; außer eigenen Beiträgen sind darin zwei Besprechungen seines Erfolgsromans Finale Berlin von Hans Mayer (S. 315–319) und Walter A. Berendsohn (S. 319–324) enthalten. Nach einem Startschuss von Johannes R. Becher[7] erhob sich gegen Die neue Literatur in Zeitschriften der DDR eine Kampagne,[8] die dazu führte, dass der Verlag das Buch aus dem Handel nahm[9] und Rein als Mitglied des „Kulturellen Beirats“ suspendiert wurde[10]. Danach lebte er als freier Schriftsteller in der DDR. Nach dem Bruch mit der SED in den frühen 1950er Jahren übersiedelte er nach Westdeutschland. Dort lebte er bis zu seinem Tod in Baden-Baden.

Mit seinen Büchern über Kriegsende und unmittelbare Nachkriegszeit in Berlin ist er ein ostdeutscher Vertreter der Trümmerliteratur. In der DDR wurden seine Bücher teilweise nur unter Schwierigkeiten und mit Verzögerung gedruckt. Nach seinem Wechsel in den Westen schrieb er vorwiegend Kurzgeschichten, aber auch Satiren und Kabaretttexte.

Zur Neuausgabe seines Romans Finale Berlin im Jahr 2015 schrieb Fritz J. Raddatz ein Nachwort[1]. Der Roman erschien in einem Vorabdruck vom 6. Oktober 1946 bis 16. Februar 1947 in der Berliner Zeitung, die Buchausgabe kam noch 1947 heraus. Das Buch erreichte 1951 eine Auflage von 100.000 Exemplaren[11] und zählte zu den ersten Bestsellern der deutschen Nachkriegszeit.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berlin 1932, Berlin 1946
  • Finale Berlin, Dietz, Berlin 1947
    • Finale Berlin. Vom Autor überarbeitet und verbessert. Büchergilde Gutenberg, 1980
    • Neuauflage: Schöffling, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-89561-483-5.
    • daraus: 2 Erzählungen: Februartag 1945. Klopfzeichen VVN, Berlin 1948
  • Mädchen auf der Brücke, Berlin 1948
  • Die neue Literatur. Versuch eines ersten Querschnitts. Berlin 1950
  • In einer Winternacht, Berlin 1952 (geschrieben 1948/49)
  • Nur ein Vogelnest, Gütersloh 1964
  • Die bittere Frucht, Sankt Michael 1984
  • Signorina Rita wird ausgeliehen, Berlin 1988
  • Zwei Trümpfe in der Hinterhand, Frankfurt 1988
  • Ohne Rücksicht auf Verluste, Klagenfurt 1988
  • Die Sintflut hat sich nicht verlaufen, Frankfurt 1988
  • Der Sommer mit Veronika, Bad Salzuflen 1988
  • Keine Corrida mehr, Neckargemünd 1989
  • Wer einmal in den Fettnapf trat, Erftstadt 1989
  • Ein Anti-Knigge, Klagenfurt 1991
  • Die Freundschaft mit Hamilton 1975

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (Hrsg.): Unterm Notdach, Berlin 1949

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Katrin Hillgruber: Im Schatten der Blockwalter, Rezension, in: Frankfurter Rundschau, 9. Mai 2015, S. 34
  2. Ursula Heukenkamp: Das lautlose Deutschland. Widerstandsliteratur und ihre Rezeption. In: Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Unterm Notdach. Nachkriegsliteratur in Berlin 1945-1949. Erich Schmidt, Berlin 1996, S. 267–316, hier 306.
  3. Walter Lennig: Ein Roman gegen die Vergeßlichkeit. In: Berliner Zeitung. Jg. 2, Nr. 233, 5. Oktober 1946, S. 3.
  4. Carsten Wurm: Kurzgeschichte und allegorische Erzählung. Der Anteil der Anthologien an der Prosaentwicklung. In: Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Deutsche Erinnerung. Berliner Beiträge zur Prosa der Nachkriegsjahre (1945-1960). Erich Schmidt, Berlin 1999, S. 167–197, hier S. 168 f.
  5. Unter anderem „Die große Literatur des kleinen Mannes – Der Fall Fallada“ im Augustheft 1948. S. auch (anon.) „Kanonade: Rein-Fall“, in: Der Spiegel, 4. Mai 1950, S. 37: „In der Monatsschrift ‚Einheit‘ und in deren marxistischem Sinne kritisierte Rein regelmäßit die neue Prosa.“
  6. Carsten Wurm: Anthologien im Aufbau-Verlag 1945-1990. In: Günter Häntzschel (Hrsg.): Buchwissenschaftliche Forschungen. Jg. 2005, Nr. 5: Literatur in der DDR im Spiegel ihrer Anthologien, S. 29–46, hier S. 31.
  7. „Bedauerlich und schädlich. Bemerkungen zu einer ‚Neuen Literatur‘“, in: Berliner Zeitung, Nr. 83, 7. April 1950, S. 3, unter dem Titel „In eigener Sache“ auch in Sonntag, Nr. 15, 1950.
  8. Ursula Heukenkamp: Das lautlose Deutschland. Widerstandsliteratur und ihre Rezeption. In: Ursula Heukenkamp (Hrsg.): Unterm Notdach. Nachkriegsliteratur in Berlin 1945-1949. Erich Schmidt, Berlin 1996, S. 267–316, hier 312.
  9. Neues Deutschland. Jg. 5, Nr. 95, 23. April 1950, S. 11.
  10. Der Spiegel. 4. Mai 1950, S. 37.
  11. Claus-Ulrich Bielefeld: Ein Buch wie seine Zeit, voller Risse und Schründe. Rezension, in: Literarische Welt, 18. April 2015, S. 2