Hellerplatzhaus

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Hellerplatzhaus
PWV-Hütte
Hellerplatzhaus
Lage Haardt; Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz)
Gebirgsgruppe Pfälzerwald
Geographische Lage: 49° 20′ 10″ N, 8° 3′ 13″ OKoordinaten: 49° 20′ 10″ N, 8° 3′ 13″ O
Höhenlage 474 m ü. NHN
Hellerplatzhaus (Rheinland-Pfalz)
Hellerplatzhaus
Besitzer Pfälzerwald-Verein
Erbaut 1910 (Holzbau 1903)[1]
Bautyp Hütte; Sandstein
Übliche Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag und Feiertage
Weblink Hellerplatzhaus
p8

Das Hellerplatzhaus (auch Hellerhütte oder Neustädter Hütte genannt) ist eine vom Ortsverein Neustadt an der Weinstraße des Pfälzerwald-Vereins bewirtschaftete Schutzhütte im Pfälzerwald (Rheinland-Pfalz). Sie steht auf dem Hellerplatz 3,5 km südlich von Lambrecht bzw. 5 km westlich von Neustadt in der Haardt, dem östlichen Randgebirge des Pfälzerwalds.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte auf der Waldgemarkung von Neustadt steht in 474 m[2] Höhe auf einem Bergsattel zwischen Platte (560,6 m) im Nordosten und Oberscheid (582 m) im Süden. Nach Nordwesten zweigt das Höllischtal in Richtung Erfenstein ab. Im Osten liegt das Hellertal, das nach kurzer Strecke in das Finstertal übergeht; dieses wiederum mündet in das Kaltenbrunner Tal.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle genannten Täler entwässern über das Höllischtalbächlein bzw. den Kaltenbrunnertalbach von rechts her zum Speyerbach, einen linken Zufluss des Rheins.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der Umgebung gelegenen Hütten des Pfälzerwald-Vereins sind die Totenkopfhütte, das Hohe-Loog-Haus, das Haus an den Fichten und das Kalmithaus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellerhütte ab 1910

Die Namen von Hellerplatz und Hellerhütte leiten sich vom dort beginnenden Hellertal her, dessen Bezeichnung als ungeklärt eingestuft wird.[3]

Ein Neustädter Hütte benannter Holzbau wurde im Jahr 1903 errichtet und schon 1910 durch einen massiven Bau ersetzt.[1] Eine erste wesentliche Erweiterung erfolgte 1922 durch den Bau des Haupthauses, wobei die ursprüngliche Hütte zum Vorbau umgestaltet wurde. 1924 wurde eine Pumpenanlage zur Wasserversorgung installiert. Mit dem Anbau des linken Flügels wurde 1931 die zweite wesentliche Erweiterung vorgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Hütte an den Kinder- und Jugendverband Die Falken. Als sie im Jahr 1949 an den Pfälzerwald-Verein zurückgegeben wurde, waren umfangreiche Instandsetzungsarbeiten notwendig. 1967 wurde die Wasserleitung neu verlegt. Eine Stromversorgung wurde erst in den Jahren 1974/75 hergestellt. Die dritte Erweiterung durch den Anbau des rechten Flügels erfolgte 1982/83.[1] Übernachtungsmöglichkeiten bestehen nicht.

Bundesweite Aufmerksamkeit erlangte die Hütte durch die kriminellen Umtriebe der Kimmel-Bande, als deren Mitglied Lutz Cetto in der Silvesternacht 1960/61 den Hüttenwirt Karl Wertz erschoss. Zum Gedenken an das Mordopfer wurde bei der Hütte der Ritterstein 190 errichtet. Ein weiterer Gedenkstein sowie der aus der Zeit vor dem Mord stammende Ritterstein 247 stehen ebenfalls im Bereich der Hütte.

Erreichbarkeit und Wanderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte kann nur zu Fuß über Wanderwege erreicht werden. Sie liegt zentral in einem Wandergebiet, das im Norden und Nordwesten von der Landesstraße 499 zwischen Neustadt über Lambrecht nach Breitenstein, im Süden und Südwesten von der Totenkopfstraße und im Osten durch den Haardtrand begrenzt ist. Der nächste Weg führt vom Wanderparkplatz am Totenkopf zur Hütte. Erreicht werden kann sie auch von Neustadt aus über Kaltenbrunner Tal und Finstertal oder über das Heidenbrunner Tal, von Erfenstein aus über das Höllischtal oder den Kropfsberg, von Breitenstein aus über das Argenbachtal und von Lambrecht aus über die Berge Hoher Kopf, Kaisergarten und Überzwerchberg.[4] Die Hütte ist auch eine Station des Pfälzer Hüttensteigs.[5]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A.K. Doerr: Pfälzer Hüttenbuch – Der Wegweiser zu 99 Rasthäusern und Wanderheimen. Pfälzische Verlagsanstalt Ludwigshafen GmbH, 4. Auflage Juni 2018, ISBN 978-3-87629-341-7, S. 127.
  • Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz: Topographische Karte 1:25.000 – Naturpark Pfälzerwald, Blatt 6 Oberhaardt von Neustadt an der Weinstraße bis zum Queichtal. 2010, ISBN 978-3-89637-402-8.
  • Pietruska-Wanderkarte: Edenkoben – Die Urlaubsregion zwischen Landau und Neustadt. 1:25.000, 3. Auflage, Pietruska Verlag, Rülzheim 2018, ISBN 978-3-945138-04-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hellerplatzhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die Geschichte zur Hellerhütte. www.hellerplatzhuette.de, abgerufen am 26. April 2016.
  2. Topographische Karte. LANIS, abgerufen am 26. Januar 2017.
  3. Ritterstein Hellerplatz (Nr. 247). www.outdooractive.com, abgerufen am 13. August 2018.
  4. Wanderrouten. www.hellerplatzhaus.de, abgerufen am 13. August 2018.
  5. Pfälzer Hüttensteig Lambrecht